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Hanau plant Abstellplätze für Fahrräder in Parkhäusern

Hanau

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    Symbolbild: Pixabay

Hanau. Ungenutzte Flächen in den Parkhäusern der Grimmstadt könnten bald als Fahrradabstellmöglichkeit dienen. Einstimmig hat das Stadtparlament am Montagabend für einen Antrag der Christdemokraten votiert, der den Magistrat mit der Prüfung dieser Möglichkeit beauftragt.

Artikel vom 28. November 2019 - 11:32

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Von Kerstin Biehl

In der Tiefgarage am Markt sei dies vor deren Umbau bereits möglich gewesen, informierte Stadtverordneter Jens Böhringer (CDU) . Er regte an, ungenutzte Flächen, wie beispielsweise den Raum rund um die Ticketautomaten, dafür zu nutzen. „Es müssen gar keine Parkflächen wegfallen“, so der Christdemokrat. Hanau könnte mit dem Fahrradparken im Parkhaus deutschlandweit eine Vorreiterrolle einnehmen. 20 bis 30 Fahrräder pro Parkhaus schlägt er vor, die Nutzung kostenfrei. 

Obwohl man sich seitens der SPD laut Moritz Kühn noch die Frage stelle, auf welche Weise die Radfahrer in das Parkhaus gelangen sollen, begrüßten die Sozialdemokraten den Antrag.

Morlock sieht Probleme mit Autoverkehr

Stadtrat Thomas Morlock (FDP) informierte, dass sich im Falle des Fahrradparkens in der Marktgarage Radler und Autofahrer in die Quere gekommen und die Fahrradparkplätze dort aus gutem Grund weggefallen seien. „Es gab die ein oder andere prekäre Situation auf der Rampe“, so Morlock. Auch eine Begegnung von Auto und Fahrrad auf den spiralförmigen Auf- und Abfahrten einiger Hanauer Parkhäuser schloss er aus.

„Wenn, dann muss man beide Verkehre trennen oder Parkhäuser aussuchen, in denen man im Erdgeschoss individuelle Zugänge nur für Radfahrer schaffen kann. Wir werden prüfen, ob sich das in den bestehenden Parkhäusern integrieren lässt.“ In den neu geplanten Parkhäusern wolle man das Fahrradparken berücksichtigen.

Reines Fahrradparkhaus in der Sternstraße

Skeptisch sah Stefan Weiß von den Grünen die Idee. „Ich hatte noch nie das Bedürfnis, mit dem Rad in eine Tiefgarage zu fahren“, informierte er. Die Idee des Fahrradparkens im Parkhaus dürfe unter keinen Umständen den Fahrradbügelausbau oberirdisch beeinträchtigen.

„Möglichst nah am Ziel zu parken, das ist doch für den Fahrradfahrer die oberste Prämisse“, so Weiß, dessen Fraktion sich für den Antrag aussprach. Die Stadt plant ein reines Fahrradparkhaus an der Sternstraße.

Auch Busverkehr ein Thema

Mit zwei Enthaltungen beschloss das Stadtparlament den Nahverkehrsplan bis 2023, den Stadtrat Morlock als „kommunale Verkehrswende“ betitelte. Ausführlich diskutiert wurde erneut der Wegfall von rund 1000 Meter Busverkehr auf einem Streckenabschnitt der Linie 3. „Ein Wohngebiet wird hier einfach abgeschnitten. Für Senioren ist das nicht zumutbar“, stellte Anne-Dorothea Stübing (BfH) fest und verlangte Nachbesserung. Sie monierte zudem die unzureichende Taktung des Verkehrs auf der Linie 9. 

Auch Reiner Wegener (SPD) bedauerte den Teilwegfall auf Linie 3. „Diese Linie hat einen Öffentlichkeitsauftrag. Auch wenn dort nur 20 bis 30 Leute am Tag ein- und aussteigen. Diese Streichung passt nicht zum allgemeinen Trend den ÖPNV auszubauen“, sagte er und hofft ebenfalls auf Anpassung.

Stadt kauft fünf neue Dieselbusse

Wenig Pioniergeist attestierte Sascha Feldes (Grüne) den Stadtoberen hinsichtlich der Entscheidung fünf neue Dieselbusse anzuschaffen. Stadtrat Morlock klärte auf: Ein E-Bus koste dreimal so viel wie ein Dieselbus und könne nur 60 bis 80 Prozent der Fahrleistung eines Dieselbusses bringen.

Zudem benötigten E-Busse nach sechs Jahren eine neue Batterie und man müsse die nötige Infrastruktur dafür schaffen. „Für den Preis von einem Elektrobus können wir drei Dieselbusse anschaffen“, machte Morlock deutlich. Oberbürgermeister Kaminsky betonte, dass bei dieser Entscheidung stets auch auf die Wirtschaftlichkeit geschaut werden müsse.



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