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Busstreik geht weiter: Politik bedauert Ausfälle

Hanau

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    Zurzeit stehen die Busse in Hanau leider still. Archivfoto: PM

Hanau. Die Busse in Hessen stehen immer noch streikbedingt still. Somit auch in Hanau. Nun haben HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte und Stadtrat Thomas Morlock  ihr Bedauern zu der Situation geäußert. Wie bekannt wurde, geht der Streik geht auch am Wochenende und mindestens noch am Montag weiter.

Artikel vom 22. November 2019 - 12:47

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„Die streikbedingten Ausfälle im Linienverkehr der HSB bedauern wir sehr, insbesondere was den Schülerverkehr angeht“, betont Stadtrat Thomas Morlock als Aufsichtsratsvorsitzender der Hanauer Straßenbahn. 

Für eine verlässliche Bedienung der Schülerverkehre während des Streiks stehe aber nicht genug Fahrpersonal zur Verfügung. „Immerhin schafft es die HSB als bisher einziges kommunales Busunternehmen in einer großen hessischen Stadt, einen Notfahrplan insbesondere für Pendler aufrechtzuerhalten“, unterstreicht HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte.

Morlock würde Fahrern gerne mehr zahlen

Es sei „schwer nachvollziehbar“, wenn die Gewerkschaft ver.di im Rahmen des derzeitigen Tarifkonflikts mit den privaten Busunternehmern im Landesverband Hessischen Omnibusunternehmer (LHO) auch die HSB und ihre Fahrergesellschaft bestreike, kritisiert Morlock. Da die HSB hier kein Verhandlungspartner sei, habe sie auch keinen Einfluss auf die Verhandlungen, hebt der Aufsichtsratsvorsitzende hervor. So werde der Arbeitskampf bedauerlicherweise auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen. 

„Wir schätzen die Leistungen unserer Busfahrer und –innen und wissen deren Verantwortung einzuschätzen.  Wir würden ihnen gerne mehr bezahlen – was wir im Verhältnis zum LHO ja auch tun“, sagt Morlock weiter.

Preiserhöhung wäre allein nicht möglich

Im unterfinanzierten Gesamtgefüge des ÖPNV wirke aber die geforderte Gesamterhöhung der Tarifleistungen von rund 40 Prozent in einer Runde und auf einen Schlag „systemsprengend“. Bei derart auch im Vergleich zu anderen Berufsgruppen drastischen Forderungen von ver.di „wird unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen der Ausbau des Anteils des ÖPNV für eine Verkehrswende in Frage gestellt“, gibt der HSB-Aufsichtsratsvorsitzende zu bedenken.

Eine Gegenfinanzierung durch Umlage auf die Fahrgäste, also eine Erhöhung der Fahrpreise wäre den Busunternehmen und sämtlicher Verbundpartner im RMV alleine nicht möglich, da diese im Fall der HSB durch den RMV festgesetzt werden. „Letztendlich müssten Lohnerhöhungen, sollten sie in dieser Höhe auch in Tarifverhandlungen gestellt werden, die die HSB betreffen, durch die Stadt und damit von allen Bürgerinnen und Bürgern gegenfinanziert werden“, so Morlock weiter.

Mehr Urlaub für Fahrer der HSB

Die HSB biete den Beschäftigten ihrer Fahrergesellschaft längst bessere Tarifbedingungen als der LHO, führen Morlock und Schulte weiter aus. Ein Teil dessen, was die Arbeitnehmerseite derzeit im Tarifstreit fordere, sei in Hanau längst gegeben.

So zahlt die HSB für die betriebliche Altersversorgung.  Fahrpausen werden in Hanau in dem von ver.di geforderten Ausmaß bezahlt. Die Beschäftigten erhalten überdies mehr Urlaubstage sowie eine Jahressonderzahlung.

Höhere Honorierung in Hanau

Darüber hinaus bietet die HSB-Fahrergesellschaft im Unterschied zum LHO-Tarifvertrag einen Krankengeldzuschuss, Zuschläge für Lehrfahrer, vermögenswirksame Leistungen, Wunschdienstpläne, Dienstkleidung und Tankvergünstigungen für Privatwagen im Betriebshof.

„Aus alledem wird mehr als deutlich, dass Menschen am Lenkrad städtischer Busse besser honoriert werden als bei privaten Arbeitsgebern in Hessen“, stellt Aufsichtsratsvorsitzender Morlock fest. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, warum die HSB bestreikt werde.

Fahrer würden mit Fahrgastkritik direkt konfrontiert

Leider sei es so, dass nicht die Gewerkschaft ver.di den Fahrgästen im unmittelbaren Aufeinandertreffen den Fahrgästen „direkt die derzeit vertrackte Situation erklärt“. Vielmehr müssten die rund 25 Busfahrer, die den Notfahrplan aufrechterhalten, die Kritik der Fahrgäste einstecken. 

So geht es am Wochenende weiter:

Wie bereits in den vergangenen Tagen versucht die Hanauer Straßenbahn (HSB) einen Notfallfahrplan auf den stark frequentierten Linien zu fahren. Das heißt, dass auf diesen Linien nach Möglichkeit ein stark eingeschränkter Busverkehr stattfindet.

Stark eingeschränkter Verkehr findet auf den Linien 1 , 2, 4, 5, 6, 10 statt. Kein Busverkehr findet auf den Linien 2A, 3, 7, 9, 11, 12 statt. Auch Schulbusse fahren nicht. Am Samstag, 23. November, wird versucht, von zirka 8 bis 16.30 Uhr auf den genannten Linien einen Notverkehr einzurichten. Am Sonntag, 24. November, entfallen alle Linien 1 bis 12. Es fährt kein HSB-Bus. Am Montag, 25. November, wird versucht, auf den genannten Linien von zirka 6 bis 19 Uhr wieder einen Notverkehr aufrechtzuerhalten. 

Alle entfallenden und aktuellen Abfahrten können im Internet in der Fahrplanauskunft abgerufen werden. Wer Genaueres erfahren will, erreicht die HSB unter Telefon 0 61 81/30 08 80.



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