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Brüder Grimm werden zu Ampelmännchen

Hanau

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    So sehen die Ampelmännchen am Forum aus. Fotos: Reinhard Paul

Hanau. Die Brüder-Grimm-Stadt ist um eine Attraktion reicher: Sie hat jetzt zwei Fußgängerampeln, die auf der Straße Am Freiheitsplatz, Ecke Marktstraße, auf märchenhafte Weise die Richtung vorgeben sollen.

Artikel vom 19. November 2019 - 14:27

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Von Jutta Degen-Peters

Künftig wird das Brüderpaar Wilhelm und Jacob Grimm den Passanten (Autofahrer schauen leider in die Röhre) Bescheid geben, ob sie warten müssen oder die Straße überqueren dürfen. Im ersten Falle leuchten sie Rot, im zweiten Grün.

Hanauer Comiczeichner im Einsatz

Die vom Hanauer Comiczeichner Rautie umgesetzte Idee, die auf Amtsleiter Martin Hoppe zurückgeht, soll neben den Festspielen, dem neuen Mitmachmuseum, dem Märchenpfad und der Märchenbahn nun auch im Straßenverkehr dafür sorgen, dass sich die Bürger mit den großen Söhnen der Stadt identifizieren.

Damit sie das tun, bedarf es unserer Meinung nach allerdings noch einer Kleinigkeit. Ein Hinweisschildchen mit der Aufschrift „Brüder Grimm“ sollte verhindern, dass Unwissende die beiden Gestalten für Tante Anneliese auf Einkaufsbummel mit ihrer Schwester halten. Die bauschigen Frisuren, die Gehröcke und die Aktentasche, die da auszumachen sind, sorgen für ein sehr weibliches Aussehen (womit vielleicht den Anforderungen an Gender-Gerechtigkeit gleich Genüge getan werden soll).

Behörden segnen neue Ampelmännchen ab

Das Bild mit dem Brüderpaar, für dessen Identifizierung gestern die Darsteller Wolfgang Kamberg und Ulrich Lüer mit ihrer Anwesenheit in historischen Gewändern als Wilhelm und Jacob Grimm sorgten, war nach den Worten des OB einer von drei Vorschlägen, die die Stadt bei dem seit August letzten Jahres unternommenen Behördenmarathon vorgelegt hatte. Sogar der Regierungspräsident musste sich mit der Thematik befassen, was dem Gewicht der beiden Sprachforscher ja auch zusteht.

Die Idee mit dem sitzenden und springenden Frosch wurde laut OB von den Verkehrsbehörden verworfen: Tiermotive im Straßenverkehr sind nicht zulässig. Auch das stehende und gehende Einhorn schaffte es nicht auf die Lichtzeichenanlage.

So durfte Verkehrsdezernent Thomas Morlock letztlich mit dem Bildchen der Grimms grünes Licht für die „Verkehrsrechtliche Anordnung gemäß §45, Absatz 1 bis 3 der Straßenverkehrsordnung mit Inhalt 'Änderung Sinnbilder der Fußgänger-Lichtsignalanlage“ mit der amtlichen Grundlage „Identifikation zur Brüder-Grimm-Stadt“ sorgen.

Bremer Stadtmusikanten machen es vor

Doch das muss in unserer Märchenstadt mit historisch verbrieftem revolutionärem Potential (auch bei den Grimms) noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Kaminsky kündigte an, beim Einhorn wolle man weiter am Ball bleiben. Zumal in Bremen die Stadtmusikanten auf Ampeln zu sehen sind, in Wesel ein Esel und in Hameln ein Rattenfänger.

Vielleicht probieren wir's hier bei uns in Hanau mal mit dem Rotkäppchen. Das müsste dann auch als Piktogramm eindeutig zu identifizieren sein. (Den Wolf könnte man, der Vorschrift gehorchend, zur Not ja weglassen).



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