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Hotel "Zum Elefanten" wird im November abgerissen

Hanau

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    Nicht schön anzuschauen: Die Brandruine soll bald Geschichte sein. Jetzt steht ein Termin fest.   Foto: Reinhard Paul

Hanau. Die Zeiten des Schandflecks in der Hanauer Innenstadt sind gezählt: Fast sieben Jahren nach dem Brand des Hotels „Zum Elefant“ am Freiheitsplatz wird die Brandruine noch in diesem Jahr abgerissen und soll Platz für einen Neubau geschaffen.

Artikel vom 08. November 2019 - 16:50

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Das zuständige Architekturbüro kündigt laut einer gestern verschickten Mitteilung der Stadt Hanau den Beginn der Abbrucharbeiten für Montag, 25. November an. Es wird mit einer Dauer der Arbeiten von drei bis vier Wochen gerechnet. Aus Sicherheitsgründen werden während der Abbrucharbeiten die Parkplätze vor dem Gebäude für rund eine Woche gesperrt, so die Stadt.

Gebäude stand seit Brand 2013 leer

Im Februar 2013 hatte es nachts im Dachgeschoss des Hotels gebrannt. Im Anschluss war das Gebäude durch Brand und Löschwasser so stark geschädigt, dass es nicht mehr genutzt werden konnte. Seither stand es leer. „Wir waren seit dem Brand mit dem Eigentümer der Immobilie in ständigen Kontakt und haben versucht gemeinsam mit ihm einen gangbaren Weg zu finden“, berichtet Martin Bieberle, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung der Stadt Hanau, „deshalb freut es uns umso mehr, dass es nun endlich soweit ist und die Ruine abgerissen wird. Das wird sich an diesem zentralen Platz sehr positiv auf das Stadtbild auswirken“, wird er in der Mitteilung zitiert.

Auch sei es der Stadt immer wichtig gewesen, die aus Sicherheitsgründen erforderliche Gehwegsperrung gegenüber dem neu gestalteten Busbahnhof so rasch wie möglich wieder aufheben zu können. „Das wird nach dem Abbruch nun endlich der Fall sein“, so Bieberle.

Neues Hotel und Gastronomie sind geplant

Der Eigentümer der Immobilie plane, an dieser „städtebaulich bedeutsamen Stelle“ wieder ein Hotel mit einer Gastronomie im Erdgeschoss zu errichten, weiß der Stadtplanungs-Chef. Dazu seien allerdings noch weitere Abstimmungen erforderlich. Die rückwärtig gelegenen Gebäudeteile, die von dem Brand nicht betroffen waren, werden nicht mit abgerissen und nach heutigem Stand in die Neubauplanung integriert. „Die Bauaufsicht Hanau und die Stadtplanung werden mit dem Eigentümer und seinem Architekten aber auch zukünftig in regem Kontakt bleiben, um nun auch einen attraktiven Neubau möglichst zeitnah in die Wege leiten zu können“, so Bieberle abschließend laut Mitteilung.

Die Sanierung der Brandruine hatte lange auf sich warten lassen. Grund war auch ein Nachbarschafsstreit zwischen Hoteleigner Lejzor Taskar under Vermögensverwaltungs- und Treuhand-Gesellschaft des DGB (vtg). Die Abstimmung einer Nachbarschaftsvereinbarung hatte sich in die Länge gezogen. Schließlich hatte man sich in einer privatrechtlichen Vereinbarung geeinigt. Einem Abbruch der Ruine stehe nichts im Wege, hatte der Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde, Oliver Preis, im August in einer Ortsbeiratssitzung verkündet (wir berichteten).

Rechtliche Schritte nicht mehr nötig

Die Stadt hatte versucht, die Beseitigung des Schandflecks mitten in der Innenstadt voranzutreiben. Trotz vieler Gespräche tat sich jedoch zunächst nichts. Stadtentwickler Martin Bieberle hatte vor einiger Zeit erwogen, eine härtere Gangart einzuschlagen und Instrumente wie das Instandsetzungsgebot und das Baugebot anzuwenden. Eine Enteignung schloss er als Option aus. All dies scheint nun nicht mehr notwendig.

Investor Taskar will aus dem „Elefanten“ wieder ein Hotel mit rund 20 Hotelzimmern und Gastronomie machen, hatte er bereits in früheren Gesprächen gegenüber unserer Zeitung angekündigt. Das Gebäude solle sich optisch
in das bestehende Ensemble eingliedern. Taskar war am Freitag für Nachfragen unserer Zeitung nicht erreichbar. cd



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