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Wildschweine verwüsten Steinheimer Sportplatz

Hanau

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    Karl-Heinz Braun, der Vorsitzende der DJK Eintracht Steinheim, zeigt, was passiert ist: Wildschweine haben am Wochenende den Sportplatz des Vereins völlig verwüstet. Foto: Holger Hackendahl

Steinheim. Eine Wildschweinrotte ist in der Nacht von Sonntag auf Montag an der Waldseite durch den Zaun auf den Sportplatz der DJK Eintracht am Lämmerspieler Weg gebrochen und hat für erheblichen Schaden gesorgt. Durch den umgepflügten Sportrasen sind die DJK-Fußballteams nun in der Bredouille.

Artikel vom 07. November 2019 - 09:54

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Von Holger Hackendahl

Die Schwarzkittel haben auf dem Rasenplatz in der Erde gewühlt und nach Nahrung gesucht.  Rund ein Drittel des 6500 Quadratmeter großen Sportplatzes am Lämmerspieler Weg war beschädigt, der Sportplatz war zunächst unbespielbar.

Maschendrahtzaun kein Hindernis

„Unsere beiden DJK-Fußballteams haben an diesem Sonntag jeweils ein Heimspiel. Es ist ungewiss, ob wir diese gegen den SV 1930 Langenselbold und den KSV Langen-Bergheim II hier austragen können“, sagte Karl-Heinz Braun, Vorsitzender der DJK Eintracht, noch am Montag bei der Inaugenscheinnahme des Wildschadens.

Der jahrzehntealte Maschendrahtzaun stellt für die Schwarzkittel kein Hindernis dar. Noch im Laufe des Montag wurde der Zaun in einigen Bereichen mit Bauzaunfeldern notdürftig verstärkt. Durch den Kauf weiterer Elemente soll der Zaun nun noch „wildschweinsicherer“ gemacht werden. 

Stadt reagiert schnell

Nach dem Schreck folgte am Mittwoch die Erleichterung. „Ab 8 Uhr waren zwölf städtische Mitarbeiter hier auf dem Platz. Sie haben Geräte wie Fräsen und Walzen sowie einen Lastwagen mit Erde und auch Sand mitgebracht“, berichtet der Vorsitzende Braun gestern auf telefonische Nachfrage. „Die Mitarbeiter haben die Rasenstücke wieder eingesetzt, mit Erde verfüllt, den Platz gewalzt und diesen dann mit Sand abgestreut“, zollt der DJK-Vorsitzende dem engagierten städtischen Personal und dem für die Sportplätze in der Stadt Hanau zuständigen Herrn Kisselstein ein dickes Lob.

„Das ist wirklich sehr lobenswert, dass die Stadt so schnell reagiert und uns geholfen hat.“ Ob die beiden DJK-Heimspiele allerdings stattfinden können, sei noch nicht geklärt. „Nicht dass die reparierten Flächen etwa durch eine Grätsche wieder beschädigt werden“, sagt Braun. Eventuell könnten die Spiele – das sei mit den Gegnern aus Langenselbold und Langen-Bergheim noch zu klären – unter der Woche abends ausgetragen werden. 

Die Stadt hat die Rasenstücke wieder eingesetzt und mit Erde verfüllt. Foto: Holger Hackendahl


Der Vorsitzende selbst wollte gestern rund um die reparierte Rasenfläche glitzernde Aluminiumstreifen zum Abschrecken der Schwarzkittel aufhängen. Auch besprühte er den Zaunbereich mit Wildschutzmittel, einem nach menschlichem Schweiß duftenden Geruch, damit die Wildschweine zukünftig so von der Nahrungssuche auf dem Sportareal abgehalten werden. 

Eicheln locken Wildschweine an

Unterdessen nennt Jagdpächter Daniel Peter den Grund für die Nahrungssuche auf dem Sportplatz. Der Rasen sei immer gut gewässert, Insekten leben im feuchten Untergrund. Zudem stehe in der Nähe des Platzes eine als Naturdenkmal ausgewiesene alte Eiche, so Peter. Im Herbst fallen aus dem stattlichen Baum viele Eicheln auf den Waldboden – eine ganz besondere Leckerei für die Schwarzkittel. Äste dieser Eiche hängen auch über das eingezäunten DJK-Gelände.

„Die Leitbache bringt den jungen Wildschweinen bei, dass es unter diesem alten Baum besonders viele Eicheln gibt. Dieses Wissen wurde den Tieren so über Generationen vermittelt“, erläutert der Klein-Steinheimer Jagdpächter. „Es muss nur eines dieser Wildschweine – meist ist es die Leitbache oder eine Nebenbache – unter dem Zaun hindurchschlupfen und schon folgt die ganze Rotte.“

Neuer Zaun würde 50 000 Euro kosten

2015 hatten Wildschweine den Sportplatz schon einmal verwüstet. Eine Schwachstelle im Zaun findet die hungrige Rotte auf der Suche nach Nahrung – wie Insektenlarven, Maikäfer-Engerlingen, Würmern oder aber Eicheln – wohl immer. „Wir haben einen der schönsten Rasenplätze in Hanau. Das hat uns auch der städtische Bedienstete, der den Platz mäht, bestätigt“, sagt Braun. „Im letzten Sommer haben wir mit viel ehrenamtlichem Einsatz den Sportplatz frisch eingesät und mit Sprinklern gewässert“, erläutert Braun, dass ein neuer Zaun allein im Bereich des Sportplatzes an die 50 000 Euro koste.

Der Zaun wurde bereits mehrfach verstärkt, weitere Bauzaunfelder sollen den Sportplatz vor weiteren Wildschwein-Überfällen schützen.

Auch im Bereich des Spielplatzes und hin zu den überdachten Boulebahnen, die im Herbst und Winter genutzt werden, wurde unter den kleineren Eichen mit den Rüsseln nach Waldfrüchten gewühlt. „Wir werden den Zaun zur Waldseite hin mit Bauzaunfeldern verstärken. Das kostet wohl an die 3000 Euro – ein Betrag, den wir nicht gerade mal so aus der Portokasse zahlen.“ „Der DJK-Sportplatz ist umzäunt und somit befriedetes Gelände. Es darf deshalb von uns Jägern auf dem Gelände nicht gejagt werden. Natürlich bejagen wir aber die Wildschweine im Steinheimer Wald.

Mit Beginn der Jagdsaison am 1. April wurden bis dato in beiden Steinheimer Revieren bereits 50 Wildschweine erlegt“, sagt der Klein- Steinheimer Jagdpächter Michael Birkenfeld. „Der Zaun ist marode und muss unbedingt repariert werden. Am besten ist natürlich ein neuer, stabiler Zaun“, sagt Jagdpächter Daniel Peter.



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