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Stadtteiltreffen Nordwest: Ärger über gestrichene Haltestellen

Hanau

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    Unter anderem die Haltestelle Ostheimer Straße soll künftig nicht mehr von der Linie 3 angefahren werden. Darüber herrscht Unmut im Stadtteil, wie sich auf dem jüngsten Treffen samt Ortsbeirat zeigte.  Foto: Christian Dauber

Hanau. Die künftige Busanbindung nördlich des Alten Rückinger Wegs sowie Bürgerbeschwerden über zunehmenden wilden Müll und Hundekot im Viertel waren laut Mitteilung der Stadt Hanau die bestimmenden Themen des jüngsten Stadtteiltreffens Nordwest. 

Artikel vom 29. Oktober 2019 - 12:20

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Der Magistrat und städtische Fachleute aus unterschiedlichen Abteilungen berichteten dem Ortsbeirat und anwesenden Interessierten zudem über laufende und bevorstehende Bauprojekte und über den Schallschutz-Aufwand entlang der künftigen Nordmainischen S-Bahn.

So sagte Stadtrat Thomas Morlock, am Rand des neu entstehenden Wohnbauareals auf dem Gelände der ehemaligen Bekleidungsfabrik Philipp sei bereits eine vom ehemaligen Firat-Markt in der Reichenberger Straße in Auftrag gegebene und von der Deutschen Bahn (DB) gebilligte sechs Meter hohe Lärmschutzwand entstanden.

Die könne als erste Orientierungshilfe dafür dienen, welcher Art solcher Bauten im Stadtgebiet auf insgesamt rund zehn Kilometern Länge zu erwarten seien. Freilich sei in städtebaulich sensiblen Bereich streng auf Qualität und Verhindern von großen Graffiti-Flächen zu achten. Daher taugten die Standardlösungen der DB hier nicht, und es ist zusammen mit der DB ein Designbüro eingeschaltet. Morlock berichtete weiter, dass für die Planfeststellung der Nordmainischen S-Bahn im dritten Quartal 2020 ein zweiter Erörterungstermin für den Abschnitt Hanau notwendig sei.

Weitere Projekte im Stadtteil

Über die Wohnungen auf dem ehemaligen Philipp-Gelände hinaus entstehen dem Stadtrat zufolge derzeit weitere Projekte im Stadtteil in der Bruchköbeler Landstraße. Er berichtete, dass die neue Moschee des Bosnisch-Islamischen Kulturvereins in der Martin-Luther-King-Straße im Wesentlichen fertiggestellt ist. Zum derzeit wohl leerstehenden Firat-Markt in der Reichenberger Straße sagte er, dass keine aktuellen Bauanträge für eine andere Nutzung vorlägen.

Bürgermeister Axel Weiss-Thiel meinte mit Blick auf Investitionen und Instandhaltung der Schulen: „Hier sind wir gut unterwegs.“ Er nannte folgende Beispiele aus dem Stadtteil Nordwest: den begonnenen Neubau der Mensa für die Erich-Kästner-Schule; die anstehende Sanierung von Versorgungsleitungen und Sanitäranlagen in dieser Grundschule; den eingebauten Fahrstuhl und die gestartete Fenstersanierung in der Eugen-Kaiser-Schule; die weitere Erneuerung von Fenstern, Türen und Sanitäranlagen in der Hohen Landesschule sowie den vorgesehenen Umbau der Mediothek sowie die geplante Sanierung von Heizung, Lüftung und Auszugsanlagen dort; die abgeschlossene Grundsanierung von Klassenräumen und das beabsichtigte Erneuern von Fenster, Sonnenschutz, Sanitärbereichen und weiteren Unterrichtsräumen an den Kaufmännischen Schulen.

Er ergänzte, dass in der August-Schärttner-Halle nach der abgeschlossenen Sanierung des Dachtragwerks nun anstehe den Sportboden samt Laufbahn zu erneuern. In der Güntherteichhalle steht das Renovieren des Umkleidetraktes an.

Sanierung der Straßenbeleuchtung

Stadtrat Morlock listete auf, in welchem Maße die Straßenbeleuchtung im Stadtteil 2019 saniert worden sei und was für das Jahr 2020 geplant ist:

35 Leuchten und Maste wurden in Hohe Tanne ausgewechselt; ähnlich geschah und geschieht das am Diebacher Weg. Die Unterführung „Vor der Kinzigbrücke“ erhielt neue Leuchten. In der Kurfürsten- und Landgrafenstraße sowie der Gustav-Adolf-Straße stehen im nächsten Jahr der Kabelaustausch und das Auswechseln diverser Masten ebenso auf dem Programm wie das Umrüsten von Hochdruck-Quecksilberdampflampen gegen umweltfreundlichere LED-Technik.

Morlock verteidigte gegen Kritik die Entscheidung der Hanauer Straßenbahn (HSB), die bisher von der Buslinie 3 bedienten Haltestellen Weiherfeld, Ostheimer Straße und Marköbeler Straße ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember nicht mehr anzufahren. Er nannte folgende Gründe: Ein oder zwei Dutzend Einsteigende täglich an Ostheimer und Marköbeler Straße rechtfertigten keinen regelmäßigen Busverkehr dort. Zudem sei der Takt der Regionalbuslinien über die nahe Haltestelle Weiherfeld mit 15 Minuten eng, und die über die ebenso nahe Haltestelle Alter Rückinger Weg verkehrende HSB-Linie 7 fah‧re im 30-Minuten-Takt. Hinzu komme, dass die Linie 7 im Einrichtungs-Rundverkehr auch den Nordbahnhof anbinde auf dem Weg in die Innenstadt und nach Großauheim.

Nachteil für ältere Menschen

Ortsbeirätin Annedore Stübing gab hingegen zu bedenken, dass die wegfallende direkte Busverbindung in der Ostheimer und Marköbeler Straße vor allem für alte Menschen dort nachteilig sei. In anderen Stadtteilen sei das Busangebot deutlich besser.

HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte entgegnete, dass die Linie 1 künftig Nordwest und Kesselstadt erstmals direkt verbinde, die Linie 9 dichter vertaktet und besser an die Züge am Bahnhof Wilhelmsbad angebunden sei. Auf der Linie 7 gebe es leider keinen Spielraum von zwei Minuten, um Ostheimer und Marköbeler Straße weiter zu bedienen.

Anwesende Bürger beklagten, dass wilder Müll und wildes Parken zu einem wachsenden Ärgernis im Stadtteil geworden seien. Zudem werde ein Spielplatz immer wieder zum Hundekoten missbraucht, obwohl dafür Bußgelder drohen. Stadtrat Morlock und der Leiter der Ordnungsbehörde, Thorsten Wünschmann, appellierten an die Beschwerdeführenden, solche Verstöße stets zeitnah zu melden und als Zeugen zur Verfügung zu stehen. Morlock versprach, den gewünschten Gesprächstermin mit dem Magistrat in die Wege zu leiten, heißt es abschließend in der Mitteilung.  cd



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