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ADFC testet Fahrradschutzstreifen auf Philippsruher Allee

Hanau

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    Vom motorisierten Verkehr getrennt: Der ADFC hält Radschutzstreifen für ein probates Mittel, die Sicherheit von Fahrradfahrern zu erhöhen. Visualisierung: PM

Hanau. In Sachen Fahrradfreundlichkeit hat die Stadt Hanau einigen Nachholbedarf. Das zeigte der aktuelle Fahrradklimatest aus dem Jahr 2018 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), bei dem bundesweit die Rad-Infrastruktur in deutschen Städten unter die Lupe genommen wird, deutlich.

Artikel vom 18. Oktober 2019 - 13:27

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Von David Scheck

 Die Situation verbessern könnten, so ist der ADFC Hanau überzeugt, sogenannte Radschutzstreifen. Um deren Vorteile zu veranschaulichen, bringen die Verantwortlichen des ADFC am morgigen Samstag einen solchen Streifen auf einem Teilstück der Philippsruher Allee auf.

Die ungewöhnliche Aktion sei als Werbung zu verstehen, erläutert der Sprecher des ADFC Hanau, Ulrich Klee, im Gespräch mit unserer Zeitung. Ziel sei, darauf aufmerksam zu machen, dass es einer guten Infrastruktur bedarf, wenn man eine fahrradfreundliche Stadt werden will.

Klimatest in Form einer Online-Umfrage

Davon ist die Brüder-Grimm-Stadt derzeit noch ein ganzes Stück weit entfernt: In der Gesamtbewertung im ADFC-Fahrradklimatest von 2018 schnitt Hanau mit der Schulnote 4,1 ab. Im Ranking in der Stadtgrößenklasse (50 000 bis 100 000 Einwohner) landete die Stadt auf Platz 69 (von 106). Das Urteil des ADFC im Vergleich zu 2016 nennt eine „starke Verschlechterung“. Vor drei Jahren hatte Hanau noch die Note 3,6 erhalten.

Bei dem Klimatest handelt es sich um eine Online-Umfrage des ADFC, an der sich fahrradaffine Bürger beteiligen können. Die Teilnehmer der Umfrage aus 2018 bewerteten die Punkte Falschparkerkontrolle auf Radwegen (Note 5,0), Führung an Baustellen (4,9) und Ampelschaltungen für Radfahrer (4,8) besonders schlecht. Auch das Sicherheitsgefühl kam mit einer Bewertung von 4,4 nicht gut weg. 2016 hatte es immerhin noch bei einer Benotung von 3,5 gelegen.

Sicherere und komfortablere Radverbindungen als Lösung

Ein weiteres Problem ist laut Klee, dass viele Hanauer mit dem Rad verbotenerweise auf dem Bürgersteig radelten, „vermutlich, weil ihnen das legale Fahren auf der Fahrbahn im schnellen Autoverkehr zu gefährlich erscheint“, so seine Einschätzung. Da setzt der ADFC nun mit den geschützten Radstreifen an: Sie böten ein hohes Sicherheitsgefühl und verhinderten das Zuparken mit Autos.

Denn Radschutzstreifen werden in der Regel durch Poller, Grünstreifen oder Bordsteine von der Rest-Fahrbahn räumlich abgetrennt. Abgesehen von Radschutzstreifen gibt es noch Radfahrstreifen, diese sind nicht abgetrennt, sondern mit Hilfe von gestrichelten Markierungslinien direkt auf die Fahrbahn aufgebracht. Radfahrer und motorisierter Verkehr müssen sich also die Straße teilen. „Wenn wirklich mehr Mobilität auf das Fahrrad verlagert werden soll, brauchen wir sichere und komfortable Radverbindungen.

Streifen solle visualisiert werden

Geschützte Radstreifen können Teil eines derartigen Angebots sein. Darüber hinaus sind die Erstellungskosten überschaubar“, so ADFC-Sprecher Klee. Einen geeigneten Straßenabschnitt für eine derartige Verkehrslösung sieht der ADFC Hanau in der Philippsruher Allee zwischen der Kinzigbrücke und der Konrad-Adenauer-Straße. Die zwei Autospuren seien mit über zehn Metern überbreit, der geteilte Fuß- und Radweg mit jeweils 1,25 Metern entspreche nicht mehr den aktuellen Normen. 

Die Aktion dauert rund eineinhalb Stunden und wird in Abstimmung mit Polizei und Ordnungsamt durchgeführt, wie Klee erläutert. Dazu werde ein rund 50 Meter langer Abschnitt im genannten Bereich abgesperrt. Für die Darstellung des Radschutzstreifens war laut Klee ursprünglich mal an einen Teppich samt Folie gedacht. Das erwartete Regenwetter mache dem aber einen Strich durch die Rechnung. Der Streifen soll nun mit Hilfe von Pylonen und rot-weißem Absperrband visualisiert werden.

Hintergründe zur Aktion

Natürlich hofft Klee bei der Werbeaktion auf Nachhaltigkeit. Sprich, dass der testweise aufgebrachte Radschutzstreifen durch einen permanenten ersetzt wird.

 

Die Aktion

Mitglieder des ADFC werden im Bereich der Philippsruher Allee zwischen Kinzigbrücke und Konrad-Adenauer-Straße am Samstag, 19. Oktober, zwischen 11 und 12.30 Uhr temporär einen geschützten Radstreifen einrichten, der ausgiebig getestet werden kann. Die Aktion läuft unter dem Motto #MehrPlatzfürsRad. 


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