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Alternative Antriebe: Busse und Müllabfuhr bald umweltfreundlich?

Hanau

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    Dem städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service soll das Forschungsprojekt helfen, vor Investitionen in alternativ angetriebene Fahrzeuge die Einsatzmöglichkeiten auf den Betrieb besser abschätzen zu können. Foto: PM

Hanau. Das Forschungsprojekt „SimCityNet“ soll Potenziale für alternative Antriebe bei Bussen und der Müllabfuhr aufzeigen.

Artikel vom 12. September 2019 - 11:16

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Hanauer Straßenbahn (HSB), Hanau Infrastruktur Service (HIS) und die Hanau Wirtschaftsförderung GmbH (HWG) haben laut Mitteilung unter Konsortialführerschaft der Hanauer Simulationsdienstleisterin SimPlan AG mit wissenschaftlicher Begleitung der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) ein zweijähriges Forschungsprojekt mit dem Titel „SimCityNet“ gestartet, das vom Land Hessen gefördert wird. Dabei geht es um das Erstellen eines digitalen Zwillings des Hanauer Straßennetzes, mit dessen Hilfe sich Potenziale von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben im öffentlichen Personennahverkehr und bei kommunalen Entsorgungsbetrieben simulieren lassen.

Mit dem digitalen Zwilling des Fahrbetriebs der HSB und der Fahrzeug-Einsatzplanung von HIS sollen unterschiedliche Szenarien untersucht und bewertet werden. Anwender des Werkzeugs könnten Verkehrsplaner und Fahrdienstleiter der kommunalen Betriebe sein. 

Digitalen Zwilling erstellen

Die HSB plane konkret mit Hilfe des digitalen Zwillings die Einsatzmöglichkeiten alternativ angetriebener Busse im Liniennetz zu untersuchen. Im Fokus stünden die Reichweite der Busse im Abgleich mit den täglich zurückzulegenden Leistungskilometern sowie das Erfordernis und die Verortung entsprechender Ladeinfrastruktur. Während die Linienwege weitestgehend vorgegeben seien, könnten die Leerfahrten mit Hilfe des neuen Systems flexibler gehandhabt werden, um Routen und Leerkilometer zu verringern und so einen Beitrag zur Kohlendioxidminderung zu leisten.

Der städtische Eigenbetrieb HIS sehe vor, den digitalen Zwilling zukünftig bei der Tourenplanung in der Abfallwirtschaft und bei der Straßenreinigung einzusetzen. Er soll zudem helfen, vor Investitionen in alternativ angetriebene Fahrzeuge die Einsatzmöglichkeiten und Auswirkungen auf den Betrieb besser abschätzen zu können. Darüber hinaus sei geplant, in Abstimmung mit Logistikdienstleistern die Infrastruktur speziell für die Zustellung auf der letzten Meile mit innovativen Konzepten zu simulieren und hierdurch zu praktikablen Lösungen zu kommen.

Anstieg bei den Paketen

Stadtrat Thomas Morlock sieht einen großen Vorteil in dem Projekt: „Mit Hilfe des digitalen Zwillings kann es uns zukünftig möglich sein, unsere Ideen in einem sehr frühen Stadium auf ihre Realisierbarkeit und ihre Auswirkungen hin zu untersuchen und so Fehlinvestitionen zu vermeiden.“ HIS-Betriebsleiter Markus Henrich bedenkt einen Aspekt besonders: In Hanau würden derzeit täglich rund 6700 Pakete ausgeliefert, in der Vorweihnachtszeit erhöhe sich die Menge um das Vierfache auf etwa 27 000 Pakete.

Ein weiterer Anstieg sei vorhersehbar und „eine Leitung der Logistikströme zwingend erforderlich“. Hier seien eine Verzahnung mit dem übrigen Verkehr und die Frage der Platzierung von Verteilerzentren im Stadtverkehr ebenso wichtig wie die Nutzung von Lastenrädern und E-Fahrzeugen für die letzte Meile. das



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