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Schlossplatz-Umgestaltung: Enttäuschung über Magistratsentscheid

Hanau

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    Der Verein Stadtbild sieht im Modell der Baugesellschaft (rechts) keine gute Lösung für den Schlossplatz und bevorzugt den historischen KCI-Entwurf. Visualisierungen: Baugesellschaft/Terramag/KCI

Hanau. In einer Mitteilung zeigt sich der Hanauer Ortsverband des Vereins Stadtbild Deutschland enttäuscht von der Entscheidung des Magistrats, bei der zukünftigen Schlossplatzbebauung den Entwurf von Baugesellschaft/Terramag zu favorisieren.

Artikel vom 27. August 2019 - 13:03

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Der Verein hatte schon vor dem Beginn des Konzeptvergabeverfahrens den Wiederaufbau des historischen Häuserensembles am Schlossplatz gefordert.

„Die historische Gestaltung darf als seltene Chance gesehen werden, ein letztes Stück Hanauer Altstadt wieder entstehen zu lassen. Daher war in den vergangenen Monaten die KCI-Invest mit ihrem vielbeachteten und besonders sensiblen Entwurf eines schöpferischen Nachbaus rund um das Kanzleigebäude unangefochten in der 'Pole Position'“, schreibt der Verein um seinen Vorsitzenden Reinhard Hühn.

Das Frankfurter Unternehmen habe viel Forschung, Expertise, Zeit und Geld in den Wettbewerbsbeitrag gesteckt, um Hanau ein Stück Altstadt wieder zurückzugeben. Überraschend seien auch die klangvollen Namen der voraussichtlichen Mieter und der lebendige Nutzungsmix.

Verein Stadtbild ist empört

Gerade deshalb habe es die überwiegende Öffentlichkeit sehr überrascht, als Oberbürgermeister Claus Kaminsky vermeldete, dass nun der zweitbeste Entwurf der Bietergemeinschaft Terramag/Baugesellschaft zum Zuge kommen soll. Der Verein Stadtbild ist „empört darüber und hält sowohl die Entscheidung als auch das ganze Vorgehen für völlig inakzeptabel. In den kommenden Wochen werden wir mit Informationen, Öffentlichkeitspräsenz und in den sozialen Medien dieser Entscheidung massiv entgegentreten“, heißt es.

Folgende drei Gründe sprächen vor allem gegen die Magistratsentscheidung: Der Entwurf von KCI sei der einzige, der eine behutsame Wiederherstellung des Altstadtquartiers zwischen früherer Erbsengasse und Wasserturm vorsieht. Ein Stück Hanauer Altstadt am früheren Residenzschloss würde wiederentstehen können. Diese Chance wäre nun für alle Zeiten vertan.

>> Mehr zum Thema Schlossplatz-Umgestaltung in unserem Dossier <<

Herz und Emotionen für die Hanauer Altstadt

Zudem käme KCI als Frankfurter Investor nach Hanau, um die Erfolgsgeschichte der Frankfurter Altstadt fortzuschreiben. Der Investor sei ein Familienunternehmen, „das mit Herz und Emotionen in die Hanauer Altstadt investieren will“, so Stadtbild. Interesse an der Hanauer Geschichte sei ihnen wichtiger als der reine Renditegedanke.

„Die KCI-Geschäftsführerin teilte uns mit, dass sie seither skeptisch sei, ob sie eine Chance hätte, gegen eine städtische Baugesellschaft zu bestehen. Herr Bieberle und andere städtische Verantwortliche hatten ihr eine faire Chance zugestanden. Es ist kein Wunder, wenn sich die KCI nun getäuscht fühlt und Investoren mit Sensibilität und Herz künftig einen Bogen um Hanau machen“, so Hühn. Dies werde sich in der Immobilienbranche herumsprechen, ist er überzeugt: „Ein schwerer Schaden für den Investitionsstandort Hanau.“

Resonanz in den sozialen Medien und viele Bürgerzuschriften

Und letztlich machten das klare Umfrageergebnis des HANAUER ANZEIGER, aber auch die Resonanz in den sozialen Medien und die vielen Bürgerzuschriften machen deutlich, „dass die Hanauer den historischen Entwurf der KCI eindeutig favorisieren“.

Der Magistrat hätte darauf eingehen sollen und zumindest eine zweite Bewertungsrunde zwischen KCI und der Bietergemeinschaft Terramag/Baugesellschaft einläuten müssen, um noch einmal zu evaluieren, findet Hühn. Noch sei die Chance dafür nicht vertan. Niemand könne bestreiten, dass diese Magistratsfavorisierung ganz klar am überwiegenden Wunsch der Hanauer Bürger vorbeigehe. das



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