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Kirchendelegation besucht griechisch-orthodoxe Gemeinde in Syrien

Region Hanau

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    Das sogenannte "Tal der Christen" wird für viele In Syrien zu einem Rückzugsort. Die Christen feiern offen und selbstbewusst, auch in politisch und sozial schwierigen Zeiten. Brinckmann-Weiß und Lückhoff trafen den leitenden Arzt der Klinik. Fotos: PM

Balamand. „Unsere Reise war ein Zeichen der Hoffnung für Menschen in Syrien“, sagte Dr. Martin Lückhoff, der Dekan des Kirchenkreises Hanau. „Wir haben vieles gesehen, was Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht.“

Artikel vom 26. August 2019 - 11:24

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Anfang August besuchte eine kleine Delegation der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW) Gemeinden und Einrichtungen der christlich-orthodoxen Kirche im nördlichen Libanon und in Syrien.

Die EKKW und die griechisch-orthodoxe Kirche von Antiochia verbindet seit fast 30 Jahren eine freundschaftliche Beziehung. Das Patriarchat von Antiochia bezeichnet sich als „rum-orthodox“, wobei „rum“ die arabische Wiedergabe von „rhomäisch“ (byzantinisch-griechisch) ist: es ist also das griechisch-orthodoxe Patriarchat arabischer Sprache.

EKKW unterstützt soziale Projekte in Syrien

Der Besuch von Martin Lückhoff, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises „Freundschaft mit der Rum-orthodoxen Kirche von Antiochia“, Landeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß, Dezernentin für Diakonie und Ökumene, und von Bischof Dr. Martin Hein galt den in Syrien lebenden Christen und den konkreten Projekten, die mit Unterstützung der Landeskirche und des Kirchenkreises gebaut und vorangebracht wurden und werden. 

So mache etwa der Bau des Krankenhauses mit finanzieller Unterstützung der EKKW gute Fortschritte. Auch bei Projekten, wie dem Bau eines Altenheimes könne die Diakonie Hilfestellung leisten, so Lückhoff. 

Erfahrungsaustausch im christlich-islamichen Dialog

Offiziell begrüßt und empfangen wurden die Vertreter der Landeskirche von Johannes X., dem Oberhaupt des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochia, in der Universität von Balamand. Die ‚University of Balamand‘ wurde 1988 von Patriarch Ignatius IV als eine freie, unabhängige uns säkular ausgerichtete Bildungseinrichtung mit einem theologischen Institut gegründet. 

In den ersten, intensiven Gesprächen im theologischen Institut in Balamand wurde vor allem erörtert, wie man in Kooperation mit dem Studienseminar Hofgeismar neue Akzente in der Ausbildung setzen könne. Die orthodoxen Kirchengemeinden in Syrien wiederum verfügten über 1400 Jahre Erfahrung im christlich-islamischen Dialog. Davon könne man sehr viel lernen. 

Bischof Hein und Patriach Johannes X. bekräftigten erneut, dass ihre Kirchen in Freundschaft verbunden blieben und man diese ausbauen will. Der Patriarch habe keinen Zweifel daran gelassen, auch künftig mit der ersten Bischöfin, Dr. Beate Hofmann, eng zusammenarbeiten zu wollen, so Dekan Lückhoff. 

"Es fehlt an Infrastruktur, Bildungseinrichtungen, an Arbeit und Gesundheit"

Überrascht war die Delegation vor allem darüber, mit welchem Selbstbewusstsein, mit welcher Freundlichkeit und Zuversicht die Christen in Syrien die großen Probleme zu meistern versuchen. „Es fehlt an Infrastruktur, an Bildungseinrichtungen, an Arbeit und an Gesundheit. Die politische Lage ist unübersichtlich. Viele junge Menschen verlassen die Region, weil sie hier keine Zukunft sehen“, sagte Lückhoff. „Deshalb können und wollen wir in Syrien einen friedlichen Beitrag leisten, der den Christen und der ganzen Gesellschaft zugutekommt.“

Das Land stehe zudem vor großen sozialpolitischen Herausforderungen. Viele alte Menschen seien auf sich gestellt, Altenheime würden gebraucht. „Hier können wir mit unserer jahrelangen Erfahrung helfen,“ sagte Lückhoff. 

Eine entscheidend wichtige Investition in die Zukunft der Region ist der Bau des Krankenhauses im „Tal der Christen“. Der Kirchenkreis hat hier das Notstromaggregat gespendet, damit Operationen auch bei Stromausfall durchgeführt werden können. Aktuell im Bau befindet sich eine kardiologische Abteilung, die einzige im Umkreis von 100 Kilometern. 

Aufbau des Krankenhauses ist großer Hoffnung verbunden

„Mit großer Freude haben wir gesehen, wie sehr Ärzte und Mitarbeiter sich dort im Krankenhaus engagieren.“ Der Aufbau der Kardiologie werde mit großer Hoffnung verbunden. Die starke Bautätigkeit an vielen Orten in der Region könnte ein Indiz für eine wirtschaftliche Erholung sein. 

In der politisch und sozial schwierigen Situation in Libanon und in Syrien gibt der Besuch aus Deutschland den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Die Menschen wissen, sie sind nicht vergessen, wir denken an sie und beten für sie. Aber dem Gebet muss auch materielle Hilfe folgen,“ sagte Dekan Lückhoff. Landeskirche und Kirchenkreis werden weiterhin die Kosten für etwa 80 bis 100 ärztliche Behandlungen im Krankenhaus für arme Menschen übernehmen. Wo Bedarf bestehe würde man weitere Projekte partnerschaftlich verhandeln. fmi

Weitere Informationen:
Freundeskreis: „Freundschaft mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochia“
Dekan Dr. Martin Lückhoff
E-Mail: Martin.Lueckhoff@ekkw.de
Kollekten und Spenden
Empfänger: EKKW
IBAN: DE33 5206 0410 0000 0030 00
(Evangelische Bank Kassel)
Verwendungszweck: 
Z 760000004



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