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Neubau statt Sanierung: Baugesellschaft soll Schlossplatz bebauen

Hanau

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    Tanzschule soll als Frequenzbringer fungieren: Nach dem Entwurf der Baugesellschaftsentwurf Hanau zieht die Tanzschule Berné in die Gebäude am Schlossplatz ein.Grafik: Baugesellschaft/Terramag

Hanau.  Am Schlossplatz sollen die städtische Baugesellschaft und das private Hanauer Planungsbüro Terramag das Kanzleigebäude sanieren und anstelle des benachbarten Hauses des Handwerks einen Neubau errichten.

Artikel vom 24. August 2019 - 10:47

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Das empfahl der hauptamtliche Magistrat dem Ortsbeirat Innenstadt sowie dem Struktur- und Umweltausschuss der Stadtverordneten jetzt in nicht öffentlicher Sitzung. Entwickelt werden soll der Schlossplatz danach ohne Parkplätze. Er soll steinern bleiben, während der Fronhof zwischen Kanzleigebäude und Nachbarbebauung viel Grün erhalten soll. Sowohl das Lamboyfest auf dem Platz als auch Kulturveranstaltungen im Fronhof sind möglich wie eh und je. Die Bauarbeiten sollen im Sommer 2020 beginnen, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky sieht in dem seit rund einem Jahr währenden Verfahren einen „deutlichen Beleg für die intensive fachliche wie inhaltliche Auseinandersetzung“. Die Entwürfe von der Bietergemeinschaft Baugesellschaft/Terramag, KCI und 3W hätten es verdient, bis ins Detail ausgeleuchtet zu werden. Alle drei hätten sich auch dank der öffentlichen Debatte beim Bürgerwochenende im vorigen März „deutlich weiterentwickelt“.

Grundgedanke des Wettbewerbs

Die Konzeptvergabe fußt auf den Grundgedanken des Wettbewerblichen Dialogs und des Innenstadtumbaus im Verlauf der letzten Jahre. Dazu gehöre die Erkenntnis, dass Hanau mit seiner Abfolge von fünf Plätzen vom Areal am Kanzleigebäude bis zu dem derzeit im Umbau befindlichen an der Wallonisch-Niederländischen Kirche über einen „städtebaulich besonderen Schatz“ verfüge, so Kaminsky weiter. Den gelte es gebührend zu pflegen.

Die Stadtverordneten hätten mit ihrem Beschluss vom Juni 2018 der Konzeptvergabe bewusst den Vorrang vor einem Bieterverfahren für die Gestaltung der Schlossplatz-Westseite gegeben. Denn es gehe nicht darum, den Höchstpreis beim Grundstücksverkauf zu erzielen. Vielmehr seien von Anfang an Kriterien für den Zuschlagsvorschlag vorgegeben gewesen. 

Unter den Bewertungskriterien, welche die Bieter zu beachten haben, wiegt das Nutzungskonzept mit 30 Prozent, städtebauliches Konzept und Architekturkonzept/Denkmalschutz mit je 15 Prozent sowie mit je fünf Prozent für Freiflächenkonzept, Verkehrskonzept und Mobilität, Ökologie und Klimaschutz, zehn Prozent für den Realisierungszeitraum und 15 Prozent für die Vertragsstruktur.

Beratung zur Gewichtung

Bei der Beratung über städtebauliche Gewichtung und Architektur unterstützte der Hanauer Architekt Rainer Krebs die Stadt. Er und Stadtentwickler Martin Bieberle befanden, dass für die Beurteilung des Schlossplatzes die Zäsur der Kriegszerstörung 1945 entscheidend sei und nicht der städtebauliche und architektonische Zustand zuvor. Mittlerweile sei die Altstadt als Ensemble denkmalgeschützt. Mit dem 2003 eröffneten Congress Park Hanau habe sich der östliche Schlossplatz „modern weiterentwickelt“, nun gehe es auf der Westseite entsprechend weiter.

Als „leitende Idee“ bei der Konzeptvergabe stellt der OB die Mischung aus Wohnen, Arbeiten und kultureller Nutzung in den Vordergrund. Das sei der Bietergemeinschaft Baugesellschaft/Terramag „besonders überzeugend gelungen“ mit Wohnungen, dem neuen geplanten Dienstsitz des Planungsbüros, Ausschöpfen von Wohnraum und der Tanzschule Berné als „Frequenzbringer für den Schlossplatz“. Die beiden Mitbewerber KCI und 3W hätten ebenfalls gute Entwürfe geliefert, wobei 3W die Debatte über ein nötiges neues Hotel in Hanau wieder auf die Agenda gebracht habe.

Ein jährlicher Erbbauzins

Die Stadtverordnetenvorlage sieht einen jährlichen Erbbauzins für das 1497 Quadratmeter messende städtische Grundstück des Kanzleigebäudes von 19 800 Euro vor. Das insgesamt 2352 Quadratmeter große Areal des Hauses des Handwerks will die Stadt für 470 000 Euro verkaufen und hat dafür zuvor die Bewertung des Gutachterausschusses des Main-Kinzig-Kreises eingeholt.

Kaminsky freut sich nun über den weiteren öffentlichen Diskurs über dieses Stück Stadtentwicklung. Nun gehe es um den „letzten großen Baustein des Stadtumbaus, der die Altstadt weiter aufwertet“. Dafür sorgten neben der Umgestaltung auf der Schlossplatz-Westseite auch das Haus des Jugendrechts mit Gastronomie auf der Südseite und das Umwidmen der Graf-Philipp-Ludwig-Straße dort als Fußgängerzone bis zum Altstädter Markt .ju



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