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Rasenmäher der besonderen Art: Zehn Jahre Przewalski-Pferde

Großauheim

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    Die seltenen Urwildpferde haben es sich in Großauheim über die Jahre gemütlich gemacht. Dort finden sie optimale Bedingungen. Foto: PM

Großauheim. Das einstige US-Army-Trainingsgelände „Campo Pond“ in Großauheim hat sich über die Jahre hinweg zu einem einzigartigen Biotop mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. 

Artikel vom 22. August 2019 - 11:14

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Dazu haben auch die seltenen Przewalski-Wildpferde beigetragen, die das Gelände beweiden und so dafür sorgen, dass die Offenlandflächen nicht überwuchert werden.

In diesem Jahr jährt sich die Ankunft der ersten Przewalski-Pferde bereits zum zehnten Mal. Anlässlich dieses Jubiläums findet am Sonntag, 25. August, von 15 bis 18 Uhr ein großer Campo-Pond-Tag auf dem Gelände statt, kündigt die Stadt Hanau in einer Mitteilung an. An diesem Tag können sich die Besucher an Stationen über die Pferde, Fledermäuse, Insekten und Pflanzen sowie über das Leben in der Mongolei und in einer mongolischen Jurte informieren und alles über das nachhaltige Beweidungsprojekt erfahren.

Im Sommer 2009 errichtete der Bundesforst die erste rund 26 Hektar große Pferde-Koppel auf dem Gelände, wird in der Mitteilung zurückgeblickt. Um Platz für weitere Tiere zu schaffen, baute der Bundesforst ein Jahr später eine zweite gleich große Koppel, die mit der ersten durch einen Durchgang verbunden ist.

Eintreffen im September 2009

Im September 2009 war es dann soweit und die ersten fünf Przewalski-Stuten erreichten Campo Pond. Weitere Pferde kamen dann ein Jahr später 2010 nach Hanau, um die Herde zu vergrößern.

Im Juli 2013 kam dann Fury nach Hanau, um dort seinerzeit als Zuchthengst für Nachwuchs zu sorgen, nachdem zuvor drei Stuten nach Gießen umgesiedelt worden waren, da sie zu eng mit Fury verwandt waren, um mit ihm Nachwuchs zu zeugen. So kam es, dass am 23. Juni 2014 das erste Hengstfohlen Oleg auf Campo Pond das Licht der Welt erblickte. Und Oleg blieb nicht das einzige Fohlen. Ein Jahr später sorgte Fury gleich dreimal für Nachwuchs und die beiden Stuten Pepper und Priska sowie Hengst Pavel kamen auf Campo Pond zur Welt.

Inzwischen wurde Fury in ein anderes Beweidungsprojekt nach Gießen umgesiedelt, wo er ebenfalls für reichlich Nachwuchs gesorgt hat.

Ein weiterer Meilenstein ereignete sich im Frühjahr 2019, als die beiden auf Campo Pond geborenen Stuten Pepper und Priska ihre große Reise in die Freiheit angetreten haben. Die beiden Tiere wurden vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Auswilderung in der Westmongolei, dem ursprünglichen Lebensraum der Przewalski-Pferde, ausgewählt. Aktuell befinden sich die Tiere noch in einem Außengehege in der Nähe des Prager Zoos, wo sie nach einer Übergangsphase gemeinsam mit weiteren Pferden in einen Nationalpark zu zirka 240 anderen, frei lebenden Przewalski-Pferden in der Mongolei gebracht werden sollen.

Ehemalige Leitstute verstorben

Neben den erfreulichen Ereignissen gab es zuletzt auch traurige Nachrichten vom Beweidungsprojekt. Im März dieses Jahres verstarb die fast 29-jährige ehemalige Leitstute Barioja, die von Beginn an auf Campo Pond lebte und die Herde über viele Jahre hinweg angeführt hat.

Aktuell leben die drei Stuten Ginger, Galinka und Jana sowie Hengst Pavel auf dem Gelände. Für die kommenden Monate ist geplant, die Herde mit zusätzlichen Tieren wieder zu erweitern, um für eine optimale Beweidung des Geländes zu sorgen. Laut Aussage des Bundesforsts besteht auch die Möglichkeit, dass der ehemalige Zuchthengst Fury wieder nach Hanau zurückkommt. In den kommenden Monaten soll die Herde wieder mit Tieren aus anderen Beweidungsprojekten des Bundesforsts aufgestockt werden, um die Pflege des Fauna-Flora-Habitats weiter zu gewährleisten.  cd



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