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Schlossplatz-Entscheidung naht: Investoren haben nachgebessert

Hanau

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    Der Schlossplatz früher (unten): So sah der Platz vor seiner Zerstörung im Krieg aus. Der Schlossplatz heute: Das "Haus des Handwerks" (Mitte, mit Verbindungsbrücke zum Kanzleigebäude) wird in allen Entwürfen der Abrissbirne zum Opfer fallen. Fotos: Robert Göbel/Verein Stadtbild

Hanau. Der letzte große, noch fehlende Baustein des Hanauer Stadtumbaus, die Neugestaltung des Schlossplatzes, geht mit dem Vergabeverfahren in dieser Woche auf die Zielgerade.

Artikel vom 20. August 2019 - 11:23

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Von Robert Göbel

Im März wurden die ersten Entwürfe vorgestellt, im Frühsommer erfolgte eine Überarbeitung und in dieser Woche soll eine Vorentscheidung fallen, welcher der drei Bewerber für die Neugestaltung den Zuschlag erhält.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) will am Donnerstag seinen und damit den Vergabevorschlag der Verwaltungsspitze in einer nicht-öffentlichen Sitzung den Vertretern von Struktur- und Umweltausschuss sowie des Ortsbeirats mit Experten des Stadtplanungsamtes vorstellen. Welcher der drei möglichen Entwürfe sein Favorit ist, bleibt noch bis zum Donnerstagabend sein Geheimnis.

Entscheidung Ende September

Danach beginnen die Beratungen über den Vergabevorschlag und die übrigen Entwürfe, ehe schließlich Ende September die Stadtverordneten darüber entscheiden, ob sie den Vergabevorschlag der Verwaltungsspitze annehmen oder einem anderen Bewerber den Zuschlag erteilen wollen.

Wir haben auf dieser Doppelseite noch einmal die drei überarbeiteten und zur Auswahl stehenden Entwürfe für eine bessere Vergleichbarkeit auf einen Blick zusammengestellt. Allen drei Entwürfen gemein ist, dass künftig die Parkplätze auf Schlossplatz und Fronhof wegfallen werden. Das war eine Vorgabe der Stadt, ebenso wie der Wunsch, dass eine Mischung aus Wohnen/Hotel, Läden, Gastronomie sowie kulturellen Einrichtungen an dieser Stelle entstehen soll. 

Die Neugestaltung des eigentlichen Schlossplatzes vor dem alten Kanzleigebäude ist übrigens nicht Gegenstand des Ausschreibungs- beziehungsweise Vergabeverfahrens. Den Zuschlag wird nicht der höchstbietende Bewerber erhalten, sondern derjenige „mit dem besten Konzept“. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Wettbewerbsgewinner dann im Sommer 2020 mit den Bauarbeiten beginnen.

Entwurf KCI

Bewerber KCI (Frankfurt) nimmt als einziger Investor die Grundrisse der Vorkriegszeit an und plant eine historisierende Bebauung. Im überarbeiteten Konzept gibt es eine veränderte Nutzung für das Kanzleigebäude: Dort sollen im Obergeschoss Seminarräume entstehen, im Erdgeschoss sind „Event-Räume“ und ein ebenso anmietbarer Saal geplant.

Der Lageplan: Der neue Gebäudekomplex, für den das „Haus des Handwerks“ weicht, ragt beim Entwurf von Investor KCI sehr weit in den Schlossplatz hinein und reicht bis zur Straßenführung. Grafiken: Architekturbüro Gerstner/Kaluza

Brauerei-Lokal, ein Café und Wohneinheiten: Mit der Bezugnahme auf die historischen Grundrisse der Altstadt will die Investorengemeinschaft KCI von allen drei Bewerbern mit 5500 Quadratmetern Geschossfläche das größte Neubauvorhaben umsetzen. Die Fassaden sollen die historischen Vorbilder aufnehmen. Markantes Gebäude soll eine Brauereigastronomie werden, die als Fachwerkhaus mit verglasten Giebeln bis in Höhe der Straßenführung entsteht. Zwischen Erbsengasse und Fronhof sollen Gewerbeeinheiten, ein Café und Wohnungen oder Hotelnutzungen in den Obergeschossen entstehen.

Historische Vorbilder: Links der Blick in die frühere Erbsengasse, rechts die vom KCI-Architektenbüro geplante Neubebauung.

 

Entwurf 3w Immobilien

Hotel, Tagungsräume und Gastronomie plant 3w Immobilien (Wiesbaden) auf dem Schlossplatz. Im nachgebesserten Entwurf hat der Investor keine Änderung an der Nutzungskonzeption vorgenommen, die architektonische Ausgestaltung aber in neuen Grafiken (oben und unten) konkretisiert. Für den Schlossplatz selbst schlägt der Investor als Blickfang einen Springbrunnen vor. Das alte Kanzleigebäude soll Gastronomie- und Tagungsräume erhalten.

Der Lageplan: So stellt sich Hotel-Investor 3w (die Grafik links zeigt den ersten Entwurf) die Anordnung der Bauten vor. Der Schlossplatz mit dem Springbrunnen soll zu einem Treffpunkt werden. Grafiken: 3w Immobilien

Hotel, Tagungsräume und Gastronomie: Die Projektentwicklungsgesellschaft 3w plant mit einer überwiegenden Hotelnutzung. Anstelle vom „Haus des Handwerks“ sowie im rückwärtigen Bereich der Münzgasse soll ein „Design-Hotel“ in der Größenordnung von 100 bis 150 Zimmer entstehen. Im Kanzleigebäude würde im Erdgeschoss Gastronomie Einzug halten, im Obergeschoss sind Konferenzräume, Businesscenter und Tagungsräume vorgesehen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Congress Park ist erklärtes Ziel.

Blick vom Fronhof aufs Hotel: Investor 3w hat die architektonische Darstellung seines Entwurfs konkretisiert. So soll sich das geplante Hotel in die historische Bausubstanz einfügen.

 

Entwurf Baugesellschaft

Die städtische Baugesellschaft Hanau und das private Planungsbüro Terramag haben in ihrem nachgebesserten Entwurf die Höhe des Neubaus, der anstelle vom „Haus des Handwerks“ (Mitte) entstehen soll, verringert, um dem Gebäude etwas an Dominanz zu nehmen. Das Kanzleigebäude (rechts) erhält statt Lichtbändern nun Gauben.

Der Lageplan: Die Neubauten bleiben zum Schlossplatz hin in der Flucht vom heutigen „Haus des Handwerks“ und orientieren sich an den Grundrissen der Nachkriegszeit. Grafiken: Baugesellschaft/Terramag

Gastronomie, Büros, Wohnungen und eine Tanzschule: Die Bietergemeinschaft Baugesellschaft/Terramag plant eine moderne Neubebauung mit Nutzungen für Gastronomie, eine Tanzschule, ein Event-Lokal und Wohnungen. Im Erdgeschoss des alten Kanzleigebäudes sollen Tagungsräume für Vereine und Unternehmen entstehen, im Obergeschoss sind Büroräume für die Firma Terramag vorgesehen. Der Neubautrakt an der Münzgasse soll eine Tiefgarage erhalten. Die Pläne stammen von Architekt Stefan Forster, der auch den Neubau an der Französischen Allee entworfen hat.

Blick vom Fronhof auf die Neubauten: Im linken Gebäudeteil soll unter anderem Gastronomie Einzug halten, im rechten eine Tanzschule. 



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