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Griffel, Kohle, Kako: HA-Leser erinnern sich an ihre Einschulung

Region Hanau

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    Karin Hovebitzer (links), Birgit Führer (mitte) und R. Bechthold haben ihre Erinnerungen mit uns geteilt. Fotos: Privat

Region Hanau. Seit einer Woche hat die Schule wieder angefangen. 3743 Kinder in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis hatten am Dienstag ihren allerersten Schultag. Auch mit Schultüte und doch unter ganz anderen Bedingungen haben diesen Tag die Schüler vor über 50 Jahren erlebt. Drei HA-Leser erinnern sich.

Artikel vom 16. August 2019 - 12:32

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Wir haben uns auf Facebook und WhatsApp umgehört, wie unsere Leser bei ihrer eigenen Einschulung diesen besonderen Tag erlebt haben. In beiden sozialen Netzwerken haben wir die Leser darum gebeten, ihre Fotos und Erinnerungen mit uns zu teilen. Drei besonders schöne Bilder haben wir ausgewählt und möchten die Geschichten dazu erzählen. 

Karin Hovebitzer kam 1952 in die Brüder-Grimm-Schule und erinnert sich gerne daran zurück: "Das war eine schöne Zeit. Ich wurde mit fünf Jahren eingeschult, weil ich so groß war. Wir haben noch mit Tafel und Griffel geschrieben und bekamen in der Pause Kakao und ein Brötchen von der Schule", schreibt sie. 

Der Inhalt riesiger Schultüten

Da ihr Vater bereits früh verstorben war, blieb nicht viel Geld in der Familie übrig, denn Hovebitzer hatte noch zwei Geschwister. Deshalb war ihre große Schultüte nur halb voll: "Zur Hälfte war sie mit Holzwolle gefüllt, dann waren da noch ein paar Äpfel, Schokolade und ein Päckchen Malstifte." 

In ihrer Klasse war damals kein einziger Junge und sie wurden bis zur vierten Klasse in einer Notbaracke unterrichtet. Im Winter musste jeder Briketts mitbringen, damit das Klassenzimmer mit einem Kohleofen beheizt werden konnte. Erst ab der zweiten Klasse haben sie dann mit dem Bleistift ins Heft geschrieben. 

Ganz anders war der erste Schultag für Birgit Führer: "Woran ich mich sehr lebhaft erinnere, ist, dass meine Oma mir helfen musste, meine große und schwere Schultüte zu halten, weil ich ein schwächliches Kind war." Sie wurde 1966 eingeschult. "Das ist schon so viele Jahrzehnte her, dass ich leider nicht mehr viel davon weiß."

Lästige Fotos und jede Menge Aufregung

Richard Bechthold war sehr aufgeregt, als er 1953 zum ersten mal in die alte Geibelschule in Kesselstadt ging. Und damit war er nicht alleine. "Die ganze Familie war aufgeregt.", schreibt er. "Ich erinnere mich noch an das lästige Fotografieren, aber an nicht viel mehr." 

Viele Fotos gibt es jetzt sicher auch von den diesjährigen Erstklässlern. Wir hoffen, dass sie diesen Tag in guter Erinnerung behalten werden und wünschen ihnen einen guten Start in ihre Schulzeit. jj



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