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Forstamt mahnt: Augen auf beim Waldspaziergang!

Region Hanau

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    Geschädigte Äste könnten herunterfallen oder gar ganze Bäume umstürzen, warnt das Forstamt. Bei einem Waldbesuch müsse man daher erhöhte Vorsicht walten lassen. Foto: PM

Region Hanau. Das Dürrejahr 2018 hat dem Wald stark zugesetzt. Bereits seit dem vergangenen Jahr befallen Borkenkäfer und Pilze mit bisher nicht da gewesener Aggressivität Nadelwälder. Nun zeigen auch die Laubbäume, wie sehr sie unter der Dürre gelitten haben und sterben ab. 

Artikel vom 09. August 2019 - 09:13

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Durch absterbende Bäume steigen laut Mitteilung von HessenForst auch die Gefahren im Wald. Trockene Äste oder ganze Bäume könnten schon bei leichtem Wind zu Boden stürzen. Beim Waldbesuch sei besondere Vorsicht geboten.

„Wir hatten bereits nach der letztjährigen Dürre befürchtet, dass wir in diesem Jahr auch bei Buchen und anderen Laubbäumen Probleme beobachten müssen – doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der jetzt Schäden auftreten und Bäume sterben, überrascht uns“, wird Forstamtsleiter Christian Schaefer des Forstamts Hanau-Wolfgang in der Mitteilung zitiert. „Es beginnt in der Baumkrone – nach dem Austrieb der Blätter im Frühjahr wurden erste Stellen trocken und binnen weniger Wochen starben die Bäume ab“, schildert Schaefer die kritische Lage in seinem Forstamtsbereich.

Baumsterben in ganz Hessen zu beobachten

In ganz Hessen sei dieses Baumsterben zu beobachten. Wurzeln würden durch die ausgetrockneten Böden geschädigt, die Rinde teilweise durch die starke Sonneneinstrahlung verbrannt. Am Ende seien es Pilze, die den geschwächten Bäumen das Leben kosten.

Die Pilze zersetzten das Holz und machten es brüchig. Je nach Befall brächen dann Kronenteile oder auch ganze Stämme ab. Forstamtsleiter Schaefer ist besorgt: „Dadurch entstehen Gefahren, die allen Waldbesuchern bewusst sein müssen. Nur entlang öffentlicher Straßen und an Park-, Spiel- oder Grillplätzen beseitigen wir akute Gefahren schnellstmöglich. Innerhalb des Waldes, auch auf den Waldwegen geschieht das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr.“

Wer sich im Wald bewegt, sollte deshalb immer auch den Blick nach oben richten und sich nicht unter trockenen Baumkronen aufhalten. „Gefahrlos ist es im Wald nie, aber in diesem Jahr ist das Betreten der Wälder leider deutlich gefährlicher geworden.“

Borkenkäfer und Pilze bereiteten große Probleme. Die Borkenkäfer seien in diesem Jahr weiterhin ein Riesenproblem an der Fichte. Nach dem milden Winter böten sie jetzt – bei warmen Temperaturen und noch immer trockenen Waldböden – geschwächten Fichtenwäldern gute Vermehrungsgrundlagen und brächten die Fichten reihenweise zum Absterben. Unter den Kiefern breite sich der Diplodia-Pilz aus, der Rußrinden-Pilz setzt dem Ahorn zu, Eschen leiden weiterhin am von Pilzen verursachten Triebsterben. Viele der betroffenen Bäume gingen an den Pilzen zugrunde.

Bersorgt um die Lage des Waldes

„Seit Monaten machen wir alles, was in unserer Macht steht, um den Wald zu erhalten. Doch die Situation ist einfach extrem“, schildert der Forstmann die Lage besorgt. „Jeden Tag kommen erneut betroffene Bäume hinzu. Wir kommen an unsere Kapazitätsgrenzen.“ Seit Jahrzehnten arbeite Hessen Forst am Umbau der Wälder und setze auf klimastabile Mischwälder. Die jetzt entstehenden Kahlflächen würden aber den geplanten Waldumbau erschweren.

„Zunächst benötigen wir genügend Baumsamen, um kleine Sämlinge in ausreichender Menge anzuziehen“, legt Schaefer dar. „Zum Glück haben wir in Hessen noch die Samendarre bei uns in Hanau-Wolfgang, sodass wir einen guten Vorrat an Baumsamen aus vorangegangenen Jahren vorrätig haben.“

Die anstehende Wiederaufforstung der Freiflächen werde noch schwierig genug. Denn junge Waldbäume müssten aufwendig von der Konkurrenzvegetation aus Gras, Brombeeren und Adlerfarn befreit werden, um zum klimarobusten Mischwald der Zukunft heranwachsen zu können, heißt es abschließend in der Mitteilung von Hessen Forst.  cd



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