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Sportsfield-Wohnareal: Hahn (FDP) und Raabe (SPD) gegen Abriss

Hanau

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    Ein Abriss wäre "gegen den gesunden Menschenverstand": In Bezug auf das Sportsfield-Areal herrscht Einigkeit zwischen dem SPD-Bundespolitiker Dr. Sascha Raabe und dem FDP-Landesvertreter Dr. Jörg-Uwe Hahn. Luftbild: Axel Häsler

Hanau. Bei ihrem Vorhaben, das Areal Sportsfield Housing dauerhaft als Wohngebiet zu erhalten, bekommt die Stadt Hanau weitere Unterstützung aus den Reihen der Politik. 

Artikel vom 08. August 2019 - 10:19

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Der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Jörg-Uwe Hahn und der Bundestagsabgeordnete der SPD Dr. Sascha Raabe sprechen sich in Mitteilungen ebenfalls gegen den Abriss der 22 Häuser aus. Zuvor hatte sich bereits Landrat Thorsten Stolz (SPD) auf die Seite der Stadt Hanau gestellt.

„Mit gesundem Menschenverstand kann man niemanden erklären, warum diese Häuser abgerissen werden sollen. Hier haben jahrzehntelang Familien der US-Soldaten gut gewohnt“, so der für den Wahlkreis Hanau zuständige SPD-Politiker Raabe in seinem Statement. Er werde sich „in deutlichen Schreiben“ an Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wenden. Zudem werde er bei den zuständigen Experten der SPD-Bundestagsfraktion um Unterstützung werben. 

Konzept mit "planungsreichen Denkanstößen"

Die 22 Häuser mit knapp 400 Wohnungen wurden wie berichtet für die Unterbringung von Flüchtlingen erst kürzlich mit Millionenaufwand modernisiert. Das Problem: Ein offizieller Bebauungsplan für Sportsfield Housing existiert nicht, und aus Gründen des Immissionsschutzes ist eine nachträgliche Ausweisung wegen der Geruchs- und Lärmbelästigung durch das benachbarte Reifenwerk der Firma Dunlop nicht möglich. In der bevorstehenden Novellierung des Baugesetzbuches sieht die Stadt Hanau eine Chance, den Abriss zu verhindern.

Zu diesem Zweck hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) an die Minister von Bund und Land Hessen ein 36 Seiten umfassendes Konzept mit „planungsrechtlichen Denkanstößen“ geschickt. Diese Ideen sieht man im hessischen Wirtschaftsministerium kritisch. Eine „Aufweichung des Immissionsschutzes“ sei nicht geeignet, um die Situation auf dem angespannten Wohnungsmarkt zu entspannen, hieß es Mitte Juli auf eine Anfrage unserer Zeitung.

Urbanes Wohnen in der Nähe von Verkehrsachsen und Industriebetrieben

Dennoch betont Raabe nun: „Der Gesetzgeber muss hier flexibler werden. Es ist völlig unsinnig, dass bestehende Häuser im innerstädtischen Bereich geopfert werden sollen, während viele Menschen verzweifelt nach bezahlbaren Wohnungen suchen.“ Die Verantwortlichen um Oberbürgermeister Kaminsky könnten am besten abwägen, wo urbanes Wohnen auch in der Nähe von Verkehrsachsen und Industriebetrieben möglich sei.

Das an die Dunlop angrenzende Freigerichtviertel sei schließlich auch seit Jahrzehnten als beliebter Wohnort geschätzt. Wenn der Stadt Hanau mehr Instrumente zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eingeräumt werden, würden davon auch viele andere Kommunen mit ähnlichen Problemen profitieren, ist Raabe überzeugt.

Auch der FDP-Politiker und Vizepräsident des Hessischen Landtages, Dr. Jörg-Uwe Hahn, unterstützt das Bemühen des Magistrats der Stadt Hanau, die Gebäude auf dem früheren Kasernengelände zu erhalten. Zusammen mit René Rock hatte Hahn jüngst im Landtag eine sogenannte Kleine Anfrage an das zuständige Ministerium gestellt, die eine Weiternutzung des früheren Kasernengeländes thematisiert. Insbesondere wollten die Freien Demokraten wissen, wie Minister Tarek Al-Wazir die vier konkreten Vorschläge aus Hanau beurteilt, die sich dabei mit einer Reduzierung des bestehenden Immissionsschutzrechts befassen. 

Rechtssichere Möglichkeiten könnten geschaffen werden

In den Punkten Lärm- und Geruchsimmissionen sieht es Hahn genau wie Raabe: „Die Wohnungen wurden jahrzehntelang gut und gerne genutzt. Dass sie nun nicht mehr nutzbar sein sollen, ist nicht nachvollziehbar. In nächster Nähe befindet sich das Freigerichtviertel, in dem sich viele Wohnblöcke, aber auch viele einzelne Häuser in direkter Umgebung des Dunlop-Standorts befinden, dessen Bewohner in den letzten Jahren kaum über Geruchsbelästigungen geklagt haben.“

Seit rund acht Jahren bemühten sich die Freien Demokraten vor Ort und seit vier Jahren auch auf Landesebene um eine Weiterverwendung der Gebäude, so Hahn. Die im Ortsbeirat Innenstadt und in Großauheim-Wolfgang arbeitenden FDP-Mitglieder und Stadtverordneten Marion Oberesch und Angelika Opfermann hätten sich von Beginn an für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum an dieser Stelle maßgeblich eingesetzt. Denn in Zeiten von stark steigenden Mieten sollte der bevorstehende Abriss von wertvollen Gebäude Ressourcen verhindert werden.

Es gebe durchaus gute Vorschläge, neue Wohngebiete mit anderen rechtlichen Vorgaben in die Baunutzungsverordnung einfließen zu lassen, sodass rechtssichere Möglichkeiten geschaffen werden könnten, so Hahn. Eindeutig sei auch, dass die FDP den Produktionsbetrieb in keinem Punkt zusätzlich belasten wolle. „Wir hoffen, dass sich die Landesregierung mit dem Vorstoß der Stadt Hanau schnellstens positiv auseinandersetzt, schließlich würde die Weiternutzung der fast 400 Wohnungen zu einer größeren Entspannung auf dem Wohnungsmarkt beitragen“, so Hahn abschließend. das



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