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Schlossbrand 1984: So erhielt Günter Rauch die Schocknachricht

Hanau

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    Ex-Kulturamtsleier Dr. Günter Rauch (rechts) im Jahr 2015 mit dem IGHA-Vorsitzenden Werner Bayer bei der Verleihung des Titels "Maitre de Secours" (Meister der Hilfe) - eine Auszeichnung Ehrungen für sein Lebenswerk und seine Leistungen für die Hanauer Altstadt. Foto: Galkowski

Hanau. Für einen schlechten Scherz hielt Kulturamtsleiter Dr. Günter Rauch den Anruf mit der Nachricht vom Brand in Schloss Philippsruhe. 35 Jahre später kann er sich noch gut an die Ereignisse erinnern. Eine Tatsache erstaunt ihn bis heute.

Artikel vom 07. August 2019 - 11:57

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An die Worte des Leiters der Hanauer Museen, Dr. Anton Merk, vom 7. August 1984 erinnert sich der ehemalige Kulturamtsleiter Dr. Günter Rauch genau: „Mein Lebenswerk ist zerstört.“ Rauch, der dieses Jahr 84 Jahre alt wird und über ein gutes Gedächtnis verfügt, kam vor 35 Jahren vom Essen in der Kantine in sein Büro im Haus des Handwerks zurück, als ihn ein Anruf erreichte: „Das Schloss brennt“. „Ich glaubte zunächst an einen Scherz“, sagte Rauch, der sich sofort auf den Weg machte.

Mit dem damaligen Oberbürgermeister Helmut Kuhn, Merk und Anton Schaffer-Hartmann (später Leiter der Hanauer Museen und damals schon dort beschäftigt) stürmte Rauch ins Schloss, um die Kunstschätze zu retten. „Stadtbrandinspektor Zeiger schrie irgendwann: Alles raus hier.“ Ein Fotograf der Bild-Zeitung fotografierte während der Löscharbeiten, wie Rauch und Kuhn ein Bild von der Wand abhängten, alles wuselte nach Rauchs Schilderung umher wie in einem Ameisenhaufen.

„Wir waren später wirklich erstaunt“

Die Kunstexperten sorgten sich, dass das Feuer und das Löschwasser die Kunstschätze zerstören würde. So brachten sie, unterstützt von US-Soldaten, Feuerwehrleuten und Bereitschaftspolizisten, alles ins Freie und lagerten es auf der Wiese und dem Rondell vorm Schloss, dessen sie habhaft werden konnten.

„Wir waren später wirklich erstaunt“, sagt Rauch. „denn es ist viel mehr gerettet worden, als wir in unseren kühnsten Träumen zu hoffen gewagt hätten“. Restauratoren aus Kassel hätten vom Löschwasser beschädigte Bilder durch Tiefgefrierung vor dem Schlimmsten bewahren können.

Auch ein Gemälde vom einstigen Zeichenakademie-Direktor Pelissier, das durch die Hitze zusammengeschrumpft ausgesehen habe wie ein angebrannter Pfannkuchen, habe wiederhergestellt werden können, zollt Rauch den Restauratoren große Anerkennung. „Die Brandversicherung hat uns damals ganz toll unterstützt.“ ju



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