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"StrassenEngel" setzen auf "Urban Gardening" am Nordbahnhof

Hanau

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    "Urban Gardening": Sabine Assmann und ihre Mitstreiter vom Verein "StrassenEngel" haben momentan eins im Blick: das "Urban Gardening" auf der Trockenwiese, auf die sie zeigen.  Fotos: Rainer Habermann/PM

Hanau. Eins muss man ihr lassen: Sabine Assmann ist immer für eine gute Idee zu haben, wenn es um die Versorgung und Beschäftigung ihrer Klienten geht: Wohnsitzlose. Sie ist die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „StrassenEngel“ mit seinem Domizil am Nordbahnhof. 

Artikel vom 04. August 2019 - 15:41

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Von Rainer Habermann

Sein Leitmotiv: „Menschenwürde gilt für alle“. Jetzt hat der „blonde Engel“ des Vereins grünes Licht bekommen von der Deutschen Bahn AG für ein ganz besonderes Projekt neben den Gleisen auf dem Bahnhofsareal: „Urban Gardening“.

Zu gut Deutsch bedeutet dies die kleinräumige, gärtnerische Nutzung kommunaler Flächen innerhalb von urbanen Siedlungsgebieten. „Wir haben es mit unserem Putz- und Räumdienst, den Vereinsmitglieder und Wohnsitzlose täglich gemeinsam leisten, schon geschafft, aus dem ehemals völlig verdreckten und mit Müll übersäten 'Schmuddelbahnhof' im Hanauer Norden einen der saubersten Bahnhöfe überhaupt in der Brüder-Grimm-Stadt zu machen“, lächelt Assmann.

„Jetzt wollen wir einen weiteren Schritt gehen. Wir möchten die vertrocknete Graswüste am Eingang etwas mit Leben füllen und auf Hochbeeten, die wir aus Paletten zusammenzimmern wollen, das pralle Leben gestalten.“

Assmann startet dieses Projekt gemeinsam mit Jutta Lehnert vom Verein, die das Organisatorische etwas im Auge behalten will. Denn gebraucht wird für solche Hochbeete vieles. Unter anderem Holzpaletten, sogenannte „Euro-Paletten“. Mit anderen, unterschiedlichen Größen dieser im internationalen Verkehr standardisierten Paletten umzugehen wäre wohl für die handwerklich versierten Helfer des Vereins ein Unding. Schiefe und schräge Hochbeete: Das wäre allenfalls für „Hundertwasser“-Fans ein Ding.

Verein hofft auf Unterstützung

Diese Paletten sollen zusammengenagelt, abgedichtet und mit einer Bodenplatte versehen Hochbeete ergeben. Dafür braucht man auch Teichfolie zum Sichern der Erde gegen Herausfallen. Und ein kleiner Jägerzaun soll schließlich das gesamte Refugium umschließen, damit es zwar schön anzuschauen ist, aber kein „Selbstbedienungsladen“ für zufällige Passanten wird. Obwohl das natürlich kaum auszuschließen sein kann.

„Wenn uns jemand fertige Pflanzcontainer aus Holz spendet, wären wir natürlich auch total glücklich“, meint Assmann mit einem grandiosen Augenaufschlag. Aber so viel Spendenbereitschaft etwa von Garten- oder Baumärkten sollte man gar nicht verlangen: Es reicht, wenn Speditionen ausgediente Euro-Paletten nicht in den Wertstoffkreislauf zurückführen, sondern dem gemeinnützigen Verein „StrassenEngel“ stiften. 

Auf Spenden angewiesen

Sehr begehrt sind hier natürlich auch Teichfolie, Pflanzerde, Elemente für einen Jägerzaun, Rankgitter oder Spaliere. Ach ja: und Pflanzgut. Dies aber erst im kommenden Jahr, denn im August Gemüse zu pflanzen, ist wohl etwas optimistisch gedacht. Weinreben wären ebenso ein tolles Element am Nordbahnhof, meinen Assmann und Lehnert. Und ein kleines Träumchen hätten sie dann noch. „Ich weiß nicht, aber wäre es nicht toll, wenn Sie ein Gackern früh morgens am Bahnhof begrüßt und Sie vielleicht danach ein Ei in die Pfanne geklopft bekämen?“, grinst der „blonde Engel“ schelmisch.

Es ist eine Idee für die Zukunft. Denn inzwischen hat das „Klientel“ der „StrassenEngel“ eine solche beim Verein. Mithelfen beim Küchendienst, für die auch das Gemüse und die Kräuter aus dem „Urban Gardening“ hauptsächlich gedacht sind, ist für die Wohnsitzlosen, denen der Nordbahnhof eine Anlaufstelle bietet, mittlerweile (fast) eine Selbstverständlichkeit geworden. Der Verein wird nicht staatlich finanziert, er ist deshalb auf Spenden angewiesen.



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