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Kultoursommer: "Finale furioso" mit den Rodgau Monotones

Hanau

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    Seit mittlerweile über 40 Jahren sorgt die Band um Sänger Peter „Osti“ Osterwold (rechts, mit Gitarrist Joachim Becker) für Musik "made in Hessen". Fotos: Andrea Pauly

Hanau. Ein Konzert mit den Rodgau Monotones war schon immer eine Riesenparty – Mitsingen der schrägen, aber irgendwie poetischen Texte und ausgelassenes Tanzen – manchmal sogar im Pogo-Stil – inklusive. 

Artikel vom 30. Juli 2019 - 10:25

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Von Andrea Pauly

Dass sich dies auch nach über 40 Jahren nicht geändert hat, bewies die hessische Kultband nun beim „Finale Furioso“ des diesjährigen Hanauer Kultoursommers. Das knapp zweieinhalbstündige Konzert schien nicht nur das Publikum in einen Zustand euphorischer Glückseligkeit zu versetzen, auch die Musiker zeigten sich hellauf begeistert von ihrer Fangemeinde.

Dabei schien der Auftritt erst mal beinahe buchstäblich ins Wasser zu fallen, nachdem die Regengüsse während des Song Slams am Nachmittag das Open-Air-Publikum zum Großteil vertrieben hatten. Doch pünktlich zum Konzertbeginn beruhigte sich das Wetter. Außer ein paar Tropfen während des ersten Teils blieb es trocken und es kamen im Laufe des Abends immer mehr neue Besucher hinzu, sodass die Band schließlich, passend zur riesigen Bühne, eine ebensolche Zuhörerschaft vor sich hatte, die sich bis weit in den Park verteilte.

Fetter Gitarrensound

Im vergangenen Jahr feierten die Rodgau Monotones, die als hessischste aller Rockformationen gelten, bereits ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum. Mit „Erbarme, zu spät, die Hesse komme“ schenkten sie unserem Bundesland seinerzeit eine inoffizielle Hymne. Ihre größten Erfolge feierten die Monotones in den 80er Jahren, doch auch heute ist es noch längst nicht still um die Kultband geworden. 

Dem Blues, Boogie und markanten Rockriffs sind sie auch in eigenen Liedern bis zum heutigen Tag treu geblieben, wovon sich die Gäste, unter denen tatsächlich jede Altersgruppe – vom Kind bis zum Senior – vertreten war, bei Songs von ihrem letzten Studioalbum „Genial“ (2015) überzeugen konnten. „Vollgas“, „Mama Lauda“ (sprich „Mach’ mal lauter“), „Wie geil ist das denn“, „Wenn’s abgeht“, „Das macht uns keiner nach“ (mit dem Credo: Lieber laut als tot . . .) und „Immer noch Spaß“ demonstrierten den typischen „Rodgau Style“ mit treibendem Schlagzeug, stoischem Bass, fettem Gitarrensound, leidenschaftlichem Gesang und akzentuiertem Gebläse.

Parodie pur

Dafür sorgten Gitarrist und musikalischer Kopf Ali Neander, Saxophonist Matthias „Mattl“ Dörsam, Bassist Joky Becker, Gitarrist Raimund Salg, Schlagzeuger Jürgen „Mob“ Böttcher und allen voran die volle „Röhre“ von Sängerin Kerstin Pfau sowie der unnachahmliche und prägende Sound wie Auftritt von „Rampensau“ und Sänger Peter „Osti“ Osterwold. Beim ersten hessischen Seefahrerlied „Hundert Fässer grüner Soße“ im Santiano-Stil schunkelten die Zuschauer schon fleißig mit.

Parodie pur bot dann die deutsche Version vom „Night Of The Proms“-Klassiker „Music“, der bei den Monotones zu „Susi war die Höchststraf’“ aus der „Night Of The Prols“ wurde. Das Publikum erhielt per Zuwurf großzügig Hessen-Fähnchen und schwenkte diese hingerissen im Rhythmus hin und her, angepeitscht von der mitreißenden Bühnenanimation Kerstin Pfaus, deren „Frauenfeindliches AC/DC-Lied“ ebenfalls nicht fehlen durfte. Gitarrist Ali Neander und Saxophonist Matthias Dörsam gefielen mit ihren solistischen Einsätzen unter anderem bei der Bluesnummer „Normale Härte“. 

Zwischenzeitlich hatte die Band den großen Monotones-Fan Bernd Michel vom Veranstaltungsbüro der Stadt Hanau nach seiner Begrüßung nochmals auf die Bühne geholt, damit er bei einigen Songs ganz nah an der Truppe sein konnte und den gleichen Blick auf die wogenden Publikumsmassen hatte. „Erbarme, zu spät, die Hesse komme“ und „Highway to hell“, fast in der Originalversion – bis auf den kleinen Einschub „Wir wollen niemals auseinander gehn“ – ergänzten das wirklich furiose Finale des Hanauer Kultoursommers mit den Rodgau Monotones. „Hanau, ihr seid die Größten“ bedankte sich „Osti“ Osterwold bei den Fans, die aus dem Applaudieren nicht mehr rauszukommen schienen.



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