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Sommernacht im Kurpark: Selbst das Wetter verneigt sich

Hanau

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    Ein großes Familienfest: Bei der Sommernacht ist es üblich, dass die Besucher schon nachmittags mit Decken, Zelten, Stühlen und Pavillons eintrudeln. Hier die Wiese am Fuße des Karussells. Foto: Reinhard Paul

Hanau. Die europäische Idee, derzufolge gemeinsame Visionen, Zusammenhalt, Freundschaft und gute Teamarbeit zum Erfolg führen, funktionierte am Samstagabend zur Wilhelmsbader Sommernacht sogar beim Wetter: Die Gewitter und Regenfronten machten bis zum Konzertende einen Bogen um die Brüder-Grimm-Stadt. 

Artikel vom 29. Juli 2019 - 10:26

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Von Jutta Degen-Peters

So erlebten Tausende von Besuchern einen lauschigen Konzert- und Picknick-Sommerabend im Kurpark Wilhelmsbad und genossen die Stimmung und die der europäischen Idee gewidmete Musik der Neuen Philharmonie Frankfurt.

Gestern Morgen zeigte sich dann, wie fatal es hätte sein können, wenn die Regengüsse früher eingesetzt hätten: Auf dem Weg vom Parkplatz am Wilhelmsbader Bahnhof in Richtung Burgruine hatte es eine große Eiche aus den Wurzeln gehoben. Sie war umgestürzt und lag um kurz nach 7 Uhr auf der Wiese.

Mächtige Eiche umgestürzt

Die für die Sicherheit im Park zuständige Verwaltung Schlösser und Gärten, die im Vorfeld nach einer Begehung mit Flatterband eine kreisförmige Fläche um eine mächtige Eiche zum gesperrten Bereich erklärt hatte, war am Sonntagfrüh auch über den umgestürzten Baum informiert worden. Doch für die Absperrung sorgte dann kurzentschlossen Bernd Michel vom Veranstaltungsbüro. Denn gestern fanden ja im Park noch das Chorfestival und das Konzert der „Rodgau Monotones“ statt.

In der sicheren Gewissheit, dass sie einen vergnüglichen Abend verbringen würden, hatten die Besucher aus Hanau, Frankfurt, Gießen und ferneren Destinationen schon in den Nachmittagsstunden wieder Decken auf der Wiese ausgebreitet und ihre Picknickkörbe gut bestückt. Ganz gleich, ob auf der wollenen Kolter oder am mit weißer Damastdecke gedeckten und Rosen bestückten Tisch, die Vielfalt der Leckereien, die zu der Kultveranstaltung mit in den Park gebracht werden, sucht ihresgleichen. Sie reicht von gefüllten Teigtaschen über kunstvoll dekorierte Törtchen bis hin zu Quiches und Pasteten.

Dazu gab es Wasser, Chardonnay oder auch Champagner. Letzterer wurde auf den Sitzreihen vor der Bühne, wo 1664 Plätze zum Preis von zehn bis 15 Euro schon zwei Wochen vor Konzertbeginn ausverkauft waren, auch mal stilecht im silbernen Kelch genossen.

Vertretung für Kaminsky

Da Oberbürgermeister Claus Kaminsky noch in Urlaub ist, begrüßte Stadtrat Thomas Morlock die Besucher zur mit Unterstützung des  HANAUER ANZEIGER ausgerichteten Wilhelmsbader Sommernacht, darunter die CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert, mehrere Landtagsabgeordnete und Ex-OB Margret Härtel, mit den Worten „Guten Abend, Europa“.

Eingerahmt von Chefredakteur Robert Göbel vom HA, Martina Butz, der neuen Geschäftsführerin der Stadtwerke, und Dr. Ingo Wiedemeier als Chef der Sparkasse freute er sich sichtlich, dass er diese Worte von Wilhelmsbad aus in die Welt rufen durfte. Als versöhnlichen Ausblick hatte er fürs Publikum den Satz parat, dass Großbritannien durch die britische Musik immer zu Europa gehören werde. In diesem Sinne sei dieser Abend zu verstehen.

Am Ende des Freiluftkonzerts konnten sich die Zuhörer darüber freuen, dass sie einen kostenlosen Konzertabend ohne Regenunterbrechung genossen hatte. Die Vorgaben, die aufgrund der Dürre im Vorfeld ausgegeben worden waren, trübten ihren Spaß nicht. Anstelle von Teelichten mit offenem Feuer hatten sie elektrische Lichterketten und Leuchter mitgebracht. Kritik gab es in der Pause dann allerdings über die langen Schlangen an den Cateringständen und -zelten sowie vor den Toiletten. Angesichts von vielen Tausend Besuchern hätte sich mancher Hungrige mehr flinke Hände hinter den Theken gewünscht.



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