Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
heiter
17 ° C - heiter
» mehr Wetter

Auch Landrat ist für den Erhalt der 400 Sportsfields-Wohnungen

Hanau

  • img
    Kampf um Wohnblocks auf Sportsfield Housing: Für den Erhalt der 22 dem Abriss geweihten Wohnblocks in Hanau-Wolfgang setzt sich jetzt auch Landrat Thorsten Stolz ein und unterstützt damit OB Claus Kaminsky. Luftbild: Axel Häsler

Hanau/Gelnhausen. Landrat Thorsten Stolz unterstützt das Bemühen der Stadt Hanau, die Gebäude auf dem früheren Kasernengelände Sportsfield Housing zu erhalten. 

Artikel vom 26. Juli 2019 - 16:39

Anzeige

„In einer Zeit des Wohnungsmangels und der enorm steigenden Durchschnittsmieten ist es völlig unverständlich, dass Wohngebäude, die jahrzehntelang gut genutzt werden konnten, nun nicht mehr nutzbar sein sollen“, erklärte Landrat Thorsten Stolz. Kurzfristig könnten 400 zusätzliche Wohneinheiten zurück auf den Markt gebracht werden. Stattdessen drohe der Abriss, „das lässt sich schwerlich nachvollziehen, geschweige denn akzeptieren“, so der Landrat. 

Damit reagierte Stolz auf die ablehnende Haltung des Landes Hessen, dem Hanaus OB planungsrechtliche Vorschläge unterbreitet habe, um die Wohnungen zu erhalten. Diese waren mit dem Hinweis, „eine Aufweichung des Immissionsschutzes sei nicht geeignet“, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern, zurückgewiesen worden.

In Hanau-Wolfgang stehen auf dem einstigen Kasernengelände der US-Streitkräfte Sportsfield Housing Area 22 guterhaltene Wohnblocks, die für rund sechs Millionen Euro ertüchtigt wurden. (wir berichteten mehrfach). Sie dienten zunächst den US-Soldaten und ihren Familien als Unterkünfte. Derzeit werden einige der Blocks, die aktuell im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben stehen, noch zur Unterbringung für zuletzt 834 Flüchtlinge genutzt.

Wohnungen dringend gebraucht

„Rechtliche Hindernisse stehen einer Neunutzung im Wege, da der Abstand laut geltendem Baurecht zu den Werkshallen von Goodyear Dunlop zu gering ist und die Lärm- und Geruchsimmissionen zulässige Werte überschreiten könnten“, erklärt Stolz in einer Mitteilung. Er könne jeden Standortbürgermeister verstehen, in dessen Brust zwei Herzen schlagen, sagt der Landrat. Wohnungen würden dringend gebraucht und könnten hier in Kürze nutzbar gemacht werden, da wolle man alle Hebel in Bewegung setzen.

Gleichzeitig brauche man Rechtssicherheit, um vor der Projektentwicklung eines weiteren Wohngebiets dieser Größe, mit allen weiteren notwendigen Maßnahmen für die soziale Infrastruktur, kein zu hohes Risiko einzugehen. „Den rechtssicheren Ausweg aus dieser konkreten Situation kann nur der Gesetzgeber in Berlin und Wiesbaden weisen“, erklärt Stolz. 

Der Landrat hat sich daher nun, so wie zuvor schon Oberbürgermeister Claus Kaminsky, an die Bundesregierung und das Land Hessen mit der Bitte gewandt, die bau- und immissionsschutzrechtlichen Optionen konstruktiv im Sinne der stark wachsenden Rhein-Main-Region zu überprüfen. Die jeweiligen Minister für Wohnungsbau und Umwelt forderte er auf, die anstehende Novellierung des Baugesetzbuchs zu nutzen, um den Städten und Gemeinden eine leichtere Ausweisung und Entwicklung von Wohngebieten zu ermöglichen.

Höchste Güter der Bürger

„Es ist klar, dass die Gesundheit und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger höchste Güter sind, die es zu schützen und zu berücksichtigen gilt. Doch die Spielräume bei Grenzwerten und der Häufigkeit von Überschreitungen sollten sich die Gesetzgeber noch einmal vornehmen“, sagt Landrat Stolz. „Bevor im Rhein-Main-Gebiet neue Flächen gesucht, entwickelt und damit letzten Endes versiegelt werden, um auf das Bevölkerungswachstum zu reagieren, sollten die Möglichkeiten der Nachverdichtung und vor allem der Nutzung bestehender Wohnflächen wie in Hanau klar favorisiert werden.“

Vor knapp zwei Wochen hatten Kaminsky, Stadtentwickler Martin Bieberle, Rechtsanwalt Dr. Olaf Otting (Kanzlei Allen & Overy), sowie Raum- und Umweltplaner Lutz Krämer-Heid und Dr. Michael Denkel (Albert Speer und Partner) „planungsrechtliche Denkansätze“ zu einer Novellierung baurechtlicher Vorgaben vorgestellt und sich eine Abfuhr des Landes eingehandelt. ju



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.