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"Barber Angels" sorgen für frische Frisuren im Franziskus-Haus

Hanau

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    Frisch gestutzt: Mit seinen wohltätigen Aktionen hat sich das Bündnis der Friseure unter dem Namen „Barber Angels“ längst europaweit einen Namen gemacht. Foto: PM

Hanau. Waschen, schneiden, föhnen: Für einen Friseur-Besuch der etwas anderen Art sorgte kürzlich eine Abordnung der „Barber Angels“ im Hanauer Franziskus-Haus. Insgesamt zehn Mitglieder der wohltätigen Friseurs-Vereinigung statteten in ihren legendären Lederkluften der Einrichtung einen Besuch ab.

Artikel vom 24. Juli 2019 - 13:29

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 Ihre Mission: wohnungslosen Menschen kostenlos die Haare schneiden. 

Das Klappern der Scheren hängt in der Luft, vermengt sich mit dem leisen Summen des Rasierers, und so manche Haarsträhne fällt zu Boden: Mit geübten Handgriffen sorgten die Vollprofis der „Barber Angels“ vom Chapter Hessen unter Leitung von Zenturio Evren Esmer auch in Hanau für viele frische Frisuren. 

Mit seinen wohltätigen Aktionen hat sich das Bündnis der Friseure längst europaweit einen Namen gemacht. Und so freute sich nicht nur Einrichtungsleiter Rainer Broßmann über den Besuch der frisierenden Engel, sondern auch die Gäste und Bewohner des Franziskus-Hauses. „Manche sind am Anfang noch schüchtern, trauen sich dann aber doch“, verrät Mala‘ika von den „Angels“. Sie kümmert sich darum, dass bei den Besuchen der „Barber Angels“ alle formellen Dinge erledigt sind, sodass die Friseurinnen und Friseure ihrer Arbeit nachgehen können.

Für jeden, der zum Haare Schneiden kam, hatte sie außerdem noch ein Geschenketütchen“, gefüllt mit verschiedenen Hygieneartikeln parat. „Unsere Gäste waren begeistert von der freundlichen Art und der handwerklichen Geschicklichkeit der 'Barber Angels'“, fasst Einrichtungsleiter Rainer Broßmann die Resonanz seiner Bewohner zusammen und bedankte sich herzlich bei den ehrenamtlichen Helferinnen, die
an einem Sonntagnachmittag ihre freie Zeit für Menschen von der Straße geopfert haben.

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Die Idee zu der ungewöhnlichen Aktion entstand am 27. November 2016, als Claus Niedermaier, der Figaro aus Biberach an der Riß, gemeinsam mit befreundeten Kollegen den Club „Barber Angels Brotherhood“ ins Leben rief. Dieser ist als gemeinnütziger eingetragener Verein anerkannt und somit zur Ausstellung von Spendenquittungen berechtigt. Niedermaier hatte nach seiner Friseurlehre von 1980 bis 1987 in London, Paris und Mailand gearbeitet und 1988 seinen Meister gemacht. Unter anderem schnitt und beriet er Kunden in Los Angeles bei Jose Eber – einem der weltweit bekanntesten Friseure aus Beverly Hills. 

Seit 1992 betreibt der Meister im heimischen Biberach seinen eigenen Salon „Figaro Claus“ mit zwölf Mitarbeitern. Die Barber Angels sind seither mit bereits fast 340 Mitgliedern europaweit im Einsatz und geben Obdachlosen und anderen Bedürftigen durch kostenlose Haar- und Bartschnitte „ihr Gesicht zurück“. Es werden weitere „Barber Angels“ in ganz Deutschland gesucht. Besonders in Norddeutschland und im Osten Deutschlands fehlen noch Mitglieder. Die „Barber Angels“ zahlen monatlich einen Mitgliedsbeitrag von 15, ganzjährig von 180 Euro. 

Die inzwischen deutschlandweit mehr als 50 Vereinsmitglieder sind auf eigene Kosten einmal im Monat in ihrer Freizeit unterwegs, um Gutes zu tun. Zum Konzept des Vereins gehört ein einheitliches Erscheinungsbild der Mitglieder, die in einer „Angel“-Uniform genannten rockerähnlichen Aufmachung in schwarzen Lederwesten mit aufgenähten Vereinsemblemen arbeiten. Dies soll den Einstieg ins Gespräch erleichtern und den Wiedererkennungseffekt steigern. ju



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