Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
wolkig
15 ° C - wolkig
» mehr Wetter

Brunnen- statt Leitungswasser zum Plantschen im Pool

Hanau

  • img
    Analyse: Milan Toups, Bundesfreiwilliger beim VSR-Gewässerschutz, untersucht die Proben, die Menschen aus der Region vorbeibrachten.   Foto: PM

Region Hanau. Viele Menschen sind im Juni an den Informationsstand auf dem Hanauer Marktplatz gekommen, um abzuklären, ob sie mit ihrem Brunnenwasser das Planschbecken befüllen können.

Artikel vom 19. Juli 2019 - 10:56

Anzeige

Die extrem heißen Sommertage und die zu weit entfernten und überfüllten Freibäder führen dazu, dass immer mehr Eltern und Großeltern große Mengen Wasser für die Befüllung der Pools benötigen. 44 Wasserproben von privat genutzte Brunnen aus dem Raum Hanau – Maintal – Nidderau wurden vom VSR-Gewässerschutz untersucht. Nun liegt das Ergebnis vor, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

„Erfreulicherweise haben wir festgestellt, dass über 90 Prozent der Proben zum Befüllen eines Planschbeckens geeignet sind. Auf diese Weise können viele Brunnennutzer kostbares Leitungswasser sparen und mit den Trinkwasservorräten nachhaltig umgehen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.
Doch das Ergebnis zeige auch, dass es wichtig sei, Gesundheitsrisiken auszuschließen. Der häufigste Ausschlussgrund waren laut Mitteilung derart hohe bakteriologische Belastungen mit coliformen Keimen und e.Coli, dass man das Wasser auch bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nutzen kann. Das Wasser muss zum Befüllen eines Pools keine Trinkwasserqualität aufweisen.

Bakteriologische Belastung sollte überprüft werden

Allerdings sind die Desinfektionsmittel für Pools nicht dafür da starke Belastungen im Füllwasser zu beseitigen. Hiervon war jeder zehnte Brunnen betroffen. Die Bakterien können über defekte Abwasserrohre ins Grundwasser geraten.

Allerdings ist häufig gar nicht das Grundwasser mit Bakterien belastet, sondern die Bakterien dringen bei Starkregenfällen durch undichte Deckel oder Risse in den Brunnen ein. „Daher raten wir den Brunnenbesitzern bei einer bakteriologischen Belastung, erst mal zu überprüfen, ob Regenwasser in den Brunnen gespült wird“, erklärt der VSR.

VSR-Gewässerschutz empfiehlt Sandfilteranlage für Pools

Bei jeder siebten Probe fanden Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz und Milan Toups, Bundesfreiwilliger (BFD) bei den Untersuchungen sehr viel Eisen fest. Eisenhaltiges Brunnenwasser führt zu keiner Gesundheitsgefahr, kann aber den Badespaß vermiesen, da das Eisen nach ein paar Tagen zu einer Verfärbung des Wassers und Ablagerungen führt.

Der VSR-Gewässerschutz rät daher, wenn das Wasser nicht wie in kleinen Planschbecken häufig gewechselt wird, zu einer Sandfilteranlage für Pools. Erfreulicherweise stellte der VSR-Gewässerschutz fest, dass die festgestellten Nitratkonzentrationen zu keiner Einschränkung beim Befüllen der Planschbecken führen.

Jeder Bürger kann etwas zur Grundwasserauffüllung beitragen

Der VSR-Gewässerschutz klärt Brunnennutzer darüber auf, dass es dringend nötig ist auch mit dem oberflächennahen Grundwasser nachhaltig umzugehen. Am Informationsstand bekamen die Bürger Informationen wie jeder einzelne Gartenbesitzer dazu beitragen kann, dass das Grundwasser wieder aufgefüllt wird. Der VSR-Gewässerschutz rät, hierzu das Regenwasser vom Dach im Garten zu versickern und nicht über die Kanalisation zu entsorgen. Am besten eignet sich dabei die Muldenversickerung, da sie sich gut in den Garten eingliedert und dafür sorgt, dass das Regenwasser optimal durch die Bodenschichten gereinigt wird, heißt es abschließend in der Mitteilung. cd

Mehr Informationen
Weitere Informationen zu der Nutzung von Brunnenwasser für die Befüllen eines Planschbeckens haben die Umweltschützer auf ihrer Homepage zusammengestellt. Brunnennutzer, die den Termin am Labormobil verpasst haben, bietet der Verein an, eine Wasserprobe per Post zur Untersuchung zuzusenden.
›› vsr-gewässerschutz.de/ analyse/der-eigene-brunnen/planschbecken-füllen/

 

Der VSR-Gewässerschutz

Seit seiner Gründung 1981 engagiert sich der VSR-Gewässerschutz für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. „Wir sind ein Umweltverband, der langfristige Lösungsstrategien entwickelt. Unsere Stärke sind unsere Wasseranalysen, auf deren Grundlage wir den Zustand von Grund- und Oberflächengewässer bewerten können. Mit unserer Arbeit machen wir auf ökologische Probleme und auch auf Risiken für die Gesundheit eines jeden Einzelnen aufmerksam“, heißt es auf der Homepage des Vereins. Der VSR-Gewässerschutz entstand 1980 als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen im Rheineinzugssystem. Sein damaliger Name „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ beschrieb sein Programm. Mit der Zeit änderte sich der Arbeitsbereich. Seit 2000 führt der Verein auch Aktionen und Messfahrten im gesamten deutschen Nord- und Ostseeeinzugsgebiet durch. Deshalb wurde der Namen in „VSR-Gewässerschutz“ geändert. „VSR“ soll den Ursprung und „Gewässerschutz“ das Programm dokumentieren.  cd/Quelle: Homepage VSR-Gewässerschutz


Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.