Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
wolkig
29 ° C - wolkig
» mehr Wetter

Goldener Schwan thront nach Restaurierung wieder auf dem Uhrturm

Hanau

  • img
    Der goldene Schwan wird samt Kugel und Stahlblechschaft per Kran auf den Uhrturm gehievt. Foto: PM

Hanau. Der goldene Schwan ist zurück – Hanaus Wappentier ziert frisch vergoldet wieder die Spitze des Rathausturms. Damit ist die im April begonnene Restaurierung des acht Meter hohen Turms – bis auf das Wiederanbringen des Ziffernblatt für die Uhrzeit – weitgehend abgeschlossen.

Artikel vom 13. Juli 2019 - 11:38

Anzeige

Die Bauabnahme der aufwändigen Erneuerung von mehr als 6000 Schieferblättchen und der Schallfenster ist ebenfalls erfolgt. „Wenn die Einrüstung des Uhrturms in den nächsten Tagen wieder rückgebaut ist, können die Menschen unser Schmuckstück barocken Ursprungs zumindest zum Teil wieder in neuer Pracht sehen. Und sie gewinnen einen Eindruck von der dahintersteckenden Handwerks‧kunst“, sagt Bürgermeister Axel Weiss-Thiel.

Mit Hilfe des seit Kurzem vor dem Neustädter Rathaus aufgestellten Krans, notwendig für die jetzt beginnenden Rohbauarbeiten im Gebäude, wurde der Schwan samt goldener Kugel und Stahlblech-Schaft darunter auf die Turmspitze gehievt. Oben nahm Bernhard Krönung das Kunstwerk in Empfang und half bei der Montage.

Neues Blattgold

Der Restaurator historischer Metallobjekte, der in den 1990er Jahren auch das Haupttor von Schloss Philippsruhe zu neuem Glanz verhalf, überholte die Skulptur und brachte in seinem Fuldaer Atelier neues Blattgold auf. Der Fachmann erläutert, dass der Schwan-Korpus beim Wiederaufbau nach 1945 aus Stahlblech statt Kupfer geformt worden sei – einfach aus der Not heraus. Und er attestiert: „Das ist gut gemacht worden.“

Ein gutes Zeugnis für die geleistete Arbeit erteilt in luftiger Turmhöhe Diplom-Ingenieur Martin Geck nicht nur Restaurator Krönung. „Filigranes Werk“ sieht der Vertreter des Augsburger Architekturbüros Schrammel, das für die Stadt Hanau die Sanierung des Neustädter Rathauses plant und überwacht, auch beim Dachdeckerbetrieb Erdnuss (Zella-Mehlis). Zu dessen Herausforderungen zählte neben den kunstvollen Ausformungen und sauberen Kanten der Naturschieferdeckung auch, dass er unbrauchbare alte Holzgesimse an den Schallfenstern teils ersetzen und beim Streichen den Schieferfarbton hinbekommen musste.

Zu denjenigen Handwerkern, die dem Baudenkmal zu neuem Glanz verhalfen, gehört auch die Klein-Auheimer Schreinerei Selbitschka. Sie erneuerte die Schallfenster des Uhrturms.

Sanierung im Inneren

Nun rücken in den nächsten Tagen andere Handwerker an, um die Sanierung des Neustädter Rathauses im Inneren fortzusetzen. Dafür ist zunächst das Baugerüst auf Dachhöhe zu beseitigen, damit durch eine große Öffnung im Dach per Kran nötige Materialien angeliefert werden können. Zudem wird auf diesem Weg das abzubrechende alte Treppenhaus nach außen befördert.

Die bestehenden mittigen Treppen werden künftig auf die Nordseite in ein geschlossenes, durchgehendes Treppenhaus samt Aufzug verlegt. Damit dieses auch in den Gewölbekeller führen kann, was bisher nicht der Fall ist, muss der städtische Eigenbetrieb Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM) als Bauherr die Decke unter dem Erdgeschoss entsprechend öffnen lassen. Im Keller sollen künftig die sanitären Anlagen für das Erdgeschoss unterkommen.

IBM rechnet mit rund 9,2 Millionen Euro, die für die gesamte Sanierung des Neustädter Rathauses notwendig sind. Für die ursprünglich angenommene Bausumme in Höhe von 5,5 Millionen Euro erhielt die Stadt ein günstiges Darlehen aus einem Investitionsfonds des Landes Hessen. Für die restlichen 3,7 Millionen Euro ist ein weiteres Darlehen beantragt. „Wir sind guter Dinge, dass wir aus Wiesbaden weitere Finanzhilfe erhalten, die Genehmigung für das zweite Darlehen ist aber noch nicht eingegangen“, so Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. Der Umbau werde voraussichtlich bis Anfang 2021 dauern, sagt er.  kb



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.