Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
wolkig
6 ° C - wolkig
» mehr Wetter

Waldbesitzer wollen vermeintlichen Brandstifter stoppen

Hanau

  • img
    Die Schäden des Brandes sind unübersehbar. Die beiden Förster Christian Schäfer (links) und Achim Gold gehen von Brandstiftung aus und haben jetzt eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Foto: Sabrina Kwasniok

Klein-Auheim. Betrübt schauen die beiden Förster Christian Schäfer und Achim Gold auf die abgebrannte Waldfläche in der „Alten Fasanerie“. Zuletzt brannte es hier erst vergangenen Sonntag. Die beiden Männer gehen von Brandstiftung aus. 

Artikel vom 03. Juli 2019 - 10:17

Anzeige

Von Sabrina Kwasniok

Denn nicht zum ersten Mal brennt es in diesem Bereich des Wildparks. Jetzt wollen die Förster gemeinsam mit anderen Kommunen und dem Landesbetrieb Hessen Forst gegen den Brandstifter vorgehen und haben eine Belohnung von 5000 Euro auf tätererfassende Hinweise von Zeugen ausgesetzt.

Aktuell herrscht gerade in der Region eine sehr hohe Waldbrandgefahr. Dies zeigt auch der Waldbrandgefahrenindex. „Aktuell befinden wir uns auf Stufe vier. Das ist der zweithöchste Index, der erreicht werden kann“, so Achim Gold. Die aktuelle Trockenheit und der ausbleibende Niederschlag sind hierfür die Hauptfaktoren. Für heute wurde sogar höchste Waldbrandgefahr gemeldet.

Kein besonders großer Brand

Zwar war der Brand am vergangenen Sonntag nicht besonders groß, doch er hat trotzdem seine Schäden im Wald hinterlassen und laut den Förstern zu einem Kostenaufwand von rund 2000 Euro geführt. „Der Brand war relativ hoch, daher ist der Baum hier fast komplett ausgetrocknet“, erklärt Christian Schäfer und schaut hinab. Der untere Teil des Stamms ist fast komplett schwarz. Schlechte Chancen für den Baum. „Er wird wohl absterben“, lautet die Prognose des Försters, „und da die Industrie kein angebranntes Holz haben will, landet der Baum wohl im Müll.“

Doch die beiden Männer gehen nicht von einer natürlichen Ursache des Brands aus. Zum vierten Mal brannte es im direkten Umfeld des aktuellen Tatorts. „Hier war wieder ein Brandstifter unterwegs“, so ihre Vermutung.

Insgesamt war es sogar schon der sechste Brand dieses Jahr in der „Alten Fasanerie“. Und immer wieder tritt dasselbe Muster auf. „Die Brände treten immer zu ähnlichen Tageszeit und in Wegesnähe auf. Zudem werden immer gleichwirkende Brandkatalysatoren angezündet“, erläutert Gold seine Theorie. In den Polizeiberichten sei auch häufig von sogenannten Brandbeschleunigern die Rede. Somit ist die Sache für die Förster klar: Hier waren Brandstifter am Werk. Sie gehen sogar nur von einem einzigen Täter aus. 

Belohnung von 5000 Euro

Um diesem jetzt das Handwerk zu legen, haben sich die betroffenen Waldbesitzer mit dem Landesbetrieb Hessen Forst zusammengetan und eine Belohnung von 5000 Euro auf Hinweise von Zeugen ausgesetzt, die zum Ergreifen des Täters beihelfen. „Wir hoffen so, recht schnell den Täter zu finden“, so Schäfer. 

Gemeinsam hängen die beiden Förster den Fahndungsaufruf nahe des Brandorts an eine Kiefer an. Insgesamt sollen in den betroffenen Wäldern mindestens 30 Stück angebracht werden. „Zurzeit beschränken wir uns hauptsächlich auf die bekannte Brandstellen“, so Gold.

Das Problem sind für die beiden Förster nicht die Größe und Waldschäden, die bei den Bränden entstehen: „Immer wieder müssen große Kolonnen der Freiwilligen Feuerwehr von ihren Jobs anrücken, um einen recht kleinen Brand zu löschen.“ Hierbei würden zu viele Einsatzkräfte für eine zu unbedeutende Tat eingesetzt werden, die dann für wichtigere Einsätze nicht mehr zur Verfügung stünden. Somit komme es zu einer extremen Beanspruchung der Einsatzkräfte. „Hier wird mit der Bereitschaft der Wehren gespielt“, sagt Schäfer wütend.

Unzufriedenheit mit Polizei

Zudem sind Förster mit dem Engagement der Polizei unzufrieden. Sie wünschen sich mehr Aktivität und Aufklärung. „Man könnte Kameras aufstellen, um Bränden vorzubeugen“, so Gold.

Denn die Kosten, die in den letzten beiden Jahren durch Brände in der Alten Fasanerie entstanden sind, belaufen sich bereits auf rund 80 000 bis 90 000 Euro. – hauptsächlich für Einsatzfahrzeuge, nacharbeiten und Einsatzstunden. Kosten, die von den Bürgern beglichen werden müssen.

Doch nicht nur Hanau ist von dem vermeintlichen Brandstifter betroffen. Auch die Nachbarkommunen Hainburg, Großkrotzenburg und Ronneburg sind laut den Männer Tatorte. „Gerade Hainburg hat es im letzten Jahr stark erwischt“, erzählt Gold betroffen. Kein Wunder, dass die Gemeinde sich an der Belohnung zur Tätererfassung beteiligt. Wie erfolgreich die Tätersuche am Ende ausfällt, bleibt aber abzuwarten. Doch die beiden Förster sind hoffnungsvoll gestimmt: „Wir rechnen mit guten Chancen, den Täter zu stoppen. Denn das ist nicht mehr zu ertragen.“



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.