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Politik: Partei "Die Humanisten" veranstaltet erstes Treffen

Hanau

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    Kevin Kowatsch (links) und Nico Tzieply freuen sich auf politischen Austausch und Diskussionen beim ersten Stammtisch der Humanisten. Foto: Rainer Habermann

Hanau. Dienstagabend findet der erste Stammtisch der Partei „Die Humanisten“ statt. Kevin Kowatsch und Nico Tzieply, die beiden Hanauer Protagonisten der Partei, laden alle Bürger zum Stammtisch ein, die quer denken und sich ansonsten völlig frei mit anderen austauschen wollen.

Artikel vom 02. Juli 2019 - 13:44

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Von Rainer Habermann

Na ja, nicht ganz völlig frei: ein paar Grenzen gibt es schon. „Den klassischen Satz: 'Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt', würden wir schon voll unterschreiben“, sagt der 27-Jährige Groß‧auheimer Kowatsch. Er zitiert damit Immanuel Kant, den Philosophen der Aufklärung des 18. Jahrhunderts, und dies nicht von ungefähr. Der Slogan der Humanisten des 21. Jahrhunderts lautet: „Politik geht auch anders – no risk, no future“. Ihre Attribute lassen sich unter den Schlagworten rational, liberal, fortschrittlich zusammenfassen.

Nicht automatisch wirtschaftsliberal: Eine Nähe zur FDP wollen weder Kowatsch noch der 40 Jahre alte Tzieply postulieren. Dafür könnten sich andere Synergien mit bestehenden Parteien oder Gruppierungen ergeben. Denn die Vision oder die Denkmöglichkeit einer „Bundesrepublik Europa“, bestehend aus „selbstverwalteten Regionen von je etwa zehn Millionen Einwohnern“ ist ausdrücklich erlaubt bei den Humanisten. Und erinnert mehr oder weniger stark beispielsweise an die „Europa Union Deutschland“ (EUD) oder an den Verein „EU Kanton Rhein-Main“.

"Fakten vor Befindlichkeit"

Aber auch das sind bereits Spekulationen. Und auch eine politische Nähe zu Bündnis 90/Die Grünen wollen Kowatsch und Tzieply weder bestätigen noch negieren. „Das Farbenmodell der Politik passt eigentlich schon lange nicht mehr. Wir müssen anfangen, nicht in den eingefahrenen Kategorien links oder rechts oder grün zu denken. Bei Themen wie dem Klimawandel, dem ÖPNV oder einer Überwindung der Zwei-Klassen-Medizin im Gesundheitssystem sind wir nahe bei den Grünen. Aber der Weg zu diesen Zielen unterscheidet unsere Denkweise von der anderer. Die Reibungsflächen sind ebenso riesig wie spannend“, bringen beide den Grundsatz auf den Punkt: „Der Weg ist das Ziel“.

Und der besteht in der freien Diskussion. Die kann Dienstag Abend beginnen, soll aber mindestens einmal pro Monat in lockerer Atmosphäre fortgesetzt werden. Damit ist keine Bildung eines Hanauer Ortsverbands der Humanisten verbunden; die Partei hat im Landesverband Hessen nach Angaben von Kowatsch und Tzieply rund 100 Mitglieder, im Main-Kinzig-Kreis seien es „rund fünf bis zehn Anhänger“.

„Wenn man uns überhaupt in irgendwelche Schubladen stecken will“, meinen beide, dann gelte vielleicht der Begriff „naturwissenschaftlich-rationell.“ Auf den Webseiten der Humanisten heißt es dazu: „Wir trauen und muten dem Menschen seine Selbstverwirklichung in größtmöglicher Freiheit und persönlicher Verantwortung zu. Wir setzen uns uneingeschränkt für zivilisatorischen und technologischen Fortschritt ein. Rationale, Erkenntnisgeleitete Entscheidungsfindung ist dafür unabdingbar – Fakten gehen immer vor Befindlichkeit.“

Die Humanisten treffen sich heute zum ersten Mal um 19 Uhr im Lokal „Der Laden“ in der Salzstraße 23 in Hanau. Zukünftig sollen regelmäßige Treffen stattfinden.



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