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Testphase: Hanauer Wochenmarkt soll einwegplastikfrei werden

Hanau

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    Auf dem Hanauer Wochenmarkt sollen langfristig nur noch alternative Verpackungen aus pflanzlichen Materialien zum Einsatz kommen. Die Machbarkeit soll nun mit einer Testphase erprobt werden. Foto: PM

Hanau. Der Hanauer Wochenmarkt soll einwegplastikfrei werden. Das ist das Ziel einer vierwöchigen Testphase, die jetzt anläuft, von elf Markthändlern mitgetragen und von der Hanau Marketing GmbH (HMG) finanziert wird. Darüber informiert die Stadt Hanau am Montag in einer Mitteilung.

Artikel vom 01. Juli 2019 - 21:00

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Auslöser war ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Juni 2018, der vorsieht, alle städtischen Veranstaltungen zu prüfen und Wege zu finden das verwendete Einwegplastik zu reduzieren oder zu eliminieren und die Müllsatzung langfristig anzupassen. Dieser wird seither bei Hanauer Festen und Veranstaltungen sukzessive umgesetzt.

Konzept auf Markt ausgedehnt

Anja Zeller, Leiterin der Stabsstelle Nachhaltige Strategien, regte an, diese Überprüfung auch auf den Hanauer Wochenmarkt auszudehnen. Die HMG und der Vorstand des Wochenmarktvereins nahmen den Vorschlag begeistert auf und leiteten die Vorbereitungen ein.

„Der Wochenmarkt ist der Ort des 'unverpackt Einkaufens' schlechthin und eignet sich daher bestens für dieses nachhaltige Projekt“, sind sich Zeller, Peter Krebs, der Vorsitzende des Wochenmarktvereins und Martin Bieberle, Geschäftsführer der HMG laut Mitteilung einig. Einige Händler würden bereits plastikfrei arbeiten, doch es sei wichtig, alle Händler in dieser Sache zu unterstützen und ihnen Alternativen anzubieten.

Bedarfe ermittelt

Im Rahmen einer Abfrage bei den Wochenmarktbeschickern wurden Bedarfe und Probleme bei der Umstellung von Plastik auf alternative Verpackungen ermittelt. Im Anschluss trafen sich Vertreter aus allen Warenbereichen des Wochenmarkts mehrfach mit Mitgliedern der HMG, des Ordnungsamts, der Lebensmittelkontrolle des Kreises sowie der Schweizer Verpackungsfirma Pacovis und besprachen und planten den Testlauf.

Kosten trägt HMG

In Folge sollen zwei Maßnahmen erfolgen, die den Weg zum einwegplastikfreien Wochenmarkt weiter ebenen: So soll es alternative Verpackungen aus pflanzlichen Materialien geben, die das Plastik ersetzen. Papier, Tüten und Folien aus Maisstärke und Zuckerrohr kommen hier zum Einsatz. Die Kosten der Materialien für die vierwöchige Testphase trägt die HMG. Die Bestellung der Verpackungsmaterialien übernimmt die Firma Barthmann für alle teilnehmenden Händler.

Zeller weist darauf hin, dass diese pflanzenbasierten Verpackungen jedoch in den Restmüll entsorgt werden müssen und wie erdölbasiertes Plastik ebenfalls nicht in die Biotonne gehören: „Sie brauchen wesentlich länger zum Kompostieren als Pflanzenmaterial und Essensreste. Außerdem kann der Entsorger die Verpackungen nicht von Plastik unterscheiden und müsste sie daher aussortierten“, sagt sie.

Kunden sollen Verpackungen mitbringen

Als weitere Maßnahme möchte man die Kunden noch mehr sensibilisieren, selbst eigene Mehrwegverpackungen wie Stofftaschen, Tupperware oder Glasbehälter mitzubringen, die vor Ort befüllt werden können. „Dazu sind alle Marktbeschicker sehr gerne bereit“, bestätigte Krebs. „Auch eigene Becher werden auf dem Wochenmarkt mit Kaffee befüllt, selbst mitgebrachtes Besteck kann an den Imbissen genutzt werden“, erläutert Zeller.

Ziel: Am 1. Januar 2020 kein Einwegplastik an allen Ständen

Während und direkt nach Beendigung der Testphase erfolgt ein weiterer Arbeitstermin im Rathaus, in dem festgelegt wird, ob der gewünschte Start eines „einwegplastikfreien Wochenmarkts“ an allen Ständen zum 1. Januar 2020 möglich ist. HMG-Chef Martin Bieberle erklärte laut Mitteilung, man unterstütze die Testphase für den einwegfreien Wochenmarkt gerne finanziell und organisatorisch.

Er dankte auch dem Wochenmarktverein und der Firma Barthmann für die aktive Unterstützung. „Doch am Ende liegt es an den Kunden, ob wir das Konzept durchsetzen können. Ihre Akzeptanz und Mithilfe ist hier zuvorderst gefragt.“ Der nächste Wochenmarkt findet am Mittwoch statt.

Diese Händler nehmen an der Testphase teil
Obst – Manfred Albrecht, Fisch – Vanessa Fey, Imbiss – Peter Krebs (Imbiss Beyer), Gemüse – Buxmann, Köhler, Blumen- Michael Staab, Gewürze- Schimmelschmidt, Feinkost – Bozkurt, Käse – Reiner Keim, Geflügel – Burkhart, Italienische Wurst – Ute Geisel, Kaffee – Stefan Fleck



Kommentare

Am 02.07.2019 um 12:44 Uhr schrieb Ellinor Hirner-Burkhardt: #1
Hier muss man sich fragen, welchen Sinn macht es, erdölbasierendes Plastik durch "Plastik" vom Feld bzw. aus Nahrungsmitteln zu ersetzen, vor allem wenn es dann doch im Restmüll landet und damit verbrannt wird. Das ist reiner Feigenblattaktivismus ohne Sinn und Verstand. Es wird dadurch weder CO2 eingespart noch die Umwelt geschont und das zu höheren Kosten. Das einzige was das bewirkt, ist dass das Erdöl länger reicht.