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Brand im Hafengebiet: Hoher Sachschaden - Ursache noch unklar

Hanau

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    So sah es an der Brandstelle am Tag danach aus. Foto: Feuerwehr Hanau
  • Die Rauchwolke ist auch von der Ferne zu erkennen. Ein paar Autos und andere Schrottteile scheinen in Brand geraten zu sein. Fotos: Jan Max Gepperth

Hanau. Weithin sichtbar war die bedrohlich dunkle Rauchsäule, die sich am Abend in den stahlblauen Sommerhimmel erhob. Ein Brand auf dem Gelände des Unternehmens Theo Steil in der Canthalstraße 2-4 im Hanauer Hafengebiet löste einen Vollalarm aller Hanauer Feuerwehren aus.

Artikel vom 23. Juni 2019 - 13:05

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Gegen 17 Uhr begannen die Kräfte der freiwilligen Feuerwehr Hanau-Steinheim ihren Brandsicherheitsdienst im Bereich der Altstadt, um für das geplante Entzünden und die Sicherheit rund um das Johannisfeuer zu sorgen. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht zu erahnen, dass der Großbrand in der Canthalstraße, welcher gegen 18:40 Uhr gemeldet wurde, dem Fest ein früheres Ende als geplant setzen werden würde.

Zunächst wurden die hauptamtlichen Kräfte und die Einsatzabteilung Hanau-Mitte alarmiert. Die bereits auf der Anfahrt wahrnehmbare Rauchsäule und das Schadenausmaß vor Ort, ließ den Einsatzleiter bereits frühzeitig weitere Einsatzabteilungen, den Gerätewagen Messtechnik und den Abrollbehälter Schaum nachalarmieren. Mehrere Rohre und ein Löschangriff über die Drehleiter wurden sofort vorgenommen. Es brannte eine Fläche von circa 30 x 30 Meter auf dem Gelände eines Betriebes direkt angrenzend an eine Tankstelle nahe der Steinheimer Brücke.

Schwierige Löscharbeiten

Eine Erhöhung des Alarmstichwortes auf „Feuer in Gewerbebetrieb“ und die Anforderung des Einsatzleitwagens 2 des Main-Kinzig-Kreises waren der anwachsenden Größe der Einsatzstelle geschuldet. Weiterhin wurden alle Einsatzabteilungen der Stadtteilwehren Hanaus alarmiert und mit Kräften in den Hanauer Hafen beordert. Gegen 19:40 Uhr erfolgte die Warnung der Bevölkerung durch Katwarn (Anm. eine Applikation für Smartphones, um gezielte Informationen an Betroffene zu senden), mit der Mitteilung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zur Bereitstellung von Rettungsmitteln und zur Versorgung der Einsatzkräfte wurde das Deutsche Rote Kreuz aus Bruchköbel alarmiert.

Die Löscharbeiten gestalteten sich als langwierig und es wurden große Mengen an Schaummitteln benötigt, die durch weitere alarmierte Kräfte von der Werkfeuerwehr Industriepark Wolfgang zur Einsatzstelle gebracht wurden. Parallel dazu nahm der Wasserrettungszug mit Kräften aus Maintal Ölsperren auf dem Main vor, um etwaige Ausbreitung in Richtung des Gewässers zu unterbinden.

Gegen 21:20 Uhr hatte sich der Brand auf eine Fläche von 40 x 40 m ausgebreitet, es wurden Kräfte aus Dietzenbach, Nidderau, Großkrotzenburg, Hasselroth, Gründau und Gelnhausen und ein Löschboot der Feuerwehr Frankfurt nachgefordert. Das Technische Hilfswerk traf mit Fachberatern ein, um die Einsatzleitung vor Ort zu unterstützen.

Altstadtfest wird abgebrochen

Gegen 22 Uhr wurde, zum Missfallen vieler Besucher und Standbetreiber, das Altstadtfest in Steinheim durch den Veranstalter beendet und das Johannisfeuer nicht entzündet. Die Maßnahmen der Kräfte vor Ort führten nach langem und schwierigem Vorgehen zum Erfolg und ein eingesetzter Bagger konnte das Brandgut auseinanderziehen, um an alle Brandherde heran kommen zu können. Gegen Mitternacht konnte „Feuer unter Kontrolle“ vermeldet werden. Umfangreiche Nachlöscharbeiten waren nötig und es wurde eine lange Nacht für die eingesetzten Kräfte.

Zeitweise waren mehr als 180 Kräfte der Feuerwehr im Einsatz, bei den Löscharbeiten wurden drei Feuerwehrkräfte leicht verletzt und durch den Rettungsdienst behandelt. Der Einsatz konnte gegen 05:15 Uhr erfolgreich beendet werden und zieht im heutigen Tagesverlauf weitere Maßnahmen an der Einsatzstelle und auf der Hauptfeuerwache nach sich. Ein großer Dank an alle eingesetzten Kräfte und involvierten Institutionen.

Aufgrund des Einsatzes in der Canthalstraße kam es in der Umgebung zu Rauch- und Geruchsentwicklungen. Es kann aufgrund der Rauchausbreitung vereinzelt zu leichtem Kratzen im Hals kommen, aber es sind keine gesundheitlichen Folgen zu erwarten. Die Feuerwehr Hanau hat im Zuge dessen Messungen in der Umgebung durchgeführt und konnte keine Schadstoffe feststellen.

Ursache ungeklärt

Der Fokus der Einsatzkräfte lag zunächst darauf, den Brand mit C-Rohren zu löschen und die Ausbreitung zu verhindern. Zeitgleich wurde eine Wasserversorgung vom Main her aufgebaut, um ausreichend Löschmittel zu haben. Weder zur Ursache, noch zum brennenden Material konnten Taeger und Wimmer nähere Auskünfte geben. „Es heißt, das Feuer soll im Bereich einer Autopresse entstanden sein. Das kann ich aber noch nicht bestätigen“, so Wimmer.

Insgesamt waren insgesamt 180 Einsatzkräfte im Einsatz. Drei Feuerwehrleute wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Der Sachschaden wird auf über 200 000 Euro geschätzt. 

 



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