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Gedenktafel in S-Bahn-Station zu Ehren von Alptug Sözen enthüllt

Frankfurt/Hanau

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    In der S-Bahn-Station Ostendstraße wurde zu Ehren von Alptug Sözen eine Gedenktafel enthüllt. Foto: Heike Lyding/Stadt Frankfurt
  • Neben der Familie nahmen an der Gedenkfeier auch Klassenkameraden von Alptug Sözen aus Hanau teil, außerdem Mitglieder des zuständigen Ortsbeirats und der Kommunalen Ausländervertretung. Foto: Heike Lyding/Stadt Frankfurt

Frankfurt/Hanau. In der Frankfurter S-Bahn-Station Ostendstraße wird nun Alptug Sözen gedacht. Am heutigen Mittwoch wurden im Beisein der Familie des im vergangenen Jahr verstorbenen jungen Mannes aus Hanau eine Gedenktafel und Stationsschilder enthüllt.

Artikel vom 12. Juni 2019 - 13:36

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Auf der Tafel, die in der Zwischenebene der Station angebracht ist, heißt es: „Mustafa Alptug Sözen, geboren am 15. Januar 2001, gestorben am 13. November 2018, bewies an dieser Stelle Heldenmut und Zivilcourage. Er ließ sein Leben beim Versuch, einen hilflosen Menschen von den Gleisen zu retten. Die S-Bahnstation Ostendstraße wird für immer mit seinem Namen verknüpft sein.“ 

Bei der Gedenkfeier sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann, man gedenke einem Bürger, der selbstlos für einen anderen in Not gehandelt habe: „Wir erinnern an einen Menschen, der helfen wollte. Das war das Schicksal von Alptug Sözen. Wir erinnern an ein Schicksal, das viele Tausend Menschen berührt hat.“ Es sei gut, dass in der Station nun auf Dauer an Alptug Sözen gedacht werde – und jetzt mit der Familie und der Deutschen Bahn eine Lösung gefunden wurde.

"Großartiges Beispiel der Menschlichkeit"

Der damals 17-jährige Hanauer Alptug Sözen kam im November vergangenen Jahres an der Station Ostendstraße ums Leben. Der Schüler mit türkischen Wurzeln war auf dem Heimweg von einem Praktikum in Frankfurt gewesen, als er einem alkoholisierten wohnsitzlosen Mann, der im Gleisbett der Frankfurter S-Bahnstation Ostendstraße lag, zu Hilfe eilte. Dazu stieg er auf das Gleis an der unterirdischen Haltestelle. Er wurde von einer S-Bahn erfasst und erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

Der türkische Generalkonsul Burak Kararti sagte: „Mustafa Alptug zeigte mit seiner Opferbereitschaft ein großartiges Beispiel der Menschlichkeit, so wie es nur wenigen Menschen auf der Welt möglich ist zu zeigen. Mein aufrichtiger Dank gilt allen Personen und Institutionen, die die Initiative unterstützt haben, damit sein Name an der Station Ostendstraße weiterlebt.“

Auch Vertreter der Deutschen Bahn waren bei der Enthüllung vertreten. „Das Schicksal von Alptug Sözen hat uns alle tief berührt und erschüttert. Ich bin froh, dass wir in enger Abstimmung den gemeinsamen Wunsch nach einer würdigen Form des Gedenkens umsetzen können und heute hier dieses wichtige Zeichen setzen", sagte Klaus Vornhusen, DB-Konzernbevollmächtigter für das Land Hessen der Deutschen Bahn

Die Familie des Verstorbenen teilt mit: „Wir sind dankbar, dass an Alptug erinnert wird – und es rührt uns, wie viele Menschen Anteil an seinem Tode nehmen.“

Weiteres Zussatzschild am Zugang zur Station


Neben der Familie nahmen an der Gedenkfeier auch Klassenkameraden von Alptug Sözen aus Hanau teil, außerdem Mitglieder des zuständigen Ortsbeirats und der Kommunalen Ausländervertretung. Beide Gremien hatten sich für ein Gedenken stark gemacht.

In der großen Halle im Mittelgeschoss der Station wurde die neue Gedenktafel enthüllt, sowie ein Stationsschild Ostendstraße ergänzt, das den Zusatz „Alptug-Sözen-Station“ trägt. Ein weiteres Zusatzschild wurde am Zugang zur Station, Hanauer Landstraße/Ecke Grüne Straße, angebracht.

Hanau plant Gedenktafel und Ehrenplakette

Auch Hanau plant, Alptug Sözen auf verschiedene Arten zu würdigen und seiner zu gedenken. So hatte die Stadt Hanau bereits Ende Januar beschlossen, dem verstorbenen Schüler posthum die Ehrenplakette der Stadt Hanau zu verleihen. Zudem soll an der Ludwig-Geißler-Schule, die Sözen besucht hatte, eine von der Zeichenakademie Hanau gestaltete Gedenktafel angebracht werden. Weiterhin ist geplant, einen Ginko-Baum zu pflanzen, um an den 17-Jährigen zu erinnern. Der Baum gilt als Symbol für Stärke und Hoffnung.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte die Stadt Hanau am Mittwoch, die Ehrenplakette sei bereits angefertigt. Die Zeichenakademie habe einen Entwurf für die Gedenktafel gemacht. Diesen habe die Stadt Anfang April den Eltern von Alptug zugesandt mit der Bitte um Rückmeldung, ob sie mit dem Entwurf einverstanden seien. „Aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes hat sich die Rückmeldung der Eltern verzögert, sodass sie uns Ende Mai die Freigabe erteilen konnten. Die Tafel wird nun angefertigt, was ein paar Wochen in Anspruch nehmen kann“, erläutert Sprecherin Ute Wolf. Alle drei Elemente der Würdigung – Tafel, Plakette und Baum – sollten in einem gemeinsamen Termin untergebracht werden, so Wolf. lg/cd



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