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Hühnerställe der Baugesellschaft in Betrieb genommen

Hanau

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    So sehen sie aus, die ersten Hühnerställe der Baugesellschaft. Aufgrund des großen Interesses der Mieter am Beethovenplatz wurde gleich eine „Hühner-Reihenhaussiedlung“ mit drei „Wohneinheiten“ errichtet. Foto: PM

Hanau. Manch einer mag es für einen PR-Gag gehalten haben, jetzt wird es Realität: Die Baugesellschaft Hanau hat ihr außergewöhnliches Projekt „Wohnung mit Huhn zu vermieten“ gestartet. Der erste Hühnerstall ist an die Mieter übergeben worden.

Artikel vom 25. Mai 2019 - 11:48

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Gleich mehrere Mietparteien hatten sich in der Wohnanlage am Beethovenplatz um das Projekt beworben. Auf einer bisher ungenutzten Fläche hat das kommunale Unternehmen deshalb sogar drei Ställe für das Federvieh errichtet. Dabei handelt es sich um wahre Hühnerparadiese, die von der Baugesellschaft selbst unter fachkundiger Beratung konzipiert wurden. Die massiv aus Holz gebauten Anlagen verfügen über ausreichend Auslauf zum Scharren und Picken, sind durch eine feste Bodenplatte und luftige, aber stabile Maschendrähte gegen ungebetene Besucher gesichert und verfügen über ein bequemes Hühnerhaus, in das sich die gefiederten Bewohner zwecks Eierproduktion zurückziehen können.

Die ersten gefiederten Mieter sind mittlerweile eingezogen und haben sich bereits nach wenigen Stunden hervorragend eingelebt, wie die Fachberater feststellen konnten. Vor allem die Kinder der Wohnanlage sind begeistert von den für eine Stadt ungewöhnlichen Bewohnern, um die sie sich mit kümmern wollen.

Mieter betreuen die Hühner

Die Betreuung der Hühner erfolgt durch die Mieter, die auch die Ergebnisse ihrer Pflege – stets frische Frühstückseier – als Belohnung erhalten. Fachmännisch beraten werden die Mieter wiederum durch die Sozialberaterin der Baugesellschaft, Petra Weinzettel, die selbst begeisterte Geflügelhalterin ist.

Mit dem in Deutschland und darüber hinaus wohl einzigartigen Projekt will die Baugesellschaft verschiedene Ziele erreichen. Zum einen soll geprüft werden, wie viel Biomüll sich durch die Hühnerhaltung vermeiden lässt. Ein einzelnes Huhn ist durchaus in der Lage, rund 150 Kilo Küchenabfälle im Jahr zu verputzen.

Diverse Aspekte haben eine Rolle gespielt

„Uns geht es aber auch um ökologische und soziale Aspekte“, so Jens Gottwald, Geschäftsführer der Baugesellschaft, der die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt hatte. So hätten Stadtkinder immer weniger Kontakt zu lebendigen Tieren, könnten hier Verantwortung lernen. Ebenso könne es ein schönes Hobby für ältere Menschen sein und trage zur Stärkung der Mietergemeinschaften bei. Dass die „Geflügel-Mieter“ der Baugesellschaft zudem genau wüssten, woher ihre Frühstückseier stammen, sei ein weiterer positiver Effekt.

Für das Projekt wurde nach intensiver Suche und Beratung mit Fachleuten die Rasse „Zwerg-Welsumer“ ausgesucht, die sich durch eine robuste Gesundheit und ein zutrauliches Wesen perfekt für die Haltung in den Wohnanlagen eignen. Der Name sagt aber nichts über die Produkte aus: Die Eier können sich von Größe und Qualität mit jeder anderen Rasse messen und fleißig sind die gefiederten Freunde auch. Rund 200 Eier legt jedes Huhn pro Jahr. Bei rund vier bis fünf Hühnern pro Stall bleibt da zweifellos auch noch etwas für die Nachbarn über. kb



Kommentare

Am 26.05.2019 um 07:14 Uhr schrieb Walter Wissenbach: #1
Eine wunderschöne, großartige Sache!
Großes Kompliment an die Verantwortlichen!
Bleibt nur noch zu wünschen, dass die Begeisterung der Mieter und der Kinder auch im Laufe der Jahre anhält. Dann wird dieses menschen- und tierfreundliche Projekt sicher viele Nachahmer in Deutschland und vielleicht auch in anderen Ländern finden.