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Handwerkskongress: Gäste diskutieren über die Zukunft der Branche

Hanau

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    Die Kreishandwerkerschaft hat am Sonntag im Congress Park Hanau erstmals zu einem Handwerkskongress geladen. In Vorträgen und in den Gesprächen ging es um Themen wie etwa die Digitalisierung. Foto: Alex Carrigan

Hanau. Premiere im Congress Park: Die Kreishandwerkerschaft lud zum ersten Handwerkskongress Hanau ein und setzte mit ihrem innovativen Veranstaltungsformat ein Zeichen für eine kooperative und zukunftsorientierte Handwerkerschaft.

Artikel vom 20. Mai 2019 - 10:37

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Von Ulrike Pongratz

Zahlreiche Gäste aus Handwerk, Handel und Politik, aus Stadt, Kreis und Land, Sponsoren sowie als Medienpartner der HANAUER ANZEIGER waren zum Auftakt mit dabei. 

Von 10 Uhr morgens bis in den Sonntagnachmittag bot der Handwerkskongress „Tagen einmal anders – Handwerk wächst zusammen“ ein unterhaltsames und vielseitiges Programm: In einer Kombination aus Messe, Talk, Unterhaltung, Workshops und Vorträgen bot das Treffen für die teilnehmenden Betriebe eine gute Gelegenheit zum kollegialen Austausch über Innungsgrenzen hinweg.

Öffentliches Gespräch und interner Austausch

Stand der Vormittag des Kongresses, der von hr1- Moderator Kai Völker eröffnet und geleitet wurde, mit Stamm-tisch- und Podiumsgesprächen unter dem Vorzeichen des öffentlichen Gesprächs mit Vertretern von Stadt und Kreis, so war der Nachmittag mit Innungsversammlungen, Workshops und dem Marktplatz der Möglichkeiten dem internen Austausch unter Handwerkern gewidmet.

FFH-Dummfrager Boris Meinzer und Comedian Andy Ost sorgten für beste Stimmung und Unterhaltung, Autor und Motivator Jörg Mosler sorgte mit der „Formel für Fachkräfte“ für Erkenntnisgewinn. 

Herausforderungen, Chancen und Risiken

Zu den Zielen des neuen Formats und nach ihren Wünschen für den eintägigen Kongress befragt, antworteten Martin Gutmann, Kreishandwerksmeister, Stefan Füll, Obermeister der Malerinnung und Wolfgang Kramwinkel, Innungsmeister Raumausstatter. Handwerker, Sponsoren und Partner sollten sich austauschen und kennenlernen, aber auch die Kreishandwerkerschaft wolle den Tag nutzen, um den Mitgliedern ihre Dienstleistungen näherzubringen.

Man wolle beispielsweise die Herausforderungen der Digitalisierung annehmen, die Chancen nutzen, die Risiken minimieren. Als eine Antwort auf Portale der globalen Player wolle man eine regionale Plattform aufbauen, die beispielsweise Aufträge an Betriebe weiterleite, erklärten die Initiatoren der Veranstaltung. Man setze sich auch für die Wiedereinführung der Meisterpflicht ein, die 2004 für viele Branchen aufgegeben worden sei.

Wissen erlangen und weitergeben

Auch bei zentralen Themen, wie die Gewinnung von Azubis und Mitarbeitern, die Ausbildung von Gesellen zum Meister oder die Nachfolgeregelung, könne die Kreishandwerkerschaft unterstützen. „Wir brauchen die Meister und Handwerksbetriebe, die ihr Wissen und ihre Erfahrung über Generationen hinweg weitergeben“, so die einhellige Meinung, „ein Meister muss so viel wert sein wie ein Master.“ Die duale Ausbildung sei ein wesentlicher Baustein für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit.“

Von Seiten der Politik und IHK – Statements kamen von Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), Susanne Simmler, Erste Kreisbeigeordnete (SPD), Heiko Kasseckert (MdL, CDU) und IHK-Präsident Dr. Norbert Reichhold – erfuhren die Handwerker sehr viel Zustimmung.

Weiterentwicklung

Kaminsky sprach von einer „Interessenidentität zwischen Handwerk und Kommune“ und deutete an, dass man im Rahmen der Bauleitplanung – der regionale Flächennutzungsplan wird derzeit überarbeitet – weitere Flächen als Gewerbegebiete ausweise. „An prominenter Stelle schreit das Gebiet rund um den Hauptbahnhof seit Jahren nach Stadtentwicklung“, so Kaminsky.

Susanne Simmler sagte auf Kreisebene Unterstützung zu, in Schulen bei Jugendlichen und Eltern gemeinsam für betrieblichen Nachwuchs zu werben. Heiko Kasseckert verwies in seinem Plädoyer auf den Koalitionsvertrag, in den sehr viele Punkte aus der Handwerkerschaft aufgenommen worden seien.

Wie seine Vorrednerin betonte auch der Landtagsabgeordnete, dass eine gesellschaftliche Diskussion um die Wertschätzung von Lehre und Ausbildung notwendig sei. Seine Aussage „Die Menschwerdung beginnt nicht erst mit dem Abitur“ brachte ihm großen Applaus ein.

Wesentlicher Grundbaustein

IHK-Präsident Dr. Norbert Reichhold verwies auf die E-Mobilität als weiteres Aufgabengebiet und sprach im Zusammenhang mit Digitalisierung von „Handwerk 4.0“. Es seien die Elektriker und das Baugewerbe, die ein „Smart Home“ in die Realität umsetzten und die Bauarbeiter, die Breitbandkabel verlegten.

Auch Landrat Thorsten Stolz, der sein Grußwort per Videobotschaft übermittelte, sah das Handwerk als einen wesentlichen Baustein für Wachstum und Wohlstand in der Region und betonte, dass etwa 80 Prozent der Aufträge des Kreises in der Region vergeben würden.

Zusammenhalt bringt weiter

Über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg herrschte bei Vertretern von Politik und Handwerk Einigkeit darüber, dass man nur gemeinsam die Herausforderungen bewältigen werde. Nur der sehr starke Zusammenhalt in der Region, Zukunftsthemen anzugehen, sichere den wirtschaftlichen Wohlstand aller Bürger. 

Gefördert wurde der erste Handwerkskongress von zahlreichen Sponsoren, unter anderem von der Sparkasse Hanau, der Stadt Hanau und der Baugesellschaft, der Frankfurter Volksbank, Signal Iduna, den Stadtwerken Hanau, der HWG-Wirtschaftsförderung, dem Center für kommunale Arbeit und der Bundesagentur für Arbeit, von der IKK classic, der AOK, Sunbo, eldis und mp group. Die Tombola wurde zugunsten des Behinderten-Werks Main-Kinzig veranstaltet.



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