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Kopfnüsse Grimm'scher Art: Über 80 Teilnehmer bei "MKK schreibt"

Hanau

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    "MKK schreibt": Über 80 Teilnehmer schwitzten beim Regionalentscheid in der Hohen Landesschule. Foto: Mike Bender

Hanau. „Setzen, sechs!“ hieß es am Donnerstag beim Diktatwettbewerb „MKK schreibt“ in der Mensa der Hohen Landesschule nicht. Doch ins Schwitzen kamen die über 80 Teilnehmer des Wettbewerbs, die erstmals aus sieben Schulen des Kreises zum Wettstreit gekommen waren, schon. 

Artikel vom 17. Mai 2019 - 11:12

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Von Jutta Degen-Peters

Zum zweiten Mal hatte der HANAUER ANZEIGER in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Polytechnischen Gesellschaft diesen Wettbewerb ausgerichtet. Ziel des Wettkampfs mit den Stiften sollte nach den Worten von HA-Verleger Thomas Bauer sein, die Lust auf die Kulturtechnik des Schreibens und die Freude an der deutschen Sprache zu wecken.

Für die Teilnehmer aus dem Raum Hanau, die sich auf das Fundament der beiden Grimms und damit der Wegbereiter und Erforscher der deutschen Sprache berufen können, war das Diktat, das mit dem 13-jährigen Niclas Duphorn der beste Vorleser Hanaus zu Gehör brachte, allerdings keineswegs ein Kinderspiel.

Groß- und Kleinschreibung

Unter den mehr oder weniger gestrengen Augen der Jury, bestehend aus der Leiterin des Kulturforums Hanau, Beate Schwartz-Simon, Landrat Thorsten Stolz, Professor Heiner Boehnke, Oliver Beddies von der Polytechnischen Gesellschaft, dem Ex-Hola-Lehrer Erland Schneck-Holtze, HA-Verleger Thomas Bauer und Chefredakteur Robert Göbel, Hola-Direktorin Sabine Schaetzke und der Juryvorsitzenden Monica Bielesch vom HA kamen die Teilnehmer ganz schön ins Schwitzen.

Sie mussten unter Beweis stellen, wie sattelfest sie in punkto Groß- und Kleinschreibung sind, wie sie Klippen mit oder ohne Bindestrich zwischen zusammengesetzten Hauptwörtern zu umschiffen gedachten und ob sie wohl wüssten, wie nach der aktuellen Duden-Version eingedeutschte, aus dem Französischen entlehnte Begriffe wie passé oder Komitee geschrieben werden.

Dass zu Beginn des Diktats, das HA-Vize-Chefredakteurin Yvonne Backhaus-Arnold moderierte, auf jedem Platz ein kleines Faltblatt mit dem Aufdruck Spickzettel lag, durfte keineswegs als Aufforderung missverstanden werden – und wurde es auch nicht. Auch wenn mancher hin und wieder ins Grübeln kam darüber, ob die beiden Grimms das Wörtchen Fußball im Grimm'schen Wörterbuch zwar im Wortsinne wohl groß, im übertragenen Sinne aber doch eher kleingeschrieben haben dürften.

Am Ende und nach Abgabe der Kugelschreiber an die Teilnehmer gaben die Grimms selber Anlass zum Grübeln. Denn die Schreibweise von Jacob Grimm ist eindeutig die mit „c“, was beim gemeinsamen Korrekturlesen des per Beamer an die Wand projizierten Textes auch so benannt wurde. Offenbar kam die Jury beim Auswerten dann doch zu einem anderen Schluss, wollte Nachsicht üben und sorgte doch für Unmut. Schließlich fühlten sich manche ungerecht behandelt gegenüber jenen, die zwar Jacob mit „k“ geschrieben, dafür aber dann doch keine zwei Fehler angerechnet bekamen.

Bundesentscheid am 27. Juni

Nach längerer Beratung der Jury konnten die Lehrer als stärkste Gruppe die von Duden-Verlag und Buchladen Am Freiheitsplatz gesponserten Bücher und Gutscheine entgegennehmen. Dabei erwies sich die aus Stefan Prochnow und Dr. Eva Molitor bestehende Hausmacht der Hola als starker Favorit. Sabine Capelle, die ihr Abitur am Grimmelshausen-Gymnasium gemacht hatte, bezeichnete das Diktat als „tricky“, landete aber mit vier Fehlern auf Platz 1 unter den Eltern. Bei den Schülern erreichte Amira Büttner von der Hola auf dem ersten Platz (sieben Fehler).

Am Ende gingen alle um viele Erkenntnisse reicher nach Hause. Vor allem mit der Gewissheit, dass die deutsche Sprache nicht nur schön und variantenreich ist, sondern – nach diversen Rechtschreibreformen – auch voller verbaler Kopfnüsse. Die Sieger dürfen sich am 27. Juni in Frankfurt beim bundesweiten Finale des großen Diktatwettbewerbs messen. 

mkk.schreibt.de



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