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Plakatierfehler der CDU ruft AfD auf den Plan

Hanau

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    Fehler korrigiert: An diesem Plakatständer hatte die CDU irrtümlich ein Plakat der AfD zur Europawahl mit einem eigenen Plakat überklebt. Die AfD witterte Böses, die CDU korrigierte den Fehler schnell und findet die AfD-Reaktion überzogen. Foto: PM

Hanau. Nicht über den kleinen Dienstweg, sondern gleich mit dem großen Geschütz reagierte die AfD, als die CDU ihr Plakat zur Europawahl auf dem städtischen Ständer vor der Sophie-Scholl-Schule an der Cranachstraße im Lamboygebiet überklebte  Sie erstattete Strafanzeige, wie AfD-Sprecher Klaus Dippel via E-Mail wissen ließ.

Artikel vom 10. Mai 2019 - 11:11

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Die AfD vermutete nämlich nicht etwa einen Fehler hinter dem Überkleben ihres Plakats, sondern böse Absicht und beschwerte sich in ihrer Mail an unserer Zeitung über „eine Verwahrlosung der politischen Kultur von Berlin über Wiesbaden bis in die Provinz“.

Gemäß der Allgemeinverfügung der Stadt Hanau dürfen die städtischen Plakattafeln zur EU-Wahl nach einem bestimmten Schlüssel beklebt werden, damit auch kleinere Parteien die Chance haben, sich den Bürgern zu präsentieren. Dieser Verteilschlüssel galt aktuell bis 29. April. Wird von der Partei xy der ihm zugeteilte Platz nicht genutzt, ist die Plakatierung durch jeden anderen zugelassenen Wahlvorschlag möglich.

Misere sei Schuld des Plakatierers gewesen

Eben diese Regelung hatte sich die AfD zunutze gemacht und auf der Plakatwand ein leeres Feld genutzt, das eigentlich der Frauenpartei zugestanden hätte. Dass tags darauf das AfD-Plakat von der CDU mit deren Botschaft zur Europawahl genutzt und die AfD überklebt wurde, war für die AfD Stein des Anstoßes.

Angesprochen auf diese Plakat-Misere wies Hanaus CDU-Chef Joachim Stamm darauf hin, dass es sich um einen Fehler des Plakatierers gehandelt habe. Dieser sei schlichtweg in der Zeile verrutscht. „Wir haben den Fehler gleich bemerkt und unser Plakat vorsichtig abgelöst, sodass jetzt wieder das AfD-Plakat beschädigungsfrei zu sehen ist“, erklärt Stamm und äußert sein Unverständnis über die Reaktion des politischen Gegners. „Normalerweise greift man in einer solchen Situation zum Telefon und weist darauf hin, dass hier ein Fehler gemacht wurde“, ärgert sich der CDU-Chef. Das hat die AfD nicht getan, die sich offenbar lieber in der Opferrolle suhlt. „Ich halte das Ganze für eine Lachnummer“, so Stamm abschließend. ju



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