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So war das HANAUER Märchenfest rund um Schloss Philippsruhe

Hanau

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    Die Gänseschar von Roy und Tamara Diks aus Holland war eine der Hauptattraktionen des Hanauer Märchenfestes, das in diesem Jahr erstmals am Schloss Philippsruhe stattfand. Mehr als 10 000 kleine und große Besucher kamen trotz der wechselhaften Witterung in die Brüder-Grimm-Stadt, um wunderbares zu erleben. Foto: Monica Bielesch

Hanau. Als Tamara Diks und ihr Mann Roy als Zwerge verkleidet mit ihren zehn Gänsen um das Schloss Phillipsruh zogen, staunten nicht nur die Kinder. Auch die erwachsenen Besucher des Märchenfestes am Wochenende bekamen leuchtende Augen bei dem Anblick der dicken braun-weißen Gänse über das Kopfsteinpflaster watschelten. 

Artikel vom 05. Mai 2019 - 17:29

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Von Monica Bielesch

Am Samstag, als das Wetter zumindest vormittags recht ungemütlich war, kamen die Gänse noch gut voran. Am Sonntag, als die Sonne über dem Schloss lachte und das Publikum sich über die Weg im Park drängelte, wurde es auch für die Toulouse-Gänse eng. Die älteste ist zehn, die Jüngste ein Jahr alt, erzählt Tamara Diks, die sich selbst als „Gänsemutter“ bezeichnet. Jedes der Tiere hat einen Namen und sei einzigartig, erzählt die Gänsemutter in der Pause, wenn sich die Gänse in einem abgeschirmten Bereich hinter dem Schloss ausruhen.

Gänsekapelle aus den Niederlanden

Dann fressen sich Anja, Roes, Blue, Black, Tommy, Inimini, Loeki, Fraw, Schlumpi und Lipstick an Gras und Mais satt oder putzen ihre Federn. Abends kriegen die zehn gefiederten Darsteller auch mal Salat. „Salat ist für Gänse wie Chips für Menschen“, lacht Tamara. Die Gänsekapelle kommt aus dem holländischen Lichtenfurde, das ist bei Bocholt. Sie treten bei historischen Märkten oder Gauklerfesten auf. „Die Gänse machen immer das selbe, sie marschieren. Nur wir tauschen die Kostüme“, erzählt Tamara weiter. 

Für das Hanauer Märchenfest sind sie und Ehemann Roy in Zwergenkostüme geschlüpft, die einem bekannten holländischen Märchen nachempfunden sind: Lisa und David. Seit 20 Jahren arbeiten die zwei für die Gänsekapelle und sie wissen: „Die Gänse haben richtig Spaß daran.“ Die Menschenmengen machen den Tieren nichts aus, so Diks. „Ich als Gänsemutter beruhige und führe sie.“ Sie ist begeistert vom Märchenfest. Das sollte es jedes Jahr geben. „Die Märchen erwachen hier für die Kinder zum Leben und auch die Erwachsenen werden wieder wie Kinder.“

Genau das war die Intention des Hanauer Märchenfestes, das aus einem Fest des HANAUER ANZEIGERS am Park in Wilhelmsbad hervorgegangen ist. Gemeinsam mit der Stadt und der Unterstützung vieler Sponsoren wurde das Märchenfest ans Schloß Philippsruhe verlegt, um das neue Museum GrimmsMärchenReich zu feiern.

Eine historische Kulisse

Und so tummelten sich zwei Tage lang große und kleine Prinzessinen, Könige und Königinnen, Ritter, Zwerge, Spinnerinnen und auch Drachen rund um die historische Kulisse. Es wurde gebastelt, gemalt, Geschichten und Musik gelauscht und gestaunt. Über den goldenen Drachen aus „Jim Knopf“ zum Beispiel. Den brachte Markus Eisolt mit seiner Straßentheatergruppe Pantao zum SchlossSeit 20 Jahren machen Pantao Maskentheater und sind auch beim Lamboyfest schon lange dabei. Das Märchenfest sei etwas besonderes, meinte Eisolt. „Die kleinen Kinder umringen uns und rätseln, ob es ein echter Drache ist.“ Magische Momente eben.

Dazu kamen vor allem Familien mit Großeltern und Kleinkindern aus der ganzen Region, Heppenheim und Rodgau reisten Märchenfreunde an. Das freute nicht nur die Organisatoren um Bernd Michel und Oberbürgermeister Claus Kaminski und HA-Verleger Thomas Bauer, sondern auch Bejamin Schäfer. Schäfer ist Geschäftsführer des Vereins Deutsche Märchenstraße, dessen südlichster Punkt Hanau ist.

Hanaus Stellenwert wächst

Hanaus Stellenwert für die Märchenstraße, die bis kurz vor Hamburg führt, wachse in den letzten Jahren immer spürbarer, meinte Schäfer am Rande der feierlichen Fest-Eröffnung. Mit dem Schlossplatz, den Brüder Grimm und nicht zuletzt den Festspielen könne Hanau als Märchen-Destination immer besser vermarktet werden. „Und wird zu unserer Freude immer wahrnehmbarer.“ Schließlich repräsentiere nichts so sehr das romantische Bild von Deutschland wie die Grimmschen Märchen mit Schlössern, Wäldern und Fachwerkhäusern.

Insgesamt kamen laut städtischer Pressemitteilung deutlich mehr als 10 000 Besucher an beiden Tagen. Mit einem solchen Ansturm hätten die Organisatoren nicht gerechnet. Teilweise seien die Catering-Stände daher überlastet gewesen. Aber da laut OB Kaminsky das Märchenfest am Schloss auch im nächsten Jahr stattfinden soll, gibt es die Möglichkeit, es dann noch besser zu machen. Und hoffentlich ist dann auch wieder die holländische Gänseschar mit Anja, Lipstick und Co dabei. 



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