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Wie es nach dem Brand an der Otto-Hahn-Schule weitergeht

Hanau

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    Die Feuerwehr löschte einen Brand an der Otto-Hahn-Schule in Hanau. Foto: Privat

Hanau. In der Nacht zum Dienstag hat es in der Otto-Hahn-Schule gebrannt. Dabei ist ein Sachschaden von rund 100 000 Euro entstanden. Jetzt wird an einem Ersatz-Stundenplan gebastelt, damit der Unterricht ab Freitag wieder für alle Jahrgangsstufen regulär stattfinden kann. 

Artikel vom 12. März 2019 - 16:55

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Von Christian Dauber

Rauchgeruch zieht am Dienstagmorgen durch die Otto-Hahn-Schule. Auf den Fluren herrscht bei unserem Besuch vor Ort gegen 9.30 Uhr deutlich weniger Betrieb als sonst: Kein Wunder: Der Unterricht für die Oberstufe fällt aus. Zwar hat das Feuer die Klassenräume nicht direkt erwischt. Der östliche Teil des Schulgebäudes ist durch die Verrauchung und Verrußung allerdings nicht nutzbar und gesperrt.

Das Feuer an der Gesamtschule in Kesselstadt war Polizeiangaben zufolge in der Nacht zum Dienstag nach Mitternacht in einem Mülleimer auf dem Schulhof ausgebrochen. Nach dem Bersten der Fensterscheiben griff es auf das Schulgebäude über. Dadurch wurde die Aula stark beschädigt, die laut Mitteilung „in Flammen“ stand. Passanten hatten das Feuer bemerkt. Glück im Unglück: Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Oberstufen-Unterricht abgesagt

Am Dienstagmorgen ist das Ausmaß der Zerstörung schon von außen zu erkennen: Balken hängen im Eingangsbereich der Aula herunter, der Ruß hat Teile des Gebäudes schwarz gefärbt. Der Aufenthaltsraum sei wie das gesamte Gebäude vorerst nicht nutzbar, erklärt Thomas Röder-Muhl beim Gespräch in seinem Büro. Dem Direktor ist die Aufregung anzumerken. Um 1 Uhr nachts sei er aus dem Bett geklingelt worden, seitdem sei er vor Ort. Viel geschlafen habe er daher nicht, berichtet Röder-Muhl. Dafür war zu viel zu klären. Zuletzt habe es seines Wissens in den 80er Jahren einmal an der Schule gebrannt, sagte der Direktor unserer Zeitung.

Der Unterricht für die Oberstufe sei am Dienstag abgesagt worden. Alle Schüler seien im Forum versammelt worden, wo man sie über die Geschehnisse informiert und Fragen geklärt habe – etwa, was dies für zu schreibende Klausuren bedeute. Auch die betroffenen Eltern seien informiert worden. Für die Klassen fünf bis neun sowie die Klasse 10 der Realschule finde der Unterricht wie gewohnt statt, erklärt Röder-Muhl.

Kein Abiturjahrgang

Für die Oberstufe sei eine Umstrukturierung des Stundenplans notwendig, bis die Aufräum- und Sanierungsarbeiten im betroffenen Schultrakt beendet seien. Der Jahrgang 10 des Gymnasiums falle bis einschließlich Donnerstag aus, wird Röder-Muhl in einer am Mittag verschickten Mitteilung der Stadt Hanau zitiert. Die Schüler der Q-Phase (Jahrgang 12) könnten ab Mittwoch zumindest wieder den Unterricht in den Nachmittagsstunden wahrnehmen. „Ab Freitag soll der Ersatz-Stundenplan stehen und der Unterricht wieder für alle Jahrgänge stattfinden“, prognostiziert der Schulleiter. Zum Teil werde man dafür auch Unterricht in den Nachmittag verlegen, um das aktuelle Raumproblem zu lösen.

Abitur macht an der Schule in der Kastanienallee in diesem Jahr übrigens niemand – zum Glück. „Dadurch, dass wir in diesem Jahr zu G9 zurückkehren, haben wir einen sogenannten 'Leerjahrgang', und es finden keine Abiturprüfungen statt“, erläutert Röder-Muhl.

Normalität wiederherstellen

Laut Hiltrud Herbst, Leiterin des Eigenbetriebs Immobilienmanagement (IBM) der Stadt Hanau, wird voraussichtlich ein Zeitraum von drei bis fünf Wochen benötigt, um einen Teil der Räumlichkeiten im Obergeschoss wieder nutzbar zu machen. Die Wiederherstellung der Räumlichkeiten auch im Erdgeschoss werde jedoch vermutlich deutlich länger dauern. Die Einzelheiten der Schadensabwicklung seien zunächst mit der Gebäudeversicherung und deren Gutachtern abzustimmen. Ein entsprechender Termin sei auch bereits anberaumt, an dem auch die Ermittler der Polizei teilnehmen würden, erläutert sie laut Mitteilung.

Bürgermeister und Schuldezernent Axel Weiss-Thiel war laut Mitteilung noch am Morgen des Brandes vor Ort, um mit der Schulleitung zu sprechen und sich ein Bild von der Situation zu machen. Weiss-Thiel und Oberbürgermeister Claus Kaminsky teilten mit, dass die Stadt Hanau die Schule selbstverständlich nach Möglichkeit unterstützen werde, um die schwierige Situation zu meistern. „Doch ist es unser Eindruck, dass die Schulleitung die Situation in dieser kurzen Zeit sehr gut in den Griff bekommen hat. Wir sind davon überzeugt, dass eine Übergangslösung gefunden wird, mit der alle Beteiligten leben können, bis die Normalität wiederhergestellt ist“, werden die beiden Stadtoberen zitiert.

Sachschaden mindestens 100 000 Euro

Die Feuerwehr hatte am frühen Dienstagmorgen zunächst auf Facebook über den Einsatz berichtet. Sie war insgesamt mit 30 Kräften vor Ort und mehrere Stunden lang mit den Löscharbeiten beschäftigt. Der Einsatz wurde laut Feuerwehr um etwa 3.25 Uhr beendet. Der Sachschaden liegt laut ersten Schätzungen der Polizei bei mindestens 100 000 Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Experten wollten noch am Dienstag die Brandstelle untersuchen. Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben,, sollen sich bei der Polizei unter der Rufnummer 0 61 81/10 01 23 melden.

 



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