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Große Hilfsbereitschaft für krebskranken Jungen

Hanau

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    Der 13-jährige Sven Catalano möchte irgendwann Apotheker werden. Rechts: Die Betreiber der Werksküche Frankfurt (von links): Kevin Schindler, Milad Wardak und Chris Ledesma-Müller. Fotos: PMFoto: Privat

Hanau. Sven Catalano hat einen großen Traum. Wenn er mal groß ist, möchte er Apotheker werden. Mit einer eigenen Apotheke und allem drum und dran. Im Moment liegt der Junge allerdings im Krankenhaus. Bei dem 13-Jährigen wurde im vergangenen Jahr Leukämie diagnostiziert. 

Artikel vom 07. März 2019 - 13:04

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Von Elfi Hofmann

Seitdem steht das Leben der Familie Catalano auf dem Kopf, denn auch Svens Vater ist gesundheitlich stark angeschlagen. Deshalb muss sich Mutter Martina fast alleine um ihren kranken Sohn kümmern, der seit dem vergangenen September nahezu ununterbrochen in der Kinderonkologie im Frankfurter Universitätsklinikum behandelt wird.

Um voll und ganz für ihren Sohn da sein zu können, musste Martina Catalano ihren Job in einem Möbelhaus vorübergehend aufgeben, was natürlich mit finanziellen Einbußen verbunden ist. 

Sandra Polatzek initiierte die Aktion

Das Schicksal der Familie bewegte auch Sandra Polatzek von den Bürgern für Hanau (BfH). „Meine Tochter und Sven haben die gleiche Grundschule besucht“, erzählt die Lokalpolitikerin. Polatzek war dort Elternsprecherin, als Nachfolgerin wurde Martina Catalano gewählt. Und auch jetzt besuchen beide Kinder die Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel, Sven hat allerdings bisher fast das gesamte siebte Schuljahr verpasst.

Der Kontakt zu der Familie sei auch deshalb nicht abgerissen, da Sven sich in einem Projekt für Kinderrechte engagierte, das Polatzek begleitet. Als sie von Svens Erkrankung und der prekären finanziellen Situation der Catalanos erfuhr, war für sie klar: „Wir müssen etwas tun!“ Svens Mutter habe mit keinem Wort darum gebeten, für sie ging es einzig und allein darum, dass ihr Sohn gesund wird, betont Polatzek.

Die Fahrten nach Frankfurt, der Verdienstausfall – all das habe die Familie in den letzten Monaten sehr belastet. Deshalb stellte die Hanauerin eine Spendenaktion auf die Beine, um die Familie zu unterstützen. „Am Anfang wusste ich gar nicht, wie so etwas funktioniert“, erzählt sie rückblickend. Unterstützung bekam sie dabei auch von Stefan Betz vom DRK und Oliver Rehbein von den BfH. Über das DRK wurde dann relativ unbürokratisch ein Treuhandkonto eröffnet. Insgesamt seien so in den vergangenen Monaten mehrere Tausend Euro zusammengekommen. „Das Geld ist natürlich toll, aber auch die emotionale Hilfe ist sehr wichtig“, betont Polatzek.

Mit den Spenden wurden nicht nur die Spritkosten gezahlt, auch die Reparatur des Autos musste bewältigt werden. Und dann kam auch noch die Anschaffung von neuen Autoreifen auf Martina Catalano zu. „Die Ärzte haben ihr gesagt, dass sie lieber nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren soll, weil die Möglichkeit, sich bei anderen Personen mit einer Erkältung oder anderen Krankheiten anzustecken, zu hoch sei“, so Polatzek. Dann wäre die Gefahr sehr hoch gewesen, auch den 13-Jährigen anzustecken.

Geeigneten Spender gefunden

Seit dem 25. September liegt Sven bereits im Krankenhaus in Frankfurt, nur an Heiligabend war er kurz zu Hause und ist mittlerweile seit fast sechs Monaten nahezu vollständig isoliert. „Er hat alles durchgemacht, was geht“, erzählt Polatzek. Chemotherapie, Bluttransfusion, zahlreiche Untersuchungen, alles verbunden mit Komplikationen. Irgendwann war klar: Um eine Stammzellspende kommt der Schüler nicht herum.

Nachdem ein geeigneter Spender gefunden war, erfolgte der Eingriff dann vor genau vier Wochen. Laut Sandra Polatzek bauen sich die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, mittlerweile sehr gut auf. „Er ist auf einem super Weg“, erzählt sie. Die absolute Isolierung werde bald ein bisschen gelockert werden können. Und dann darf Sven auch wieder seine geliebten Spaghetti mit Bolognese und Pizza essen.

Aufmerksamkeit generiert

Seine Leibspeisen wird es auch am morgigen Freitag im Nachbarschaftshaus Lamboy/Tümpelgarten geben. Dort findet ab 17.30 Uhr die Dankes- und Benefizveranstaltung „Hanau hilft zusammen!“ statt, bei der sich die Initiatoren bei den Unterstützern bedanken wollen. Für die Zubereitung von Pasta und Pizza sind die Hanauer Chris​ Ledesma-Müller und Kevin Schindler zuständig, die in Frankfurt die „Werksküche“ betreiben.

„Ich bin von Bekannten aus Hanau auf die Aktion aufmerksam gemacht worden“, erzählt Ledesma-Müller. Daraufhin sei er der Sache nachgegangen und habe auch einen Spendenaufruf bei Facebook geteilt, ein so großes Netzwerk, wie er es habe, müsse man nun mal ausnutzen. „Wenn es drauf ankommt, klappt sowas super in Hanau“, betont der Gastronom. Als Sandra Polatzek ihn auf die geplante Veranstaltung ansprach, war für Ledesma-Müller klar, dass man das größer aufziehen müsse, um noch mehr Aufmerksamkeit auf die Krankheit im Allgemeinen und Sven im Speziellen zu richten. „Man kennt so viele Leute und macht eigentlich nie etwas Sinnvolles damit“, erzählt der Hanauer.

Videobotschaft aufgenommen

Deshalb hat er auch direkt seinen ehemaligen Schulkameraden Arnold Bauer kontaktiert. Der Vertriebsleiter des HANAUER ANZEIGER war genauso mit an Bord wie beispielsweise die Sparkasse Hanau, die Wallonisch-Niederländische Gemeinde oder die Pizzeria Calimero aus Großauheim. Als Schirmherr konnte OB Claus Kaminsky gewonnen werden. Für fünf Euro können die Besucher morgen leckere Pasta oder Pizza essen. Der Erlös geht zu gleichen Teilen an die Familie Catalano und den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Hanau. 

Weil Sven bei der Veranstaltung nicht dabei sein kann, hat er eine Videobotschaft aufgenommen, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Extra für ihn wird eine große Portion Spaghetti mit Bolognese gekocht und im Anschluss ins Krankenhaus gebracht. Ein weiteres Zeichen, dass es bergauf geht.

Spendenkonto

Empfänger: Deutsches Rotes Kreuz Hanau, Verwendungszweck: DRK Spendenkonto „Hilfe für Sven Catalano Hanau-Lamboy“, IBAN: DE55 5065 0023 0000 1009 17



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