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Ab 2020 voraussichtlich wieder mehr ICE-Stopps in Hanau

Hanau

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    Vom nächsten Jahr an sollen ICE-Züge der Bahn, hier auf einem Abstellgleis in Frankfurt, wieder vermehrt am Hauptbahnhof Hanau halten. Symbolbild: Pixabay

Hanau. Nach Aussage von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) beabsichtigt die Bahn vom Jahr 2020 an, das bis zum Jahr 2017 geleistete Fernverkehrsangebot in Hanau wiederherzustellen. 

Artikel vom 06. März 2019 - 10:20

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Zum Fahrplanwechsel Ende 2017 hatte die Bahn unter anderem den ICE-Halt auf der Linie Berlin-München am Hanauer Hauptbahnhof gestrichen. Seit Dezember 2017 halten deshalb weniger ICE-Züge in Hanau. Wann sich das wieder ändern wird, wollte der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Degen (Neuberg) während der jüngsten Fragestunde im Hessischen Landtag von Verkehrsminister Al-Wazir wissen. 

Bereits 2017 hatte Degen mit einer kleinen Anfrage versucht zu erfahren, ab wann in Hanau wieder mehr ICE-Züge halten. Damals wurde die Reduzierung der Fernverbindungen mit Infrastrukturengpässen im Kinzigtal zwischen Hanau und Fulda sowie Fahrzeugengpässen begründet und angekündigt, den Angebotsumfang binnen weniger Jahre wieder zu erhöhen. Mit seiner erneuten Nachfrage erfuhr Degen nun, dass sich hier im kommenden Jahr endlich etwas tun werde. 

Stand vor 2017 wiederherstellen

„Erfreulicherweise teilte mir Verkehrsminister Al-Wazir auf meine Nachfrage mit, dass die Deutsche Bahn AG beabsichtige, ab 2020 schnellere ICE-Züge einzusetzen und damit das Fernverkehrsangebot in Hanau entsprechend dem Stand vor dem Fahrplanwechsel 2017 wiederherstellen möchte“, so Degen. 

Bis es so weit sei, wolle er das Thema weiterverfolgen. Denn zahlreiche Pendler seien auf die Fernverbindungen angewiesen und müssen sich seit dem Fahrplanwechsel 2017 mit den ohnehin stark genutzten und überfüllten Zügen Alternativen suchen. „Hanau und die Region wachsen. Wir brauchen einen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und der darauf betriebenen Verbindungen.

Geschwindigkeitsgewinne durch Schwarzkopftunnel

Daran erinnere ich die Bahn immer gerne wieder“, erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete. Auch Hanaus Stadtspitze hat schon mehrfach die Reduzierung des Fernverkehrsangebots am Hanauer Hauptbahnhof als „nicht akzeptabel“ kritisiert. Aus Sicht des Magistrats müsse die Schiene im Wettbewerb mit Auto, Bus und Flugzeug im umsteigefreien Fernverkehr künftig eine größere Rolle spielen. Insofern komme dem Hanauer Hauptbahnhof mit seinem regionalen Einzugsbereich große Bedeutung zu. Weniger ICE-Halte jedoch liefen dem zuwider.

Es sei bedauerlich, dass zwar neun ICE-Linien Hanau durchführen, davon aber nur noch zwei statt vorher drei regelmäßig hier halten. Das sei umso weniger mit Blick darauf zu verstehen, dass die Bahn auf der Strecke von Essen nach München durch die Inbetriebnahme des Schwarzenkopftunnels zwischen Aschaffenburg und Würzburg „ganz erhebliche Geschwindigkeitsgewinne“ erziele. 

Da diese Linie den Hanauer Hauptbahnhof mit lediglich 60 Stundenkilometer durchfahre, müsste in der Brüder-Grimm-Stadt „ein zusätzlicher Halt ohne allzu große Zeitverluste zu organisieren sein“, hatten Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und Stadtrat Thomas Morlock (FDP) in einem früheren Schreiben an die Führung der Deutschen Bahn kritisiert. rg 



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