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Ohne Plastik: Sie planen einen "Unverpackt"-Laden

Hanau

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    Wollen sich nicht länger damit begnügen, nur im engsten Umfeld für Umweltbewusstsein zu werben: Mara Landwehr (links) und Stina Amrhein. Foto: Jutta Degen-Peters

Hanau. „Wenn ich nicht plastikfrei einkaufen kann, verkneife ich es mir ganz“, sagt Stina Amrhein. Und ihre Freundin Mara Landwehr ist ebenfalls an diesem Punkt angelangt. Der Verpackungsmüll beschäftigt die beiden jungen Frauen schon lange.

Artikel vom 17. Februar 2019 - 12:28

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Von Jutta Degen-Peters

Jetzt machen sie Nägel mit Köpfen: Sie wollen in Hanau einen „Unverpackt“-Laden auf den Weg bringen. Am Dienstag, 19. Februar, haben sie Interessierte und mögliche Mitstreiter in die Alte Schule nach Großauheim eingeladen.

Gerade sitzen die Politik-Studentin und die angehende Bauzeichnerin mit der künftigen Geschäftsfrau Nina Bornemann zwischen noch leeren Holzregalen, Schüttbehältern und Holzkisten im frisch möblierten Ladenlokal an der Bahnhofstraße 35 in Mühlheim am Main zusammen und lassen sich inspirieren. Bornemann ist mit ihrem Mann dabei, einen Laden in Mühlheim zu eröffnen (Termin ist am 9. März).

"Viele kleine Schritte"

Sie hatte nach 20 Jahren als Arzthelferin Lust auf etwas Neues und will dafür sorgen, dass sich das Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit der Umwelt weiter ausbreitet. „Ein Laden ist dafür genau richtig. Er ist viel mehr als nur Verkaufsraum“, sagt sie. Und Mara und Stina sehen das genauso. Der Austausch, die Information über ein Leben ohne Plastikverpackung, alles das sorge dafür, dass die Achtsamkeit wachse.

Die Freundinnen Nina und Stina sind in Familien aufgewachsen, in denen der Verzicht auf Plastiktüten propagiert wird. Dann kam der Mehrweg-Kaffeebecher hinzu. „Es waren viele kleine Schritte“, erklären sie. Mittlerweile ernähren sich beide fast vegan, „aber manchmal scheitert man da auch am Thema Verpackung“, ergänzt Stina. Den endgültigen Anstoß, nicht nur für sich etwas zu ändern, sondern im größeren Stil etwas gegen den Plastikwahnsinn zu unternehmen, hat der Vortrag zu dem Buch „Besser Leben ohne Plastik“ für die beiden Freundinnen gegeben.

Praktikum bei Stadt Hanau

Im Freundeskreis sind sie längst dafür bekannt, dass sie sich mit nachhaltigen Themen auseinandersetzen. Mara ist seit ihrem 16. Lebensjahr politisch aktiv.

„Wir müssen auch politisch was verändern“, ist sie überzeugt. „Denn wenn wir unsere Lebensgrundlagen zerstören, gibt es uns bald nicht mehr.“ Mittlerweile absolviert die junge Frau mit dem blonden langen Haar im Rahmen ihres Politologie-Studiums ein Praktikum bei der Stabsstelle Nachhaltige Strategien der Stadt Hanau. Von dort erhält sie Unterstützung für ihre Initiative und kann ihre Zeit auch für Recherchen zum Thema Unverpackt nutzen.

Kreative Ideen gefragt

Alleine einen Laden zu eröffnen, der Nudeln, Seife und Kaffee ohne Verpackung anbietet, können Mara und Stina nicht leisten. Stina will nach Beendigung ihrer Ausbildung zur Bauzeichnerin an der Bauhaus-Uni in Weimar studieren. Auch Mara hat noch viel vor. Trotzdem wollen sie sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen. „Wir machen unseren Plan zu einem Gemeinschaftsprojekt“, sagt Landwehr und hofft darauf, dass sich am Dienstag genügend Menschen finden, die auch mehr für ein umweltbewusstes Leben tun wollen.

Den Laden als reines ehrenamtliches Projekt aufzuziehen, halten sie nicht unbedingt für erfolgversprechend. Den Bedarf nach einem solchen Laden sehen die beiden aber auf jeden Fall, bei Studenten, Menschen mit Umweltbewusstsein und Leuten, die etwas ändern wollen. Es gehe auch darum umzudenken, sagen sie und Bornemann pflichtet ihnen bei: „Vieles, was man kauft, braucht man nicht unbedingt. Darüber nachzudenken, lohnt sich auf jeden Fall“.

Wie und ob der Laden realisiert werden kann, steht noch in den Sternen. Gefragt sind gute und kreative Ideen. Mara und Stina haben sich über verschiedene Konzepte informiert, die sie kommende Woche vorstellen möchten.

 

Kick-off-Veranstaltung
Um die Frage „Wie ist ein 'Unverpackt'-Laden in Hanau zu realisieren?“ geht es am Dienstag, 19. Februar, um 19 Uhr in der Alten Schule in Großauheim am Hans-Gruber-Platz 1.


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