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Israelische Generalkonsulin besucht die Karl-Rehbein-Schule

Hanau

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    Die israelische Generalkonsulin, Sandra Simovich (vorne Mitte), hat kürzlich die Karl-Rehbein-Schule besucht. Dort wurde sie von der gesamten Schulgemeinde mit offenen Armen empfangen.  Foto: PM

Hanau. Ein besonderer Gast: Die Generalkonsulin Israels, Sandra Simovich, hat kürzlich die Karl-Rehbein-Schule (KRS) besucht. Darauf blickt die Hanauer Schule in einer Mitteilung zurück.

Artikel vom 08. Februar 2019 - 13:12

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„Zwei schwarze Limousinen mit Blaulicht biegen in den Schulhof ein. Personenschützer steigen aus und kontrollieren kurz die Lage. Das zeugt von einem hohen Besuch an der KRS“, heißt es in der Mitteilung. Simovich war in Begleitung des Senior Advisor Linar Sahar gekommen. Beide wurden mit offenen Armen von KRS-Schulleiter Jürgen Scheuermann und seinem Stellvertreter, Robert Schnabel, empfangen.

Sogleich geht es in die neue Aula der KRS, wo bereits die künftigen Abiturienten der KRS warten, um mit Simovich ins Gespräch zu kommen. Vermittelt wurde der Besuch von Helge Eikelmann, einem ehemaligen Schüler von Jürgen Scheuermann und seit geraumer Zeit Repräsentant des israelischen Generalkonsulats für das Rhein-Main-Gebiet und insbesondere für Netzwerke zwischen Unternehmen, Schulen und dem Staat Israel zuständig. 

 „Für die Menschen in Israel gehören diese Konflikte nicht zum Alltag“

Simovich ist seit 2017 als Generalkonsulin für den gesamten Süden Deutschlands zuständig, der Sitz des Konsulats befindet sich in München. Simovich befindet sich gerade auf „Schultour“, um sich mit jungen Menschen auszutauschen mit dem Ziel, das vorherrschende öffentliche Bild über Israel zu korrigieren. Denn in den Nachrichten, so die Generalkonsulin laut Mitteilung der KRS, werde die israelische Realität nicht abgebildet.

Wenn dort das Thema Israel auftauche, dann meist in Verbindung mit dem Nahost-Konflikt oder mit dem Disput mit dem Iran. „Für die Menschen in Israel gehören diese Konflikte nicht zum Alltag“, betont Simovich. „Wir sind ein offenes, freundliches Land mit einer westlich geprägten, liberalen Gesellschaft.“, erläutert Simovich weiter. Israel zähle, ergänzt Sahar, laut einer OECD-Ranking-Liste zu den „glücklichsten Ländern der Erde – und das sogar weit vor Deutschland“.

Lob für die Schüler

KRS-Direktor Jürgen Scheuermann mag da nur uneingeschränkt zustimmen, unterhält die KRS mit der Ginsburg Haoren High-School in Yavne eine enge Partnerschaft mit intensivem Schüleraustausch. „Wir sind immer wieder von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft überwältigt, mit der wir in Yavne empfangen werden – das ist einmalig“, bestätigt Scheuermann. „Israel ist ein faszinierendes Land. Wer dort ist, wird schnell etwaige Vorurteile über das Land und seine Bewohner revidieren“, so Scheuermann weiter. 

Dass sich diese Schulpartnerschaft auszahlt, ist auch im Folgenden, offenen auf Augenhöhe geführten Austausch zwischen der Generalkonsulin und den Schülern spürbar, denn die Rehbeiner zeigen sich hier sehr interessiert und auch bestens informiert. Einige von ihnen haben Israel bereits einen längeren Besuch abgestattet. Simovich lobt die versammelte Schülerschar ob der guten Fragen und vielfältigen Themen, die angesprochen werden. So wird beispielsweise das historisch belastete Verhältnis zwischen Deutschland und Israel diskutiert, gibt es hierzulande politische Tendenzen, den Holocaust zu verharmlosen oder sogar ganz zu negieren.

Deutschland als verlässlicher Partner

„Deutschland ist längst ein verlässlicher Partner und guter Freund Israels“, hebt Simovich hervor. Freilich sei einerseits der weltweit um sich greifende Antisemitismus einhergehend mit zunehmend nationalistischen Tendenzen nicht zu verleugnen, bedauert Simovich. Sie sieht aber andererseits gerade Deutschland mit seiner starken, pluralistisch geprägten Demokratie nicht in der Gefahr, wieder in die schlimmen Zeiten von 1933 abzugleiten. „Solange Sie als junge Menschen aktiv dagegen halten und eben nicht wegschauen, hat der Antisemitismus in Deutschland keine Chance“, ist sich Simovich sicher, denn „Deutschland besteht aus weit mehr als nur einer ganz bestimmten Partei“. 

In Kürze soll das Ausstellungsprojekt „70 Posters“ an der KRS gezeigt werden. Hierbei handelt es sich um eine Auswahl an Kunst-Postern, die die Frankfurterin Henrietta Singer und die in Jerusalem aufgewachsene Sara Neumann zusammen getragen haben. Jedes Poster stehe dabei für ein Jahr in der Geschichte des 1948 gegründeten Staates Israel. Die Poster seien für die beiden Künstlerinnen kleine Fenster in die Gegenwart und in die Vergangenheit. Sehr zur Freude von Scheuermann sagt Simovich die Schirmherrschaft über die Ausstellung zu um sich dann im Gästebuch der KRS zu verewigen. cd



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