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So war das Abschluss-Event zu unserer Helpaniola-Hilfsaktion

Hanau

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    Farbenfroher Besuch: In diesem Originalkostüm aus dem karibischen Karneval besuchte ein Vertreter im Namen der dominikanischen Tourismusbehörde das Abschlussfest auf dem Marktplatz. Er wurde vielfach fotografiert und zum Karneval auf der karibischen Insel befragt. Foto: Mike Bender

Hanau. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind. Er war es, der am Sonntag in der Brüder-Grimm-Stadt die spektakulären Flüge des Luftschiffs zwischen Schloss Philippsruhe und Marktplatz vereitelte, die im Rahmen der Helpaniola-Hilfsaktion vorgesehen waren. 

Artikel vom 03. Februar 2019 - 18:19

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Von Jutta Degen-Peters

Doch bei Windgeschwindigkeiten von fast 50 km/h wäre die Fahrt des Luftschiffs laut dem Kapitän Matthäus Smodis zu gefährlich gewesen: „Wir wären mit unserem zwar 40 Meter langen aber nur 900 Kilo schweren Luftschiff zum Spielball des Windes geworden.“

Geduld bis zum Frühjahr

So müssen sich die drei Gewinner-Paarungen, die eigentlich über die Dächer von Hanau hätten schweben sollen, bis zum Märchenfest im Frühjahr gedulden. Wer von oben auf den Marktplatz herunter schaute, wurde aber auch ohne Luftschiff Zeuge eines bisweilen quirligen Treibens.

Eisiges Vergnügen auf der einen, karibisches Feuer auf der anderen Seite. Denn karibisches Feuer beflügelte die Macher der Abschlussveranstaltung „Invierno Dominicano“ des Helpaniola-Hilfsprojekts, das Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf der Dominikanischen Republik ein besseres Leben ermöglichen will.

Der mit einer Dominikanerin verheiratete Flugbegleiter Martin Sehnem hatte die Initiative ins Leben gerufen und – wie er den Besuchern auf dem Marktplatz erklärte –- dank zahlreicher Unterstützer wie dem HANAUER ANZEIGER, der Fluglinie Condor, dem dominikanischen Generalkonsul und vielen weiteren schon mehrere Container mit Hörgeräten, Rollstühlen und sonstigen Hilfsmitteln auf die karibische Insel geschafft.

Vielfältiges Programm

Auch am Abschlusstag der Helpaniola-Aktion in Hanau waren die Besucher aufgerufen, sich mit Spenden einzubringen. Darüber hinaus bot sich ihnen ein vielfältiges Programm. Unter anderem ein Tanz-Workshop, bei dem sich die Gäste die Kälte aus den Knochen schütteln konnten. Dass Tanzen dem Anwärmen und der guten Laune gleichermaßen dient, führten junge Leute der Tanzschule Berné bei Salsa und Hip-Hop vor.

Die heißen Rhythmen beflügelten auch den Vertreter der „Dom Rep“ im knallbunten Kostüm mit Maske. Er war vom dominikanischen Tourismusbüro nach Hanau entsandt worden und sollte zeigen, dass Hanau und die Dominikanische Republik, mal abgesehen vom Wetter, so einiges gemein haben. 

„Vier Wochen lang wird auf der Insel der Karneval gefeiert“, erklärten Sehnem und Moderator Sven Mayer. Gemein haben Deutschland und das Nachbarland Haitis auch die Kartoffelsuppe. Diese und weitere dominikanische Spezialitäten – unter anderem karibische Kartoffelsuppe – wurden an einem Stand angeboten, der die Vorzüge des Landes anpries. Und die liegen, wie der 30-jährige Anneloyne Ventura, Erzieher aus Frankfurt, erklärte, vor allem in der Offenheit der Leute, im guten Wetter (zurzeit 20 bis 25 Grad Celsius) und einer Kultur, die eine Mischung aus europäischen, afrikanischen und indigenen Elementen darstellt.

Reise in die Dominikanische Republik

Das stimmte die Gewinner der Verlosung aus den Spendern schon mal auf den Hauptpreis ein, die um 16 Uhr ermittelt und bekannt gegeben wurden: eine Reise für zwei Personen oder eine Familie mit Kindern in die Dominikanische Republik. Die Reise gewann Matthias Meißner aus Maintal, der bei der Ziehung nicht mehr da war. Die Dauerkarten für den Kultursommer erhielt die Turngemeinde Hanau, die den Gewinn unter ihren Mitgliedern verlosen will. Mit einer Kiste Dom Rep-Zigarren ging die Nichtraucherin Martina nach Hause.

Als Botschafter ihres Landes zeigten am Sonntag neben dem Generalkonsul Ramon Carrero auch der Dekan sowie der Vizedirektor der Universität, Antonio Medina, Flagge, Carrero erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, der habe mit Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der die Schirmherrschaft über die Helpaniola-Aktion übernommen hatte, die Chancen für eine Zusammenarbeit zwischen Hanau und einer Region auf der Insel ausgelotet. Medina kam aus Frankfurt dazu. Er hatte an einem Austausch seiner Universidad autonoma de Santo Domingo mit der Goethe-Universität den Besuch in der Brüder-Grimm-Stadt angeschlossen.

Lob für das Engagement vom OB

Dass alle am Abschlussfest Beteiligten – von der Band Chico Diaz über den Helium 6-Frontman Tofino und die zahlreichen Helfer von Condor, Extrablatt und HA – unentgeltlich mitwirkten, freute nicht nur Initiator Sehnem. Oberbürgermeister Kaminsky lobte das Engagement von Sehnem und seinen Mitstreitern.

Die Brüder-Grimm-Stadt, in der Menschen aus 130 Nationen zu Hause seien, stehe für Frieden und Toleranz und unterstütze die Aktion gerne. Sein Appell: „Lassen Sie uns die Stunden zu einem Nachmittag der Solidarität und Nächstenliebe machen.“

Der Geschäftsführer des Eisbahn-Betreibers Interevent, Thomas Hein, der angekündigt hatte, die Einnahmen des letzten Hanauer Eisbahntags an Helpaniola zu spenden, konnte dazu Erfreuliches vermelden. „Es dürften etwa 1000 Euro zusammenkommen, die wir an das Projekt übergeben werden“, freute er sich.



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