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Baumfällungen um Kirchplatz: Das sagt OB Claus Kaminsky

Hanau

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    Kahlschlag: Rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche liefen die Kettensägen zu Beginn der Woche auf Hochtouren. Foto: Holger Hackendahl

Hanau. Noch immer sorgt die Baumfällung auf dem Platz um die Wallonisch-Niederländische Kirche für heftige Diskussionen in der Stadt, was unter anderem an zahlreichen Leserbriefen in unserer Zeitung deutlich wird. Auch in den sozialen Netzwerken wird der Kahlschlag sehr kritisch kommentiert. 

Artikel vom 01. Februar 2019 - 18:14

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Das veranlasst Oberbürgermeister Claus Kaminsky, sich erneut zu Wort zu melden. 

Er fühle sich durch die Kritik an den „aktuell erfolgten, notwendigen Baumfällungen“ an der Wallonischen Kirche an eine ähnliche Debatte vor dem Umbau des Freiheitsplatzes erinnert und erklärt in einer städtischen Pressemitteilung: „wiederum bin ich überzeugt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung auch hier den neuen Platz besser finden wird“.

Endlich sei absehbar, „dass wir die Wallonisch-Niederländische Kirche als Wahrzeichen der Stadt nicht mehr mit Autos umranden“, sagt Kaminsky mit Blick auf die dort bevorstehende Umgestaltung. Diese soll Ende März damit beginnen, dass die Französischen Allee auf Ost- und Westseite anders angelegt wird, ehe der Platz selbst an der Reihe ist. 

Nach den Worten von Stadtrat Thomas Morlock steht die Vergabe der Bauleistungen an die ausgewählte Firma Ende Februar auf der Tagesordnung des Magistrats. Danach könne die Baustelle eingerichtet werden. Die Französische Allee erhalte dann in Ost und West einen hell eingefärbten Asphalt über den gesamten Straßen- und Gehwegbereich sowie auf 43 Autostellplätzen. 

Für die Straßenbauarbeiten sind laut Morlock rund drei Monate vorgesehen, anschließend beginne die Umgestaltung des Platzes um die Doppelkirche. Die Stadt weist daraufg hin, dass von diesem Zeitpunkt an auch die Stellfläche für Autos gänzlich wegfalle, die bis zur Jahresmitte zunächst noch zu einem gewissen Teil zur Verfügung steht. Während des Umbaus der Französischen Allee erfolgt die Verkehrsführung über den Platz, anschließend wieder über die Straße.

Stadtrat Morlock betont, dass bei allen öffentlichen Präsentationen zum Umbau des Wallonisch-Niederländischen Kirchplatzes klar ersichtlich gewesen sei, „dass hier die alten Bäume bis auf vier Ausnahmen durch hochstämmige neue Bäume ersetzt werden.“ So sei beispielsweise beim Bürgerwochenende im Oktober 2017 auf einer Ausstellungstafel zu lesen gewesen, dass die vorhandenen Vegetationsflächen „in einem schlechten Zustand“ und „viele Bäume abgängig“ seien oder „erhebliche Mängel“ aufwiesen.

„Niemand fällt gerne Bäume“, versichert OB Kaminsky. Aber ein neuer Platz mit Bäumen, deren Vitalität zeitlich begrenzt und für die ein Umpflanzen keine Lösung sei, das passe nicht zusammen. Umgekehrt sei die Auswahl der zu erwartenden neuen Baumarten auf dem Platz „zukunftsweisend“. Denn Japanische Schnurbäume, Feldahorne und Amerikanische Amberbäume seien robuster und somit besser gegen Klimaveränderungen gefeit als beispielsweise Baumhasel und Zierkirschen, die jetzt gefällt wurden.

Der Wegfall von 120 asphaltierten Parkplätzen zugunsten einer Grünfläche bedeutet in den Augen Kaminskys zudem „eine Entsiegelung mitten in der Stadt“. Mit mehr und vitalem Grün leiste der Platz an der Wallonisch-Niederländischen Kirche nach dem Ende der Umgestaltung im Oktober 2020 einen wichtigen Beitrag zu besserer Luft, zumal auch die Zahl der Parkplätze im Straßenraum reduziert werde. ju



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