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Benefizaktion der Musikercombo Hautevolee für das Kinderhospiz

Hanau

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    Die aktuelle Besetzung von Hautevolee (von links): Marcel Martini (Bassist bei Banjoory), Marvin Scondo (Berufsmusiker), Joerg Obenauer (Kamera und Videoschnitt), Matthias Oberländer (macht seit 40 Jahren in Hanau Musik, Cajon), Sebastian Dziambor (Wirt des „Rothen Löwen“, sammelt die Spenden ein), Carsten Riedel (Gitarrist bei Helium6 und Co-Moderator), Benderris (DJ) und Marc Merges (Kopf, Ideengeber und Gitarrist). Auf dem Foto fehlt Matthias Merget (Rap, DJ). Foto: PM/

Hanau. Wenn am Samstagabend Promisternchen Gina-Lisa Lohfink ihre Handtasche, Reuters-Fotograf Kai Pfaffenbach eine Fotografie und Mundstuhl Ande seine Unterhose versteigern, dann soll dabei so viel Geld wie nur möglich hereinkommen. Denn die Einnahmen gehen eins zu eins an den Kinder- und Jugendhospizdienst Hanau.

Artikel vom 20. Dezember 2018 - 10:43

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Von Kerstin Biehl

Und nicht nur diese. Hautevolee, eine Band aus verschiedenen Hanauer Musikern, hat sich noch anderes einfallen lassen, um den Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder in den Tod zu begleiten, finanziell zu unterstützen.

Den Ursprung hat das Spendenprojekt in einem Hobby. „Eigentlich wollte der eine meiner Freunde nicht länger Karten spielen. Dann haben wir uns gefragt, was wir stattdessen machen sollen. Also haben wir beschlossen, Musik zu spielen“, erinnert sich der kreative Kopf hinter Hautevolee, Marc Merges. 

Daraus sei letztlich die Band Hautevolee entstanden. Ein Kunstprojekt, das seit nunmehr drei Jahren existiert. Merges singt und schreibt die Songs. Deutsche Lieder, die von Liebe, dem Kick, aber auch von sozialkritischen Themen handeln. Zehn Songs hat Merges in seinem Repertoire. Das Gitarrenspielen hat er sich vor zehn Jahren selbst beigebracht. „Als der Gitarrenlehrer im Volkshochschulkurs dann zu mir gesagt hat,'Marc, spiel du doch auch mal Kuckuck', habe ich gesagt 'Ach, ich glaube, ich geh'. Das ist nichts für mich', bin nach Hause gegangen und habe alleine gespielt.“

Initiator der Spendenaktion

Auf der Gitarre, die er sich damals bei Real gekauft hat, spielt er bis heute. Zum Gespräch hat er sie mitgebracht und gibt einen Song zum Besten. Der handelt vom Küssen auf der Nordseeinsel Langeoog. Unbeschwert, beschwingt und eingänglich. Ein krasser Kontrast zu dem schweren Hintergrund, der hinter dieser Aktion steckt. Zur Band gehören aktuell außerdem Ben Derris als DJ, Matthias Merget als Rapper und Carsten Riedel dazu. 

Merges ist der Initiator der Spendenaktion, die in diesem Jahr zum dritten Mal stattfindet. Ausschlaggebend dafür, für den Hospizdienst zu sammeln, war die Schwiegermutter von Merges bestem Freund. Sie arbeitet ehrenamtlich beim Kinder- und Jugendhospizdienst und hat den gebürtigen Hanauer inspiriert. „Ich habe selber zwei Söhne. Und als ich von dieser Arbeit hörte, habe ich mich mit dem Gedanken beschäftigt, wie es sein muss, wenn dein Kind stirbt. Wenn du weißt, es lebt noch ein halbes Jahr, und du musst es in den Tod begleiten. Wenn du weißt, du kannst dich nicht mal selber rausnehmen.

Streetmusic, 22. Dezember 2018

11 Uhr: Coffee-Bay Forum
11.30 Uhr: Brettwerk
12 Uhr: Klassert und Seeliger
12.30 Uhr: der Laden
13 Uhr: Kaufhof/Rewe
13.30 Uhr: Klara
14 Uhr: Weihnachtsmarkt
14.30 Uhr: Central
15 Uhr: Sneakerbox
15.30 Uhr: Henri & Leo
16 Uhr: Weinstand Forum

Angenommen, du wolltest dich umbringen, weil du es selber nicht aushältst, geht das nicht, weil du dein Kind in den Tod begleiten musst“, beschreibt Merges seine Gefühle. „Das fand ich so pervers.“ Der 46-Jährige ist stark beeindruckt von den Mitarbeitern des Hospizdienstes. „Ich kann mir nicht ausmalen, was es heißt, ich müsste mein Kind in den Tod begleiten. Das verstehe ich nicht. Das kann ich nicht nachvollziehen. Damit bin ich überfordert. Und diese Menschen haben diese Größe und es sich zur Lebensaufgabe gemacht, das zu begleiten. Das finde ich Wahnsinn.“

Auf der Facebookseite von Hautevolee werden seit einigen Monaten Videointerviews mit bekannten Persönlichkeiten der Region ausgestrahlt. Elf Gespräche sind bisher zustande gekommen. Zu Gast waren etwa Musiker Moses Pelham, Journalist Frank Lehmann und Stadtrat Thomas Morlock. Aber auch zwei Mitarbeiterinnen des Kinder- und Jugendhospizdienstes haben sich den Fragen von Merges und Co-Moderator Riedel gestellt. 

Daher kommt der Name

„Die Interviews sollen die Leute neugierig machen“, hofft Merges. Und er hofft auch darauf, dass am Samstag möglichst viele Leute zu den Platzkonzerten in die Innenstadt kommen. Denn auch die gehören zu der Aktion. Von 11 bis 16 Uhr wird die Band an verschiedensten Orten in der Innenstadt aufspielen. „Ich erhoffe mir, dass ganz viel Geld zusammenkommt“, sagt Merges. Und es zeichnet sich ab, dass diese Hoffnung in Erfüllung geht. Im Rahmen der Videointerviews mit den Promis der Region werden auch Dinge versteigert, etwas ein Trikot mit original Unterschriften vom FC Bayern München oder ein Motorradführerschein. Das Trikot liegt aktuell bei 1000 Euro. 

Woher der Bandname Hautevolee rührt, erklärt Merges so: „Er soll die Leute ärgern und soll die, die sich als Hautevolee fühlen, so ein bisschen durch den Dreck ziehen, um zu zeigen, was Hautevolee eigentlich heißt: gesellschaftlich einen sozialen Gedanken vertreten. Das ist ja eigentlich das Witzige an dem Namen, dass man das gar nicht so weiß.“

Die am Samstag vor dem Coffee-Bay beginnende Spendenaktion findet am Abend ab 20 Uhr in der Bar „Wohnzimmer“ am Schlossplatz ihre Fortsetzung. Dort wird Hautevolee dann gemeinsam mit dem Hanauer Musiker Marvin Scondo spielen.
 
www.facebook.com/hautevolee.hanau.7

Spendenkonto: Kontoinhaber AKHD Hanau, Sparkasse Hanau, IBAN-Nr.: DE23 5065 0023 0000 1118 72, SWIFT-BIC: HELADEF1HAN, Stichwort: HAUTEVOLEE2018



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