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Bahn-Verladeterminal am Hafen geplant

Hanau

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    Auf dem rot markierten Areal am Hanauer Hafen will die Firma Thomaidis eine Speditions- und Logistikanlage bauen. Foto: PM

Hanau. „Was lange währt, wird endlich gut. Damit erfährt der Hanauer Hafen den größten Aufschwung in der jüngsten Vergangenheit.“ So kommentiert Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Ansiedlung des inhabergeführten Speditionsunternehmens Gebr. Thomaidis GmbH auf dem kreiseigenen Cabot-Gelände im Hanauer Hafen.

Artikel vom 11. Dezember 2018 - 10:54

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Hanau. „Was lange währt, wird endlich gut. Damit erfährt der Hanauer Hafen den größten Aufschwung in der jüngsten Vergangenheit.“ So kommentiert Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Ansiedlung des inhabergeführten Speditionsunternehmens Gebr. Thomaidis GmbH auf dem kreiseigenen Cabot-Gelände im Hanauer Hafen.

Der Kreistag muss dem Verkauf des 3,5 Hektar großen Areals in der Josef-Bautz-Straße am 14. Dezember noch zustimmen; die Betriebskommission des Kreis-Eigenbetriebs Abfallwirtschaft empfahl bereits die Zustimmung.

Der Main-Kinzig-Kreis hatte das Cabot-Gelände 1996 erworben. Er wollte dort eine eigene Abfallbehandlungsanlage bauen, entschied sich 2002 aber für die Müllverbrennung bei der Energieversorgung Offenbach (EVO). Seither stand das Gelände im Hanauer Hafen zum Verkauf. Thomaidis, spezialisiert
auf Griechenland-Transporte, hatte sich seit Ende 2016 für den Standort interessiert.

Neue Arbeitsplätze für Hanau

„Nun ist dem Main-Kinzig-Kreis unter tatkräftiger Mithilfe der Stadt Hanau eine Einigung geglückt. Der Hanauer Hafen erhält neue Arbeitsplätze und stärkt seine Position als einer der größten deutschen Binnenhäfen“, bewertet Kaminsky die Neuansiedlung weiter. Die städtische Wirtschaftsförderin Erika Schulte habe lange Zeit gemeinsam mit der eigenen Hanau Hafen GmbH und deren Hafenleiter Jörg Krieger nach einer passenden Nutzung für diese Fläche gesucht. Dank gebühre natürlich dem Kreis, aber neben der Geschäftsführerin der Hanau Wirtschaftsförderung GmbH auch der städtischen Bauaufsicht, der Unteren Naturschutzbehörde und dem Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service, die alle das Ihre zum Gelingen beigetragen hätten.

„Diese Ansiedlung bringt Umschlag auf der Schiene in den Hafen – und das in einem neuen Geschäftsfeld“, erklärt Ewald Desch als Geschäftsführer der Hanau Hafen GmbH. Denn das Geschäft ist bisher stark geprägt von Kali, Mineralölprodukten und Getreide.

Hanau als Binnenhafen gestärkt

Um die Betriebsabläufe zu optimieren und die Verknüpfung der Verkehrswege Straße und Schiene auf einem Gelände zu vereinen, hatte der Standort im Hanauer Hafen das Interesse von Geschäftsführer Georgios Thomaidis geweckt. An der Josef-Bautz-Straße, wo die Speditionsfirma per Weiche und zweimal 325 Meter langen Parallelgleisen den Anschluss an die Hafenbahn herstellen muss, soll laut Thomaidis eine Speditions- und Logistikanlage mit Bahn-Verladeterminal entstehen.

Das Bauvorhaben teilt sich in zwei Abschnitte: Auf dem bisher kreiseigenen Areal ist ein Lager- und Logistikbereich zur klassischen Lagerhaltung geplant. Zudem soll in einem zweiten Bereich der neue Standort der Spedition Gebr. Thomaidis GmbH entstehen. „Nach der Fertigstellung verlagern wir den bisherigen Standort im Frankfurter Osthafen und den Firmensitz nach Hanau“, kündigt Georgios Thomaidis an. 

Auf dem Gelände ist der neue Firmensitz mit einem Cross-Docking-Lager inklusive Büro- und Geschäftsräumen sowie ein Verladeterminal für intermodale Verkehre vorgesehen. Über das Terminal werden Waren per Sattelauflieger und/oder Container auf dem Schienenweg zwischen Frankfurt und dem Hafen Venedig transferiert.

Im weiteren Verlauf sollen weitere Transportverknüpfungen innerhalb Deutschlands und Europas hinzukommen.
„Der Hanauer Hafen kann mit dem Frankfurter Osthafen konkurrieren, das zeigt diese Ansiedlung“, unterstreicht OB Kaminsky. Er hebt weiter hervor, dass wegen des Lärmschutzes während der Nachtstunden keine operative Tätigkeit im Terminalbereich stattfinde. Zusätzliche Wände zur Mainseite hin trügen zudem zum Lärmschutz bei. „Das war der Stadt Hanau besonders wichtig“, so der OB weiter.

Neuer Gewerbesteuerzahler

Am derzeitigen Standort in Frankfurt beschäftigt Thomaidis 15 kaufmännische Mitarbeiter und fünf im Lager. Am neuen Standort sollen rund zehn neue kaufmännische Stellen entstehen und sechs bis acht im Bereich Lager, Frachtabfertigung und Pförtnerdienste. „Die neuen Arbeitsplätze sind erfreulich und ziehen im Verbund mit anderen zusammenarbeitenden Firmen in Hanau sicher weitere nach sich“, ist Kaminsky überzeugt.

Nicht zuletzt gewinne Hanau einen neuen Gewerbesteuerzahler, fährt der OB fort. Für die Fertigstellung bis zum Jahreswechsel 2019/20 will Thomaidis nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag ausgeben. Gemeinsam mit einem Finanzinvestor will er das Cabot-Gelände erwerben, sobald die begonnenen Verhandlungen mit dem Main-Kinzig-Kreis zu einem positiven Ende geführt haben.

Auf Griechenland-Transporte spezialisiert

„Wir freuen uns heute schon auf eine weiterhin gute und positive Zusammenarbeit mit allen Entscheidungsträgern der Stadt Hanau und noch viel mehr auf unseren neuen Unternehmensstandort in Hanauer Hafen“, so Georgios Thomaidis. Das mittelständische Speditionsunternehmen wird seit seiner Gründung 1995 vom Unternehmensgründer Georgios Thomaidis geführt und operativ geleitet.

Aufgrund der griechischen Herkunft und der hierdurch guten Marktkenntnisse und Geschäftskontakte hat sich das Unternehmen auf den Bereich Griechenlandtransporte spezialisiert und nach eigenen Angaben in diesem Markt zu einem der führenden Ansprechpartner und Spezialisten entwickelt. Zusätzlich zum klassischen Straßenspediteur gilt das auch im Bereich des kombinierten Güterfernverkehrs. Dabei findet nur noch der so genannte Vor- und Nachlauf (erstes Stück von der Ladestelle beziehungsweise letztes Stück zur Entladestelle) auf der Straße statt. Der so genannte Hauptlauf erfolgt über die Transportträger Schiene und Fähre, also
als Kohlendioxid-Emissionen mindernde Variante. cd



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