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IHK sieht viele Risiken für MKK bei Hanaus Kreisfreiheit

Region Hanau

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    Bei ihrer Vollversammlung hat die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern auch entschieden, die Beitragssätze für ihre Mitglieder nicht anzuheben. Foto: PM

Region Hanau. Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern hat in ihrer vergangenen Sitzung Chancen und Risiken der Kreisfreiheit Hanaus bewertet und kam zu dem Schluss, dass diese bei einer Auskreisung  für den Main-Kinzig-Kreis mehr Risiken als Chancen sehen.

Artikel vom 07. Dezember 2018 - 13:29

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Beschlossen wurden laut Mitteilung fünf Empfehlungen und die Forderung, dass es keine Mehrbelastungen geben dürfe. Das Gremium machte zudem deutlich, dass es sich heute und in Zukunft als Stimme der Wirtschaft in der gesamten Region sehe.

Die IHK-Mitglieder seien sich einig gewesen, dass zum jetzigen Zeitpunkt nur vorläufige Bewertungen möglich seien, da es an Informationen zu Kosten und Nutzen fehle und es in der jüngeren Vergangenheit keine vergleichbaren Fälle gegeben habe. „Die mit der Kreisfreiheit Hanaus verbundene Emotionalität ist verständlich, aber für ein ruhiges Abwägen nicht hilfreich“, heißt es in der Mitteilung der IHK.

„Der Kreis muss sich diesen Risiken stellen“

Die Mitglieder der Vollversammlung hätten festgehalten, dass in anderen Regionen Deutschlands, zum Beispiel in Rheinland-Pfalz, aktuell auf Kreisebene eher Zusammenlegungen als Aufspaltungen diskutiert würden. Sie seien sich auch einig gewesen, dass aus heutiger Sicht für Hanau die Chancen einer Auskreisung überwögen, auf den MKK aber eher Risiken zukommen. „Der Kreis muss sich diesen Risiken stellen, sie beherzt und entschlossen angehen, wenn die Auskreisung ein Erfolg für Stadt und Kreis werden soll. Nur so kann die wichtigste Forderung der Wirtschaft der Region erfüllt werden: Trennungsbedingte Mehrbelastungen für Bürger und Unternehmen in Stadt und Kreis sind zu vermeiden“, lautete die Botschaft.

 

Auf der Vollversammlung wurde laut Mitteilung zudem sowohl über die Wirtschaftssatzung für das Jahr 2019 als auch den Nachtragshaushalt debattiert. Dabei habe das regionale Parlament der Wirtschaft mit großer Mehrheit entschieden, die bisherigen Beitragssätze im kommenden Jahr unverändert beizubehalten. Sie seien schon jetzt im Hessen-Vergleich die zweitniedrigsten. „Weil es der Wirtschaft im Main-Kinzig-Kreis sehr gut geht, kann die IHK trotz steigender Kosten insbesondere für die Ausbildung eine steigende Belastung der Unternehmen vermeiden“, so die IHK.

Geschäftsmodelle müssten angepasst werden

Diese gute Verfassung der Unternehmen mache sich in nochmals gestiegenen Einnahmen bemerkbar. Die Folge: In den vergangenen 20 Jahren hat die IHK den Umlage-Satz, den die Unternehmen laut Gesetz auf ihre Gewinne an die IHK abführen müssen, auf rund drei Millionen Euro fast halbiert und ihre Einnahmen mehr als verdoppelt. Es sei jedoch nicht gesichert, dass dieser Trend in Zukunft weiter anhalte.

IHK-Präsident Dr. Norbert Reichhold erinnerte daran, dass viele Automobilzulieferer im Main-Kinzig-Kreis zuletzt stark gewachsen seien. „Der sich schon heute abzeichnende Bedeutungsverlust des Verbrennungsmotors wird für viele Automobilzulieferer eine große unternehmerische Herausforderung werden. Sie werden in Zeiten wachsender Elektromobilität ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen. Denn ein Elektroauto braucht weder ein Getriebe noch Treibstoffleitungen“, machte Reichhold deutlich. Die bisherige Beitragspolitik der IHK sei nur mit einer starken Wirtschaft möglich, erklärte er abschließend laut Mitteilung. cd

 



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