Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
heiter
0 ° C - heiter
» mehr Wetter

Das sind die Ergebnisse der großen HA-Leserumfrage

Hanau

  • img
    Die Leser-Umfrage zur Qualität des Lokaljournalismus am Beispiel des HA stellte der Absolvent der TU Dortmund, Till Kupitz, vor. Foto: tok

Hanau. „Ich liebe meine Zeitung beim Frühstück!“ – Sätze wie dieser sind Balsam für Lokalredakteure. Doch sie bilden nur eine Seite der Meinungen ab. Was die Leser-Umfrage ergeben hat, mit der der HANAUER ANZEIGER die Stärken und Schwächen der eigenen Zeitung ermitteln wollte, wurde jetzt von Till Kupitz vorgestellt.

Artikel vom 03. Dezember 2018 - 10:50

Anzeige

Von Jutta Degen-Peters

Die große Beteiligung der Leser macht die enge Verbundenheit mit der Heimatzeitung deutlich: Knapp 1000 Personen hatten sich an der im Sommer drei Wochen lang in Print und Online veröffentlichten Umfrage beteiligt, die der Frage nachging, wie es um die Qualität des Lokaljournalismus bestellt ist. Bislang, so erklärte Kupitz vor dem versammelten Team der HA-Redakteure im Druck- und Verlagshaus an der Donaustraße, sei diese Frage nur wenig erforscht.

Thema der Bachelorarbeit

Aus diesem Grund habe er sich dieses Thema für seine Bachelorarbeit vorgenommen und im HA einen Partner gefunden, der die Gelegenheit nutzte, mehr über die Einschätzung der eigenen Leserschaft zu erfahren. Äußern sollten sich die Nutzer unter anderem zu Aspekten wie Vielfalt, Aktualität, Relevanz, Glaubwürdigkeit oder Neutralität. Mit knapp 1000 Teilnehmern sei die ausgewertete Umfrage nur einen Ausschnitt, betonte Kupitz. Dennoch lägen die meisten Ergebnisse im Trend und gäben einen guten Überblick.

Die Teilnehmer gaben zu über 50 Prozent ihr Alter mit 30 bis über 63 Jahren an. Nicht jeder wollte aber sein Alter in der anonymen Umfrage nennen. 83 Prozent der Befragten waren ausschließlich Leser der gedruckten Ausgabe von HANAUER ANZEIGER, MAINTAL TAGESANZEIGER und LANGENSELBOLDER ZEITUNG. Die übrigen Personen, die sich äußerten, lesen die Zeitung online oder als Kombipaket zwischen Print- und Online-Version.

Als Fazit der Umfrage stellte Kupitz heraus, dass die Lokalzeitung in den Augen der Nutzer nach wie vor einen hohen Stellenwert hat und sich die Bürger in erster Linie dort über regionale Geschehnisse informieren. 90 Prozent der Befragten erklärten, sie informierten sich aus ihrer Tageszeitung über Neuigkeiten aus der Region. 50 Prozent nannten das Radio als Quelle, weitere 50 Prozent das Fernsehen.

Für die meisten Leser, die sich äußerten, ist der HA ein „verlässlicher Ansprechpartner“. Die Nähe zur Lokalzeitung sei ihnen wichtig, erklärten viele Leser übereinstimmend. Folglich erhielt der HA hier eine sehr gute Bewertung. Der Bürger könne sich mit seinen Anliegen und Wünschen einbringen, hieß es – womit unter anderem die Leserbriefseite gemeint ist.

Zu wenig Kritik

Weniger gute Werte erhielt der HA in punkto Kritikfähigkeit. 27,3 Prozent befanden, dass in der Lokalberichterstattung zu wenig heiße Eisen angepackt würden. Es werde zu viel gelobt und zu wenig kritisiert – diese Aussage bewerteten auf einer Skala von 1 bis 6 exakt 25,9 Prozent mit „Ich stimme zu“, 18,9 Prozent mit „Ich stimme voll zu“.

Kritik wurde auch laut in punkto Rechtschreibung und Grammatik. Hier denken Leser wie Redakteure mit Bedauern an die Zeit zurück, in der Korrektoren zum festen Team in den Zeitungsverlagen gehörten.

Gute Mittelwerte erreichte der HA bei Aspekten wie Vielfalt, Aktualität, Glaubwürdigkeit, Zugänglichkeit, Unterhaltsamkeit, Relevanz und Transparenz. Das Verhältnis zwischen Text und Bild bewerteten knapp 75 Prozent als genau richtig. 4,7 Prozent finden den Textanteil zu groß im Verhältnis zum Bild, 16 Prozent wünschen sich weniger Fotos und mehr Textanteile.

Wer bislang noch nicht wusste, wie lange und intensiv die Zeitung gelesen wurde, erlangte durch die Umfrage ebenfalls Klarheit: 83,8 Prozent der Nutzer studieren ihren HA täglich. 44 Prozent gaben die Lesedauer mit „20 bis 40 Minuten täglich“ an, rund ein Fünftel der Befragten liest seine Tageszeitung bis zu einer Stunde, acht Prozent sogar mehr als 60 Minuten.

Großes Interesse an Region-Seite

Auf besonders großes Interesse stoßen bei 67 Prozent der befragten Leser die Region-Seite und die lokalen Inhalte, gefolgt von Politik und der Berichterstattung über die Land-Kommunen. Der Sport und die Vereins-Berichterstattung polarisieren die Leser am stärksten. Im Sport, von dem die jüngere männliche Leserschaft nicht genug bekommen kann, wünschen sich 36 Prozent der gesamten Leserschaft weniger Seiten. Die Artikel zum Vereinsleben finden 21 Prozent zu umfangreich, 17 Prozent wünschen eine Ausweitung.

Würden die Leser ihre Zeitung selbst machen, hätten sie Folgendes auf der Agenda, wie in einzelnen Reaktionen deutlich wurde: „Kommentar und Nachricht genauer trennen! Weniger Rechtschreibfehler!“, hieß es da oder „Recherche!! Ehrliche Berichte – nicht weichgespült“. Außerdem wurde angeregt: „Der regionale Teil sollte noch mehr in den Vordergrund gestellt werden.“oder auch „Nicht so viele Leserbriefe von einer Seite“.

Die gesammelten Erkenntnisse und Ergebnisse werden derzeit ausgewertet und sollen längerfristig dazu beitragen, den HA besser zu machen. Leser, die mit Anregungen, Verbesserungsvorschlägen und Ideen zu diesem Prozess beitragen möchten, können sich via Mail an die Chefredaktion unter chefredaktion@hanauer.de gerne auch weiterhin beteiligen.

 


Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.