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Stimmungsvolles Martinsfest: Laternenumzug in Wilhelmsbad

Hanau

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    Laterne, Laterne: Auch kleine Kinder haben bereits Spaß am Martinsfest. Foto: Paul
  • Reitet stets voran: Der heilige Martin mit seinem Pferd. Und natürlich teilt er seinen Mantel mit dem Bettler. Foto: Paul
  • Viel Trubel beim Martinsumzug in Wilhelmsbad. Hunderte Kinder und Eltern waren am Wochenende wieder im Kurpark unterwegs, um gemeinsam mit ihren Laternen dem Martinsmann auf dem Pferd bei seinem Umzug zu folgen. Foto: Paul

Hanau. Es riecht schon ein wenig nach Weihnachten. Mit dem Martinsfest in Wilhelmsbad, das der Förderverein Historisches Karussell am vergangenen Wochenende zum zehnten Mal arrangiert hat, kommt auch an trüben Herbsttagen eine überwiegend heitere Stimmung unter den Besuchern auf.

Artikel vom 12. November 2018 - 13:03

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Von Ulrike Pongratz

Für buntes Treiben am Samstag sorgen vor allem die quirligen Kinder zwischen drei und zehn Jahren. Warm eingepackt in Matschhosen, Mützen und Jacken genießen viele einen unbeschwerten Nachmittag mit Eltern, Großeltern oder Freunden. Wie Elijas (7) und Jeremias (4) Hauschild aus Nidderau. Sie kommen jedes Jahr mit ihren Eltern zum Martinsfest in den Staatspark Wilhelmsbad. Gerade drehen sie eine Runde im historischen Karussell, das alljährlich mit dem Martinsfest seinen Fahrbetrieb einstellt.

„Am besten gefällt mir das große Karussell und der Weihnachtsmarkt“, sagen beide spontan, und ergänzen dann: „Und der Umzug.“ Die Eltern schmunzeln. Doch die Jungs haben nicht Unrecht, der kleine Kunsthandwerkermarkt mit den vielen Lichterketten verbreitet durchaus vorweihnachtliche Stimmung. Es riecht nach Glühwein, nach heißer Winterpflaume und Kirsch-Koriander-Likör, nach Gewürzen und nach geräuchertem Schinken, nach Gulaschsuppe und süßen Crêpes.

Natürlich gibt es auch die traditionellen Martinsmänner für Groß und Klein. Wer Lust und Muße hat, findet auf dem Markt bereits die ersten Weihnachtsgeschenke, wie handgefilzte Accessoires oder Wärmendes aus Lammfell, selbstgemachte Spezialitäten, wie Pralinen und Marmeladen, handgefertigte Kerzen und vieles mehr.

„Das ist das Pferd! Da kommt Martin!“ Mit diesem fröhlichen Ausruf kommt Bewegung in die Menschen, die eben noch die Parkpromenade entlangschlenderten oder an den Stehtischen ihren Glühwein oder Punsch genießen. Die selbstgebastelten Laternen leuchten und blinken nun in allen Farben.

Besonders glücklich ist Joline (4) aus Hanau über ihre Laterne. „Die kommt aus Amerika“, sagt sie stolz. Ihre Tante hat einen weißen Lampion mit großen Kulleraugen und weißen Federn geschickt. Damit ist sie tatsächlich einzigartig und leicht zu identifizieren in der einsetzenden Dunkelheit. Ein Glück, dass vor allem viele Mütter mit ihren Kindern die Einhörner, Eulen und Piratenmotive selbst basteln und individuell gestalten: „Ich sehe den Igel noch. Er geht neben dem Gespenst – da laufen sie.“ Die einzi‧ge Möglichkeit die Kinder im Auge zu behalten, die alle nach vorne wollen, zu St. Martin auf seinem Pferd.

Gemeinsam mit dem Bläserensemble der Paul-Hindemith-Musikschule führt Sankt Martin im beeindruckenden roten Umhang auf seinen Rappen den Zug an. Pferd und Reiter nehmen das Gewusel gelassen, allerdings ohne die Begleitung durch die Fackelträger in neonfarbenen Warnwesten ginge es wohl nicht: „Wir sorgen für den notwendigen Abstand zwischen Pferd und Fußgängern“, sagen die ehrenamtlichen Helfer des Fördervereins. Quer durch den Park bewegen sich „Laternen auf und nieder“, stimmungsvoll begleiten Trompeten und Klarinetten die bekannten Martinslieder.

Die Laternenumzüge gehen auf Lichterprozessionen zurück, die häufig vor hohen kirchlichen Festen stattfinden. Unterhalb des historischen Karussells wird die Geschichte nachgespielt und daran erinnert, warum dieses Fest zu Ehren Sankt Martins gefeiert wird – wie immer der beeindruckende Höhepunkt des Laternenumzugs im Staatspark Wilhelmsbad.

Martin von Tours, um 316 nach Christus in Pannonien vermutlich als Martinus geboren, war Soldat der römischen Armee. Während seiner Dienstzeit ereignet sich die bekannte gute Tat, an der Martinstag erinnert: Der Soldat trifft einen armen Mann, der auf der Straße sitzt und friert. Der Erzählung nach teilt Martin seinen Mantel mit seinem Schwert und gibt dem Bettler die Hälfte davon. Martin wird Christ, er lässt sich mit 36 Jahren taufen wird Schüler des Kirchenlehrers Hilarius, später Bischof von Tours.



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