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Hanauer Magistrat beschließt Aufstellung einer Berufsfeuerwehr

Hanau

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    Das derzeit praktizierte duale System aus beruflichen Kräften und Ehrenamt soll als Basis für die Planung einer Berufsfeuerwehr dienen. Archivfoto: Becker

Hanau. Hanau steht kurz davor zur Großstadt zu werden. Daher hat der Magistrat nun die Aufstellung einer Berufsfeuerwehr zum 1. Januar 2021 beschlossen.

Artikel vom 16. Oktober 2018 - 11:04

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Bei einer aktuellen Einwohnerzahl von 98 507 ist die Grenze zur Großstadt für eine stetig wachsende und prosperierende Kommune wie Hanau nicht mehr weit entfernt. Da mit dem Erreichen dieser Schwelle die Verpflichtung einhergeht, eine Berufsfeuerwehr aufzustellen, hat der Magistrat am Montag die notwendigen Beschlüsse auf den Weg gebracht, damit dieser Forderung nach dem Hessischen Brandschutzgesetz zeitgerecht Genüge getan werden kann.

Darüber informiert die Stadt Hanau am Montag in einer Mitteilung. Auf die zwingende Notwendigkeit dieser Organisationsänderung habe auch der Hessische Innenminister Peter Beuth in einem Schreiben hingewiesen, das parallel zu den bereits laufenden Vorbereitungen innerhalb der Verwaltung im Hanauer Rathaus eingetroffen ist. „Es zeigt sich, dass wir gut daran getan haben, das Thema proaktiv anzugehen“, kommentiert Oberbürgermeister Claus Kaminsky den Sachverhalt, dass die Stadt mit dem Magistratsbeschluss der Aufforderung des Ministeriums zuvorgekommen ist.

Ab 1. Januar 2021 verfügbar

Der Tatsache, dass der Minister Hanau keine andere Wahl lasse, als eine Berufsfeuerwehr zu gründen, entnehme Kaminsky darüber hinaus, dass für den Hanauer Magistrat auch der Weg zur Gründung einer eigenen Unteren Katastrophenschutzbehörde vorgezeichnet sei, heißt es in der Mitteilung.

Folge die Stadtverordnetenversammlung der vom Magistrat beschlossenen Vorlage, werde die Brüder-Grimm-Stadt zum 1. Januar 2021 über eine Berufsfeuerwehr verfügen. Kaminsky erwarte nach allen bisher geführten Vorgesprächen ein klares Votum der Stadtverordnetenversammlung. Darüber hinaus werde dem Main-Kinzig-Kreis im Zuge der Kreisfreiheit die Einrichtung einer gemeinsamen Leitstelle in Gelnhausen und die Einrichtung eines gemeinsamen Rettungsdienstbereichs angeboten.

Ausbildungsplätze sollen aufgestockt werden

Wie der OB dazu erklärt, werde das bisher praktizierte duale System, dem ein „sehr gut funktionierendes und erfolgreiches Miteinander von haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften“ zugrunde liege, als Basis für die Planung einer Berufsfeuerwehr dienen. „Letzten Endes ändert sich mit der Einführung der Berufsfeuerwehr nur der
Name, nicht aber die gemeinsamen Arbeitsstrukturen.“ Die Wehrführer und Sprecher der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte würden deshalb von Anfang an in die Überlegungen einbezogen und begleiteten aktiv den Prozess in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe.

Bei einem Informationstreffen sei deutlich gemacht worden, dass die Entscheidung, die Schaffung einer Berufsfeuerwehr jetzt ohne äußeren Zeitdruck auf den Weg zu bringen, das Bestreben der Stadt kreisfrei zu werden und weitere Verantwortung wie im Bereich Rettungsdienst und Untere Katastrophenschutzbehörde zu übernehmen, ergänzt und untermauert. „Die Einführung einer Berufsfeuerwehr wird die Bedeutung der ehrenamtlichen Feuerwehrarbeit auf keinen Fall schmälern, die Stadt braucht die Freiwillige Feuerwehr, um die stetig wachsenden Aufgaben in der Gefahrenabwehr bewältigen zu können“, unterstreicht OB Kaminsky. Derzeit gibt es im Brandschutzamt der Stadt 68 Planstellen, von denen 52 auf die Wachabteilungen im Schichtdienst entfallen. Mit der Einführung einer Berufsfeuerwehr muss dieser Personalstamm um vier Stellen aufgestockt werden. „Da es gar nicht so leicht ist, neue Feuerwehrleute zu finden, haben wir bereits entschieden, die Zahl der Ausbildungsplätze für den nächsten Jahrgang von zwei auf vier zu erhöhen.“  cd



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