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Das denken Hanauer über den Rücktritt Mesut Özils

Hanau

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    Das Oppenheim-Denkmal in Hanau. Foto: Gärtner

Der Rücktritt Mesut Özils aus der Nationalmannschaft schlägt hohe Wellen in Deutschland. Wir haben uns in der Innenstadt umgehört, welche Meinung die Hanauer zu dem Thema haben.

Artikel vom 23. Juli 2018 - 17:24

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Eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Intensität, mit der Medien über das Thema berichten, ist bei vielen Befragten herauszuhören. Ähnlich klingt es bei Tuncay Danis (40): Er spricht auch für Irfan Kocumoguller, indem er sagt: „Wir persönlich finden, es ist übertrieben, aufgebauscht und politisiert, das nervt uns.“

Auf die Frage, ob der Rücktritt die richtige Entscheidung für Özil ist, verweist Jonas Werner auf dessen eigene Urteilsfähigkeit und meint „Was die Medien an ihn rangtragen haben, wäre in Özils Kopf geblieben.“ An sich wäre es Werner egal gewesen, ob Özil zurücktritt, oder nicht. Den Rassismusvorwurf Özils gegenüber dem DFB und insbesondere Präsident Reinhard Grindel empfindet der 22-Jährige als „Schwachsinn“, für ihn „fühle sich das irgendwie nach Nachtreten an.“

Das Gegenteilige impliziert Gürkan Bayat (22) indem er auf Özils Zitat „In den Augen Grindels und seinen Unterstützern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, und Einwanderer, wenn wir verlieren“ verweist. Seiner Meinung nach hätte der DFB Özil mehr verteidigen können.

Eher negativ fasst Wail Ashami (25) den Rücktritt Özils auf. Er argumentiert, durch das Bild mit Erdogan mache Özil nur Gebrauch von seinem Recht auf Meinungsfreiheit.

Eine lebhafte Diskussion entstand zwischen Erdal Aygul (44) und Erol Bayram (42). Ersterer sieht in Mesut Özil einen „sehr guten Spieler, der nun fix und fertig ist“, woraufhin Bayram entgegnet, Özil habe sich selbst fertig gemacht.

„Das Bild heißt nicht, dass man Wahlwerbung macht, sondern es zeigt Respekt“ so Aygul, „Dort wo man lebt, sollte man auch die jeweiligen Gesetze achten,“ antwortet Bayram recht allgemein.

Doch trotz der unterschiedlichen Meinungen,  finden beide, hätte Özil gleich sagen müssen:  „Ich bin Deutscher, ich spiele für Deutschland.“ Den beiden zufolge hätte dies für einen besseren Ausgang des Problems gesorgt. Einig hingegen ist sich eine Gruppe von 50 -bis 70-Jährigen, die am Marktplatz regelmäßig zusammen Kaffee trinken, jedoch nicht namentlich erwähnt werden möchten. Özils Rücktritt sei „gut, richtig und überfällig,“ so die einhellige Meinung. Der nun ehemalige Nationalspieler hätte „sich äußern, eher etwas sagen müssen!“ analysieren die Herren das Geschehene. Einer von ihnen wirft ein, „Özil war zu stolz, um Entschuldigung zu sagen.“

Wo hier mehr Mündigkeit gefordert wird, vertritt Ehssan Nuri (15) die Auffassung, dass Fußball und Politik getrennt sein sollten. „Es ist seine Entscheidung, aber ich finde es übertrieben, dass er wegen einer politischen Sache zurücktritt.“

Es lässt sich also, auch insgesamt gesehen, eine sehr diverse Meinungslage feststellen, wobei sich die wenigsten Befragten ihres Urteils sofort sicher waren.  lni



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