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Sportsfield: Erstaufnahmeeinrichtung soll geschlossen werden

Hanau

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    Momentan sind auf dem Sportsfield-Housing-Areal 188 Flüchtlinge untergebracht. Laut dem Land Hessen sollen keine neuen mehr hinzukommen. Archivfoto: Bender

Hanau. Weil nicht mehr so viele Flüchtlinge wie früher nach Hessen kommen, soll die Hanauer Erstaufnahmeeinrichtung vorerst nur noch als Reserve dienen. Langfristig soll sie geschlossen werden.

Artikel vom 11. Juni 2018 - 18:40

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Momentan sind auf dem Sportsfield-Housing-Areal 188 Flüchtlinge untergebracht. Laut dem Land Hessen sollen keine neuen mehr hinzukommen.

Der Vertrag mit dem Johanniter-Regionalverband Hanau und Main-Kinzig, der die Einrichtung im Auftrag des Landes Hessen betreibt, soll gekündigt werden. Der genaue Schließungstermin werde zwischen dem zuständigen Regierungspräsidium Gießen gemeinsam mit den betroffenen Dienstleistern besprochen und festgelegt. Der genaue Zeitplan werde zu gegebener Zeit kommuniziert. Das hat der Sprecher des Sozialministeriums Markus Büttner auf HA-Nachfrage präzisiert.

Anpassung des Standortorganisationskonzeptes
In einer Mitteilung hatte das Ministerium darüber informiert, dass die Landesregierung eine erneute Anpassung des Standortorganisationskonzeptes im Bereich der Erstaufnahme beschlossen habe. Die Einrichtung auf Sportsfield Housing werde als Puffer aufrechterhalten.

Für den Fall eines erneuten Flüchtlingsansturms könne sie „in kürzester Zeit reaktiviert werden“. Es sei Ziel und Zweck des Standortkonzeptes, dieses flexibel an den Bedarf anpassen zu können. Bereits in der Vergangenheit seien Einrichtungen geschlossen worden, betonte Büttner.

Minister Grüttner
Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, sagte am Montag laut Mitteilung: „Wir beobachten die Lage im Bereich Asyl seit Jahren sehr genau. Die Zugangssituation zeigt sich weiterhin konstant, sodass wir unsere Unterbringungskapazitäten vor dem Hintergrund des Rückgangs der Flüchtlingszahlen weiter reduzieren und damit Kapazitäten maßvoll anpassen. Damit handeln wir mit Augenmaß und Verantwortung und bleiben weiterhin für alle Fälle gut vorbereitet“, betonte Grüttner.

In den vergangenen Monaten hätten sich die Zugangszahlen weiter auf niedrigem Niveau verstetigt. „Seit Beginn des Jahres 2018 haben rund 3600 Personen in Hessen Asyl gesucht, sodass sich in Folge des niedrigeren Zugangs die Belegung in der Erstaufnahme stark reduziert hat“, so Grüttner.

Fünf statt acht Einrichtungen
Im Jahr 2017 kamen insgesamt rund 12 000 Personen nach Hessen. „Wir werden daher die Zahl der aktiven Standorte von acht auf fünf reduzieren“, erklärte Grüttner.

Im Detail bedeute dies, dass Standorte in Gießen, Meisenbornweg und Darmstadt, Michaelisstraße, aufgegeben werden. Der Standort Hanau auf Sportsfield Housing werde passiv gestellt. Das führe zu einer Reduzierung der Gesamtkapazität des Erstaufnahmebereichs von derzeit 9440 Plätzen auf dann 6480 Plätze.

Internationale Lage weiter unsicher
Darüber hinaus würden zwei weitere momentan passiv gestellte Liegenschaften, Fuldatal-Rothwesten und Bad Arolsen, mit insgesamt 1450 Plätzen nun vollständig aufgegeben.

Es sei wichtig, eine ausreichende Reserve an Unterbringungskapazitäten vorzuhalten, um auch dann, wenn wieder mehr Geflüchtete nach Hessen kämen, weiterhin eine „geordnete Unterbringung und einen zügigen Asylprozess“ zu gewährleisten, betonte der Minister vor dem Hintergrund der nach wie vor unsicheren internationalen Lage. Die Reduzierung sei daher mit Augenmaß und erst nach intensiver Prüfung vorgenommen worden.

Dank
Mit den Einrichtungsleitern und den politisch Verantwortlichen in den Kommunen sei im Vorfeld gesprochen worden. Die Asylsuchenden würden von den Einrichtungsleitungen und über Aushänge, auf denen auch Ansprechpartner für sie benannt seien, informiert.

Grüttner dankte herzlich allen Verantwortlichen, den Hilfsorganisationen und der Vielzahl von ehrenamtlich engagierten Personen, gerade an den Standorten Hanau, Darmstadt und Gießen. cd



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