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382. Lamboyfest mit Sonderausstellung und Versteigerungen

Hanau

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    Das Programm ist in diesem Jahr wieder sehr vielschichtig. Archivfoto: Paul

Hanau.  Die Befreiung der Hanauer Bürgerschaft am 13. Juni 1636 ist das Datum der Hanauer Stadtgeschichte, um das alljährlich das Lamboyfest gefeiert wird – in diesem Jahr vom 8. bis 10. Juni zum 382. Mal und seit 2005 in der Altstadt.

Artikel vom 08. Juni 2018 - 11:41

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Den historischen Zusammenhang beleuchtet heuer anlässlich des 400. Jahrestags des Ausbruchs des Dreißigjährigen Kriegs eine Sonderausstellung in der Marienkirche, also mitten im Geschehen.

„Geschichte und Gegenwart gleichermaßen im Auge zu haben, das macht dieses Volksfest als eines der ältesten in Hessen aus“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky laut Mitteilung der Stadt Hanau.

Das dreitägige Treiben zwischen Schlossplatz, Altstädter Markt und Marienkirche „prägt bei Bürgerinnen und Bürgern die Identifizierung mit Hanau wie kaum ein anderes“, findet er. Das hänge auch stark mit dem „attraktiven Festprogramm“ zusammen, welches das städtische Veranstaltungsbüro dankenswerterweise wieder  zusammengestellt habe.

Rudi Völler als Identifikationsfigur
Eine Identifikationsfigur der Gegenwart ist die in der Brüder-Grimm-Stadt geborene Fußballlegende Rudi Völler. Er gewann 2002 mit der Nationalelf als Teamchef die Vizeweltmeisterschaft und wurde daraufhin Ehrenbürger Hanaus. Aus diesem Anlass verewigte er sich auf der Frontklappe eines Busses der Hanauer Straßenbahn (HSB) mit einem Autogramm.

Das Bauteil mit der Original-Unterschrift von Völler wird laut Mitteilung nun zum Start des Lamboyfestes meistbietend zu Gunsten der Betreuungseinrichtung Lamboypark versteigert. Dies gehört zur offiziellen Eröffnung des Lamboyfestes mit OB Kaminsky am Freitag, 8. Juni, um 19 Uhr aus der Sparkasse-Hanau-Bühne am Goldschmiedehaus.

Zur gleichen Zeit startet auf dem Schlossplatz die Band Rody eyes & Havanna Con Klasse mit traditioneller Son bis Salsa, Merengue, Bachata und Regueton auf der Binding-Bühne. Sie bietet mit ihren karibischen Klängen den ersten musikalischen Höhepunkt des Lamboyfestes, inspiriert von der Freude und Lebendigkeit der kubanischen Hauptstadt.

Alles neu interpretiert
Die Fayette-Partyband gastiert ab 20 Uhr auf der Cubana Bühne (Rappengasse) mit Pop, Rock, RnB, Soul, Funk oder Reggea. „Live ist hier wörtlich zu nehmen, denn das gesamte Repertoire wird neu interpretiert, kein Titel klingt wie das Original“, verspricht die Stadt in ihrer Programmvorschau.

Spannendes für Kinder unter dem Motto „Immer kommt es anders, als man denkt“ bietet das Artistische Kindertheater „Schlickenspitz“ am Samstag, 9. Juni, und am Sonntag, 10. Juni, jeweils um 14 Uhr auf dem Schlossplatz.

Der 55. Hanauer Poetry Slam mit dem Titel „Der Dichter*innen Wettstreit“ zum Lachen und Nachdenken startet am Samstag um 15.30 Uhr auf der IGHA-Bühne (Heinrich-Bott-Straße). In Kooperation mit dem Trägerverein Kulturzentrum Pumpstation und merchandevents präsentieren sich erstklassige Slammer, wie immer moderiert von Dominique Macri.

The Slampampers – Swinging Comedy sorgt am 9. Juni ab 17.30 Uhr auf der Binding-Bühne (Schlossplatz) für gute Laune. Die drei sympathischen Unruhestifter touren seit Jahren durch ganz Europa. Ihr Genre ist der Rhythm & Blues der 40er und 50er Jahre mit Songs von Ray Charles, Buddy Johnson, Lucky Millender und Louis Jordan. „Sie servieren ihre musikalischen Höchstleistungen mit ungeplanter Akrobatik, peinlichen Einlagen, fetten Bläsern und unverfälschtem Slapstick“, heißt es in der Ankündgung.

Breites Repertoire von Helium-6
Die zahlreichen Helium 6- Fans kommen um 20 Uhr auf der Cubana-Bühne (Rappengasse) auf ihre Kosten, wenn die Hanauer Partyband schlechthin Rock 'n’ Roll in Formvollendung spielt. Ihr Repertoire reicht von den Simple Minds über Coldplay und The Killers bis hin zu dem einen oder anderen deutschen Hit, aber auch Robbie Williams gehört wie selbstverständlich zum Repertoire.

Rainer von Vielen & Orange überraschen um 20.15 Uhr auf der Binding-Bühne (Schlossplatz) mit Bastard-Pop und Tribal-Dance. Treibende Basslinien, eine massive Rhythmussektion, Didgeridoo und Synthetik sowie die Performance von Rainer von Vielen sind der Kern von Orange, einer der Top Tribal-Dance Liveacts in Europa.

Van Baker & Band versprechen um 22.30 Uhr auf der Sparkasse-Hanau-Bühne (Goldschmiedehaus) deutsche Partyhits vom Feinsten. Mit ihren goldfarbenen Gewändern sorgt sie laut Mitteilung gemeinhin für ausgefallene Auftritte und erstklassige Stimmung.

Auch der Festsonntag am 10. Juni bietet musikalisch einiges. J. Sanders tritt mit Rock, Pop, Blues, Folk & Soul unplugged um 12.30 Uhr in der Sion-Lounge (Große Dechaneigasse) auf. Mit Herzblut sorgt der in Hanau lebende Musiker weit über die hessischen Grenzen hinaus auf Festivals, Events und privat für Stimmung und unvergessliche Momente. Immer im Gepäck: Gitarre, eine unverkennbare Stimme und sein Cowboyhut.

Reine Stimmengewalt
A Cappella-Musik ist um 17.45 Uhr auf der Binding-Bühne (Schlossplatz) von der HörBänd zu genießen. Die fünf Vokalapostel aus Hannover wortwitzen nicht nur schlecht, sie singen auch gerne.

Seit elf Jahren überzeugt Banjoory aus Großauheim Konzertbesucher mit ihrer Musik, die sie selbst als „Reggaestyles & more“ beschreiben. Sie treten am Sonntag um 18 Uhr auf der Cubana Bühne (Rappengasse) auf. Ihre Live-Auftritte werden stets zu einer großen Tanz- und Mitsing-Party.

Garden of Delight – Celtic Rock & Pirate Folk steht abschließend ab 20 Uhr auf der Binding-Bühne (Schlossplatz) auf dem Programm. Die mehrfach preisgekrönte, seit 20 Jahren bestehende Band schafft es im gemütlichen Pub wie im pulsierenden Live-Club und auf der großen Showbühne das Publikum mitzureißen.

Wie immer gehören Gaukler zum Lamboyfest. Am Samstag und Sonntag von 15 bis 20 Uhr vergnügen das Duo Agil, PasParTouT, die Jazzpolizei Live on street Ricoart als Living Trees, Das kleine Marionettentheater, das ZEBRA Stelzentheater, Robotman, Mille Lieux-de Castellane und Moving Artists das Publikum.

Mittelalterliche Kostbarkeiten
Bei einem Markt auf dem Marienkirchplatz erhalten Besucher einen Einblick in die Handwerkskunst des Mittelalters. Hier können Kinder selbst Seife herstellen, ein Siegel gießen, Wappen entwerfen, Papier schöpfen, Kerzen ziehen, Ritterbilder malen, Kronen basteln Edelsteine schürfen, Nagel schlagen oder sich in der mittelalterlichen Miniaturmalerei erproben.

Im Glasfoyer des Goldschmiedehauses können Kinder ihren eigenen Schmuck unter Anleitung basteln. All das steht am Samstag und Sonntag von 13 bis 19 Uhr auf dem Programm. Diese Zeiten gelten auch für ein Biber-Kinderfest in der Luise-Schröder-Straße, zu dem gehören Schminken, Spielen und Basteln mit dem Spielmobil Augustinchen und eine Hüpfburg.

„Dass jemand bei diesem breiten Programm nichts findet, was einem gefällt, ist kaum vorstellbar“, glaubt OB Kaminsky. Er empfiehlt eine Sonderausstellung, die der historischen Einbettung des Lamboyfestes dient und in der Marienkirche mit dem Titel „Die schlimmsten Jahre des Großen Krieges in der Grafschaft Hanau-Münzenberg 1634 bis 1636“ zu sehen ist.

Im Mittelpunkt stehen neben der Blockade und der Befreiung der Festung Hanau die furchtbaren Ereignisse in den hanauischen Dörfern der näheren Umgebung zwischen 1634 und 1636. Nach der für die Schweden und ihre deutschen Verbündeten schweren Niederlage in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 gegen ein kaiserlich-ligistisches Heer verlagerte sich das Kriegsgeschehen wieder in die Region Hanau – mit schrecklichen Folgen für die Zivilbevölkerung.

Der historische Hintergrund
In der Folge stand auch die von den Schweden gehaltene und strategisch wichtige Festung Hanau im Fokus des militärischen Geschehens. Die neunmonatige Blockade Hanaus konnte erst durch ein hessisch-schwedisches Entsatzheer am 13. Juni 1636 beendet werde. Daran erinnert bis zum heutigen Tag das traditionsreiche Lamboyfest.

Die Ausstellung ist am Freitag von 16 bis 20 Uhr geöffnet, am Samstag von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Sie wird begleitet von Führungen und Vorträgen. So referiert am Samstag um 16 Uhr Dr. Michael Müller über „Die belagerte Festung Hanau: Kriegs- und Belagerungstechnik im Dreißigjährigen Krieg bei der Blockade Hanaus“. Eine Lesung von Gerhard Roth folgt am Sonntag um 15 Uhr unter dem Titel „Ein Kieselstein erzählt. Geschichten aus dem Dreißigjährigen Krieg in und um Hanau“. Der Historiker Erhard Bus beleuchtet am Sonntag um 17 Uhr den „Westfälischen Frieden von 1648 und die Folgen des Dreizigjährigen Krieges“, heißt es abschließend in der Mitteilung der Stadt Hanau. cd

 



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